… die Du nicht selbst gefälscht hast, dieser Ausspruch wird Churchill angedichtet.
Heute wurde nun der Beweis erbracht, daß mein »repräsentativen Umfragen« generell mißtrauen sollte — sofern man nicht der war, der für die Formulierung der repräsentativ zu stellenden Fragen zuständig war:
Es war eine tolle Schlagzeile, die am Wochenende verbreitet wurde, und sie lief entsprechend gut in den Medien: 92 Prozent der Deutschen seien dafür, dass Internetseiten mit kinderpornografischem Inhalt gesperrt würden. Quelle: eine repräsentative Umfrage des über Zweifel erhabenen Instituts Infratest Dimap. […]
Christian Bahls, Gründer von Mogis, wurde als Kind selbst missbraucht und hält die Sperren nur für ein Deckmäntelchen, mit dem das Problem nicht ernsthaft bekämpft wird.
Auch Mogis also gab bei Infratest eine Umfrage zu dem Thema in Auftrag. Jeder kann das, der ein paar Hundert Euro zahlt. Nur die Fragen waren dieses Mal etwas andere. Die Ergebnisse übrigens, die ZEIT ONLINE exklusiv vorliegen, sind es auch – sie sind genau entgegengesetzt. […] Das Ergebnis: Nur fünf Prozent der insgesamt 1000 Befragten sind für eine solche Lösung, mehr als 90 Prozent also lehnen Netzsperren ab.
Danke, Christian Bahls/MOGIS. Schöner hätte man, denke ich, die 92%-Aussage nicht zerlegen können in das, was sie letztlich ist: Propaganda ohne Inhalt.
Fragt sich nur, ob »mein Abgeordneter« (und alle anderen auch) das mitbekommt, an einem heißen Tag vor einem laaaangen Wochenende … Auf einen Rückhalt in der Bevölkerung für ihr unausgegorenes und sachlich fehlgeleitetes Vorhaben jedenfalls dürfte die Bundesfamilienministerin nach diesem eindeutigen Umfrageergebnis – dafür-und-dagegen – nun nicht mehr argumentativ bauen. Aber mit Fakten darf man teilweise Politikern ja nicht kommen. »Verwirren Sie mich nicht mit Fakten, ich habe mir schon meine Meinung gebildet« ;)
