Kennen Sie das? Ihr System – oder »nur« eines der installierten Qualitätsprogramme, für dessen Nutzung sie ablicken mußten, Ihre Seele dem Hersteller zu überlassen sowie ebenjenen ob der stümperhaften Umsetzung nicht in Regreß zu nehmen – hat grade die Arbeit der letzten halben Stunde gefressen? Aber darum geht’s mir heute mal nicht. Am heutigen Tage möchte ich das Fernsehprogramm thematisieren, welches sich einem Reisenden nach 8+ Stunden externer Schulung bietet.
Man kommt also, wohlgemut, nach dem zweiten oder dritten Absacker mit Leidensgenossen an der Hotelbar auf’s Zimmer und will noch eben seine Sachen für morgen ordnen. Klamotten rauslegen (nicht jeder Wecker wird auch gehört). Ergebnisse querlesen. Ds Übliche in der Situation halt.
Dazu leichte Berieselung aus dem allgegenwärtigen TV-Strahler vielleicht — einmal schnell das Elend der Welt komprimiert gehört habend, fühlt man sich doch gleich viel besser.
Naja. Nur ist der Kanalsalat anders angerichtet als zu Hause. Also durchzappen … HALT! Was sind das für nakte Tatsachen, die Porno‐Kanäle kosten doch extra?
Ah. 9live, save … Äh. Save? Nunja. Viel webliches Fleisch wird geboten und »15 geile Geldpakete« — nun frage ich die werte Zielgruppe: wie »geil« kann ein Geldpaket werden, in einer typischen mitteleuropäischen Nacht um halb Zwei?
Toll, diese neue Fernsehzeit. Und super, daß wenigstens diese Sender uns frei empfangbar erhalten bleiben werden, wenn denn RTL und später das frisch vertickte Pro7Sat.1-Konglomerat auf Grundverschlüsselung gehen werden. Da hat man doch was, worauf man sich als TV‐Gucker‐via‐Satellit freuen kann. Naktes Fleisch und Geile Geldpakete, da lacht einem doch das Herz‽
Gut, das Lachen bleibt im Halse stecken, aber was sind schon wenige Euro im Monat, mit denen man die – nach ausschließlicher Ansicht der Anbieter – unumgängliche Verschlüsselung bezahlt? Abgesehen von den zwingend notwendigen neuen Receivern, die die smarten Karten schlucken, mit denen die Anbieter die Zuschauer viel besser überwachen können?
Sicherlich interessant für die Programmanbieter – hier: N24 – ist es, wer sich nachts Informationen zur menschlichen Sexualität anguckt. Der unbedarft von 9live wegzappende Zuschauer hingegen könnte ob des sich ihm in den Weg erigierenden Penis’ fragen, wo, bitte, er hier gelandet ist. Zu recht, wie ich finde …
Aber das deutsche Fernsehen wäre nicht das deutsche Fernsehen, wenn nicht auch noch diese Enthüllung durch etwas anderes getoppt werden könnte. Und so war sich N42 nicht zu schade, alles zu geben und auch den weiblichen Geschlechtsorgannen großformatigen Sendeplatz einzuräumen.
Und so kam es also dazu, daß N24 makroskopische Einblicke in die weiblichen Geschlechtsorgane offerierte … Im Biologieunterricht wären diese Aufnahnen sicherlich gerne gesehen gewesen, aber auf – danach – nüchternen Magen kamen sie eher nicht so gut.
Nundenn, ich will mich ja nicht beschweren, weder 9live noch N24 kosten mich eigentlich Geld, wenn man die GEZ-Raubritter ignoniert, insofern habe ich bekommen, für was ich zahlte … Vielleicht sogar mehr als das … Trotzdem habe ich nicht um diese Bilder gebeten und bin mit ihnen auch nicht wirklich glücklich …
