Die Christel Scherzkekse von der Post haben mich mal wieder ausgetrickst.
Da wir ja grade vier Wochen im Ausland waren, hatten wir Postlagerung beauftragt; am Montag war ich dann also kurz vor Toreschluß auf der Hauptpost, um die Sachen abzuholen. »Bis wann haben Sie denn beauftragt? Nein, daß brauchen Sie nicht abzuholen, das wird Ihnen ganz normal zugestellt.«
Was erst also wie ein toller Service aussah … entpuppte sich als schlechter Scherz: im Briefkasten war nur ein blauer Benachrichtigungszettel, daß eine »Büchersendung« nicht zugestellt werden konnte — wie sich dann bei der Abholung herausstellte, war dies eine Falschaussage, richtig hätte »Ihr Auftrag postlagernd« (oder so) angekreuzt sein müssen. Details.
Also Dienstag wieder zur Post — endlich konnte ich das stattliche Paket mit unserer gesammelten Post in Empfang nehmen.
Aber jetzt mal ehrlich: da man den – mittlerweile kostenpflichtigen? – Dienst nur bei längerer Abwesenheit beauftragt, welchen Sinn hat dann der Versuch der Zustellung in einem fetten Umschlag, der niemals in übliche Briefkästen passen wird?
So sehr ich mich auch über unsere DHL-Zustellerin manches Mal echauffiere, wenn Sie wieder einmal ein Päckchen stillschweigend auf der Terrasse versteckt hat — stören tut mich daran im Prinzip nur, daß sie keinen Benachrichtigungszettel in den Briefkasten wirft und ich ein um’s andere Mal nur durch Zufall über die Lieferung, sprichwörtlich, stolpere.
Die Zusteller der Briefpost hingegen legen brav einen Zettel rein, nehmen das, was nicht in den Briefkasten paßt, aber auch wieder mit — ich vermute, sie klingeln nicht mal zwecks Abgabe beim Nachbarn, wie es sämtliche Paketdienste tun …
Da trotz Lagerungsauftrag die Rechnungen von Vodafone im Briefkasten lagen – Vodafone verschickt nicht mehr mit der Post sondern privaten Diensten –, stellt sich mir natürlich die Frage, wie die Politik sich denn im Falle des Falls des Postmonopols die Lösung vorstellt? Es gibt mittlerweile schein’s schon im kleinen Gütersloh mind. 2 verschiedene private Zustelldienste neben der Gelben Pest Post, ein Postit am Briefkasten – »Sind vier Wochen weg, bitte keine Post einwerfen bis xx.xx.20xxx« – kann ja wohl nicht die Lösung sein‽ Da ich aber als Verbraucher unmöglich alle Dienste kennen kann, die meinen Briefkasten befüllen wollen, benötigte man doch eine Zentralstelle für diese Aufträge, und alle Zusteller müßten zwingend auf die Einhaltung eines Lagerungsauftrages verpflichtet werden; ein überquellender Briefkasten ist ähnlich einladend wie besagtes PostIt für Langfinger …
Aber zwischen den Saufgelagen Einladungen zu Veranstaltungen der Lobbyisten werden die Abgeordneten sicherlich Zeit finden, sich dieses Themas anzunehmen … Ganz bestimmt … Morgen kommt übrigens der Weihnachstmann kurz zu Besuch.
