Never change a running system

F*ckschwe*nk*cke.
Mit dem – von Firefox nach Crash vorgeschlagenen – Update des SessionManager-Plugins – für mich mehr so unverzichtbar, da jedes Event an Firefox diesen zum Absturz bringen kann, und sei es nur der Klick in ein Browserfenster – habe ich mir wohl grade die Karten gelegt.
Gut, 13 Fenster ist jetzt nicht die Idealanzahl, insbesondere nicht für Abergläubische, jenseits von 100 Tabs ist aber nicht wirklich exotisch in meinen Augen. Für die aktuelle Version von SessionManager allerdings scheinen dies ungeahnte Dimentsionen zu sein — denn schon beim Start frißt der Firefox-Prozeß sich am Hauptspeicher satt und der JavaScript-Dreck in der CPU fest.
Großartig.
Noch großartiger ist, daß das Öffnen eines neuen Fensters das gleiche Verhalten hervorruft; es bleibt nur, nach mehreren minutenlangen Sekunden Wartezeit das sessionmanager.js abzubrechen. Dann klappt’s auch mit neuen Browser-Fenstern; ich bezweifle allerdings, daß diese nun korrekt in der SM-Historie verzeichnet werden :(
Warum mußte das doch jetzt noch kurz vor ToreJahresschluß passieren? *sigh*
Letzte Installation vor dem ein Plugin-Update triggernden Browser-Restart war jene von Moonlight, wohl der unter Linux nutzbar sein sollenden Implementation des nächsten überflüssigen Microsoft-Alleingangs — Silverlight. Und dazu kam es nur, weil ich gerne wissen wollte, ob die propietären lustigen Formate, mit denen meine bessere Hälfte derzeit zugeworfen wird (.docx und Konsorten), denn mit der »Home-and-Student«-Version des Drecks- De-facto-Standard-Offices wohl gnädigerweise ohne Klimmzüge zu bearbeiten sein würden.
»Das Leben kann so einfach sein« titelt der Monopilist aus Redmond denn auch vollmundig, klar, wenn man nicht nach links und rechts zu schauen braucht, weil man Standards nach Gutdünken einfach setzt in seiner homogenen Softwarelandschaft und Alternativen per Marktmacht plättet … Aber egal, in freudiger Erwartung des schon einmal gesehenen Hinweises, daß mein Linux nicht so ganz Vista sei und ich upgraden müsse, um das silberne Licht zu sehen, klickte ich denn auch auf »Installieren« – mit einem Ubuntu mit Firefox auf den MS-Seiten.
Zu meinem ungläubigen Erstaunen allerdings kam diesmal kein Hinweis auf Microsoft-Unterbau-only, sondern ich landete auf einer Seite, die mir Mondlicht als quelloffene Implementation des Silberlichts als Firefox-Plugin anbot. Gelesen, geklickt.
Ob nun das installierte Moonlight-Plugin an meinen aktuellen Problemen mit SessionManager eine Mitschuld trägt, ist schwer zu erahnen. Ich erwähne Moonlight auch nur der Vollständigkeit halber — »ich habe doch nichts geändert« stimmt ja nicht wirklich.
Was mich allerdings an Silver-/Moonlight aufregt, ist einerseits die Dreistigkeit, mit der Microsoft diesen neuen Krams für die Produktinformation über sein olles Office-Paket einsetzt und damit jedermann nötigt, das entsprechenden Plugin zu installieren — vollkommen und absolut überflüssigerweise, denn, wie Wikipedia ausführt:

Es handelt sich um eine stark reduzierte Version der WPF, die der Darstellung und Animation von Oberflächen aus grafischen Elementen und Media-Daten in Browsern dienen soll und ebenfalls auf XAML basiert. Dynamische Aktionen können mit JavaScript implementiert werden. […] Novell und Microsoft arbeiten derzeit an einer Linuxumsetzung mit dem Namen Moonlight. Eine erste lauffähige Version ist bereits fertiggestellt.[1]
Microsoft positioniert Silverlight als Konkurrenzprodukt zu Adobes Flash-Player.
[…] Um die Verbreitung von Silverlight zu beschleunigen, wird es seit Februar 2008 auch als (optionales) Update über das Microsoft-Update-Verfahren angeboten.

 
Leider verschlafen die europäischen Wettbewerbshüter ja das Web auch im Jahre 2008; die einzigen, die sich um Internet kümmern, sind die Schnüffler vom Dienst, die uns auch die unsägliche Vorratsdatenspeicherung gebracht haben. Aber solche – aus meiner Sicht – unlauteren Methoden, nämlich wieder einmal die installierte OS-Basis zu nutzen, um ein eigenes Produkt in den Markt dorthin zu pressen, wo schon ein anderer Hersteller gut platziert steht, nein, da drückt man mal wieder alle Augen zu — oder guckt man gar hoch dotiert weg?