Noch bis zum kommenden Wochenende läuft die »Wiesn«. Und auch wenn ich mich
mit der folgenden Aussage unbeliebt mache: so ganz verstehen tue ich den Hype um das Münchner Oktoberfest nicht. Außer der bemerkenswerten Anzahl von Lederhosen- bzw. Dirnderl-Trägerinnen bzw.
-trägern, was unterscheidet jetzt das Oktoberfest vom Hamburger Dom oder dem Bremer Freimarkt?
Gut, zugegeben, es gibt auffallend viele »Bierzelte« – wobei jeder Obdachlose ein derartiges »Zelt« sicherlich als zukünftige Heimstatt dem Pappkarton unter ‘ner Brücke vorzöge; will sagen, mit einem »Zelt« haben zumindest jene, wo ich im Selbstversuch drin war, nicht mehr ungeheuer viel gemein –; aber der Liter Bier kostet auch einen stolzen Preis: 7,90 EUR/Liter dieses Jahr, Tendenz wohl steigend, siehe Grafik oben.
Aber es geht auch billiger, wenngleich nicht mit ganz dem gleichen Ambiente: Mal hole sich einen 10-Liter-Kasten »Hofbräu Oktoberfestbier« vom Getränkemarkt des Vertrauens, lade Freunde ein und beglücke mit dem Kapitaleinsatz des 1,581fachen einer Maß die Versammlung mit 10 Litern des 6,3 volumenprozentigen Bieres.
Aber Achtung, ein erfahrener Wiesn-Gänger meinte dieser Tage – am Morgen danach – zu mir: »Jetzt weiß ich wieder, was ich am Oktoberfest nicht mochte: die haben nur Schädelbier hier!«
Um ehrlich zu sein, ich hingegen vermute eher, daß eine der ungezählten Maß’ am Vorabend die war, die zuviel war … Und, ehrlich gesagt: Das Gefühl bekommt man zu Hause auch hin.
