Gut, okay, Studivz ist grade ein spannendes Thema für Kleinbloggersdorf —
für die Nutzer weniger, da heute schon schon wieder, seit ca. 12:45 bis nach 20:30 bislang, down. Wegen Sicherheits- mängeln, und das, obwohl noch vor 10 Tagen »Sicherheitsbedenken sind unbegründet« gemeldet und grade erst vor drei Tagen die neue Parole – »Alles wird gut« – ausgegeben wurde … So richtig ernst scheint man sich selbst nicht mehr zu nehmen, denn aus der Kaffeepause wurde mittlerweile »Ene mene meck, die Seite die ist weg! Mit ein bisschen Glück kommt sie bald zurück!« — immerhin verspricht man: »Ernsthaft Leute, wir hauen rein -auch ohne Kaffee- und sind bald wieder da!« Bald. Zeit ist eben doch relativ.
Nehmen wir uns relativ viel Zeit also, uns einer anderen Merkwürdigkeit zu widmen, something completely different: Quaero.
Ich bin unschlüssig, ob hier das »Blase2.0«-Tag passend ist; partiell scheint mir »Unsinn3.0« sinnvoller. Aber gut, fangen wir mal an.
Da ist zu erst schon mal der Name, »Quaero«. Klingt toll — kann aber niemand fehlerfrei schreiben.
G, o, l, e => Google. Q, u, a, e, r, o => »War das jetzt ‘Quero’, ‘Quaero’, ‘Qaero’ oder wie?«
Nein, Usability scheint keine Kernkompetenz der Bürokraten zu sein, die lächerliche 400.000.000 Euro in diesem Groschengrab zu versenken gedenken — davon aber, immerhin, lt. heise online, nur 240.000.000 Euro aus der leeren deutschen Staatsschatulle.
Ausschreibung? Bah, ist doof, machen wir doch nicht bei sowas: »Bei der Aufsetzung von strategischen Großprojekten mit grundlegender Bedeutung sind Ausschreibungen nicht üblich«, warum nur assoziiere ich gleich wieder TolleKollekte TollCollect?
Nein, nach etwas (Spiegel-basierter) Recherche zum Themenkomplex EADS und Airbus Industries bin ich ziemlich langfristig kein Freund davon, daß die Politik sich in Unternehmenspolitik einmischt; Parallelen zu Airbus sehe ich durchaus. Lustigerweise nicht nur ich; die Suchmaschine fand z. B., daß der Lycos‐Europe‐CEO europäische “Airbus‐Strategie” im Internet für notwendig erachte. Sowas.
Zuckersüß finde ich die Äußerung »“Wir sind nicht interessiert an Dingen”, betonte Wahlster [– der Direktor des beteiligten DFKI, dem Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz –] auf einem Bitkom-Forum Anfang September in Berlin, “wo wir sagen, das stellen wir jetzt zum Gemeinwohl ins Internet.”«
Dem Gemeinwohl, zumal dem europäischen, verpflichtet wird sich auch Google nicht fühlen, nicht jedenfalls, wenn’s an die Bilanz Substanz geht — verständlich bei jedem privatwirtschaftlichen Unternehmen. Welche Chancen hat aber eine mit staatlichen Mitteln hochgepäppelte Konkurrenz zur Datenkrake Google – die nicht evil sein möchte –, einem Unternehmen, von Analysten gehypet und geliebt? Einem Unternehmen, welches viele seiner Dienste »kostenlos« (bzw. für die Preisgabe von persönlichen Daten) abgibt? Wie soll dabei – z. B. für’s DFKI – Geld reinkommen?
Siehe beispielsweise Studivz (sorry; das letzte Mal in diesem Artikel, wirklich jetzt): geniale¹ Idee (nein, nicht neu; aber den Bedarf der Nutzer erkennend und deckend), initial gutes, virales Marketing (höre ich Bertelsmann, fällt mir noch immer BOL ein), durch kostenlose Bereitstellung der Grunddienste hohes Nutzerwachstum und durch grundlegende Funktion (von ein »paar« Ausfällen mal abgesehen) hohe Nutzerbindung. So richtig ein Bein auf die Erde bekamen die, z. T. früher gestarteten, Alternativen nicht. (Das mag sich noch ändern, medial wird, noch scheinbar unbemerkt von den Nutzern, Studivz ob der manigfaltigen Probleme aktuell durch den Wolf gedreht.)
Und nun »will Europa« staatlich gelenkt eine Alternative zu den US-amerikanischen Suchmaschinen (Plural!) anbieten? Man tritt ja nicht alleine gegen Google an; Yahoo und MSN gibt’s da auch noch. Mutig. Aber erfolgversprechend?
Wie sprich man »Quareo« eigentlich aus, auf finnisch, spanisch oder englisch?
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And now something completely different: »quaero«, oder wie das heißt.
¹ Ok, der Duden definiert das Genie als die »höchste schöpferische Wirkungskraft«; ich denke, ich verwende das Wort hier dann in der abgeschwächten umgangs- sprachlichen Bedeutung »schon eine richtig tolle Idee«.
