Uiuiui, so gerne mit Studivz in einem Atemzug genannt werden will der fzs zumindest derzeit eher nicht mehr:
Erklärung zur Zusammenarbeit mit dem StudiVZ
06.12.2006:
Zu einer Zusammenarbeit zwischen dem StudiVZ und dem fzs stellen wir folgendes klar:
Der Ausschuss der StudentInnenschaften hat am 8.10.2006 beschlossen, dass eine Zusammenarbeit […] angestrebt werden sollte. […]
Dieser Beschluss ist vor zwei Monaten gefasst worden. Angesichts der Entwicklungen in den letzten Wochen und der Geschehnisse im StudiVZ ist eine Zusammenarbeit zwischen fzs und StudiVZ jedoch nicht mehr möglich. […] Wir möchten weiterhin darauf hinweisen, dass der Gesprächstermin [Ende dieser Woche] mit den Betreibern schon vor der Veröffentlichung des heutigen Artikels in der taz vereinbart wurde.
Dennoch sieht der fzs es weiterhin als seine Aufgabe an, […] zu informieren und als Anlaufstelle für Fragen von Studierenden zu fungieren. Aus diesem Grund wird die Unterseite www.fzs.de/sozialinfo selbstverständlich auch ohne eine Zusammenarbeit mit dem StudiVZ online gehen.
Der Vorstand des fzs
Das hier erstmal nur der Vollständigkeit halber, Alexander Trust hat bei www.sajonara.de schon ein paar ausführlichere Artikel verfaßt.
Zwei Dinge nehme ich aus dieser Entwicklung mit:
- Studivz ist für Unternehmen und Organisationen im studentischen Umfeld — wie von den Initiatoren angestrebt – eine (ge)wichtige Plattform geworden
- Die gesamte jüngere Historie der Studivz Limited – Einladung zur Firmenfeier im Stile der Nazi-Postille »Völkischer Beobachter«; moralisch fragwürdige bis sichtlich belästigende Digicam-Filme von einem Gründer und einem Investor auf YouTube veröffentlicht; Duldung von Gruppen, in denen Teilnehmer heimlich ausspioniert und zur »Miß« gewählt werden — ein Gründer und ein Supportmitarbeiter ersuchten um Aufnahme in die Gruppe, anstatt dies Treiben zu unterbinden; Sicherheitslücken und inkonsequentes Handling von Privatheitseinstellungen, … – wirkt alles andere als anziehend auf die vorgenannten Organisationen und Firmen
Nein, verschwinden wird Studivz so schnell nicht —
nicht zuletzt, da die theoretisch existente Konkurrenz in fünf Tagen Downtime von Studivz es nicht hinbekommen hat, sich auch nur annähernd Gehör zu verschaffen oder gar sich als Alternative zu präsentieren. Nach der – nicht zwingend repräsentativen – Alexa‐Statistik scheinen einzig die Lokalisten annähernd an die Werte von Studivz heranzukommen.
Mit der Zeit – und wohl sogar ohne das in der Blogosphäre oftmals geforderte Rollenlassen von Gründerköpfen – wird Studivz wieder Oberhand gewinnen; lassen wir es Mitte Januar 2007 werden – das ist noch ein guter Monat –: Bleibt es ruhig, gibt es keine nennenwerten Vorkommnisse, dann sind weibsvölkische Verhaltensbeobachtungen auf Toiletten schnell vergesssen, und anstelle des »gruscheln = grabschen + kuscheln« wird man sich wieder freundlicherer Bedeutungen erinnern. Und sich gruscheln, bis der Arzt kommt.
Unsicherheitsfaktor scheint nur die Fluktuation, insbesondere zum Orginal, www.facebook.com, zu sein — aber hier greift das Problem, was alle anderen Verzeichnisse haben: ohne einen signifikanten Bekanntenkreis, der dort schon ist, brauche ich da auch nicht hin und bleibe lieber, wo ich bin.
Zur etwaigen Fluktuation wird man aber keine Zahlen aus Berlins gruscheliger Mitte hören; eine Brute-Force-Zählung der angeblichen über einer Million Teilnehmer per Profilabfrage wurde durch die jüngsten Änderungen, nach heutigem Stand, signifikant erschwert.
Kurzum: es bleibt noch immer spannend – zumindest ein bißchen ;)
