Must watch

Vorhin bei Spiegel Online gefunden: Warum jeder sich über die zunehmenden Überwachungs-Begehrlichkeiten Gedanken machen sollte:

Anschaulich wie selten zuvor visualisiert das Panopti.com des Designers Johannes Widmer die ganz profane Rundum-Überwachung im Alltag. Ein Schaustück für alle, die Datenschutz bisher für Seelenbalsam für Paranoiker hielten.

 
Bitte insbesondere auf den Frosch achten …

ReLounge

Spät dazugestoßen, als Lyssa ihr Blog in der (neuen) Lounge schon nur noch spärlich updatete, verfolge ich nun interessiert den Twitter-Feed.
Ich stehe Twitter ja durchaus skeptisch, um nicht zu sagen kopfschüttelnd gegenüber — so eine wirkliche Daseinsberechtigung hat es meines Erachtens nicht, aber das hindert ja nicht wirklich.
Warum aber bindet man nicht sein Gezwitschere ins eigene Blog ein? Sicher, alles neue muß ausprobiert werden (stay tuned for blog.painseeker.de ;)), aber diese Abkehr der einst offensichtlich beliebten Blogerin, das irritiert mich doch.
Aber ich verstehe, daß man mit der Zeit gehen muß, ergo werde ich mich mal dran manchen und ein Mail2Blog-Gateway basteln — für Joomla gibt’s sowas ja schon, für SPHPBLOG m. W. nicht. (Wie sieht das Serpent’s Pity aus, corona?)

Was wurde eigentlich aus …

… Inktomi?
Anläßlich des Morgenkaffees, heute mal wieder aus einem Blase1.0-Behältnis getrunken, wunderte ich mich, was eigentlich aus der, so um die Jahrtausendwende herum, ziemlich hippen Suchmaschinenbutze geworden ist.
Zum Glück war Inktomi nicht die einzige Suchmachinentechnik, sodaß man heute z. B. via Google rausfidnen kann, daß …

Inktomi
Inktomi nahm lange eine Sonderstellung unter den Suchmaschinen ein, da Inktomi ein reiner Anbieter von Suchtechnologie war, selbst aber kein Suchportal betrieben hat. Für die Suchmaschine Hotbot des Magazins Wired lieferte Inktomi allerdings seit 1996 die Suchdaten; Hotbot wurde im Dezember 2002 eingestellt – nur wenige Tage bevor Yahoo Inktomi aufkaufte und diese Technologie als als Grundlage für die eigene Suchmaschine nutzte.

 
Archive.org hat eine recht umfangreiche Sammlung an alten Inktomi-Homepages, sodaß sich dort dieses verifizieren läßt und auch zeitlich eingrenzen: lt. Pressemittleitung geschah es am 19.03.2004.
Heute landet man bei der Eingabe von www.inktomi.com auf Yahoo!-Seiten, die suggerieren, »Sponsored Search is an effective way to advertise«.

Nach dem Gipfel …

… kommt die Nachlese. Hier z. B. vom Gipfelblog, welches zwei Pressevertreter von Radio Unerhört Marburg¹ interviewte. Sehr interessant fand ich u. a. folgende Passage:

Sie haben drei Tage die Presse bei der Arbeit beobachtet. Haben die Kollegen ihren Job gut gemacht?
Dierkes: Ich fand sehr auffällig, dass sich die Journalisten zum Teil nur aus den Quellen bedienen, die die Leute draußen auch bekommen. Die standen vor den Bildschirmen im Pressezentrum und haben die O-Töne und die Bilder abgegriffen. Außerdem hatten alle akkreditierten Journalisten die ganze Zeit über freien Zugriff auf die Meldungen der Nachrichtenagentur dpa. Ich glaube nicht, dass alle die paar Kilometer nach Heiligendamm gefahren sind, um sich selbst ein Bild vor Ort zu machen. Hier wurde Material übernommen ohne es gegen zu prüfen. Das finde ich schon bedenklich.

 
Nehmen wir diese sicherlich subjektive Aussage mal so hin, so könnte das zum Teil erklären, wie es zu diesem Informationsfiasko teilweise kommen konnte.
Wie auch immer, ein imho lesenswertes Interview. Wie jede Nachricht zur Großkampfveranstaltung G8 sollte man aber auch diesen Bericht mit Vorsicht geniessen …

¹ »Radio Unerhört Marburg ist das freie, nicht-kommerzielle Radio für Marburg und Umgebung.«

Raab als SEO

Selbsterfüllende Prophezeihung, quasi.
Wie man bei SpOn nachlesen kann, war der gestrige TV-Abend keiner von denen, die man nicht schnell wieder vergessen dürfte.
Lustig finde ich allerdings den »Sex-Tantenverkauf«:

Und er [Peter] triumphiert im wirklich großartigen Wettbewerb “Suchmaschine”: Hier bekommen beide Kandidaten einen Begriff vorgegeben, aus dem sie durch Anhängen eines Suffixes ein möglichst selten vorkommendes neues Wort machen müssen. Den Punkt bekommt, wessen Wortschöpfung die wenigsten Treffer erzielt. Raab hängt an alles einfach “Bier” an, und liegt mit “Wurst-Bier” und “Sex-Bier”, die beide interessanterweise zwischen 30 und 80 Mal vorkommen, gar nicht so schlecht. Gegen “Sex-Tantenverkauf” kommt er aber nicht an: Dieses Wort gibt es tatsächlich nur einmal bei Google. Holz-Wurmfalle (Peter) schlägt am Ende Holz-Wein.

 
Tja, Sextanten verkaufen sich seit Samstag offensichtlich besser — nachdem es gegen 15 Uhr heute am 10.06.2007 schon 3 Fundstellen waren, weist Google mittlerweile 4 aus ;) Beziehungsweise wohl mindestens fünf, wenn dieser Artikel am Montag oder später gelesen wird …

Mittagspause

Heute scheint wieder so ein Tag zu werden …
Da verlasse ich also meinen heimischen SchmähkrititkArbeitsplatz zwecks mittäglicher Nahrungsaufnahme, kehre zurück — und aus die Maus. Kein sich bewegender Mauszeiger, keine Fokuswechsel bei den Fenstern. Na, super.
Nun war die (natürlich ungesicherte) Arbeit die in einem rdesktop-Fenster (ja, ich auch brauche ab und zu Windows, leider), was zweierlei bedeutet: kill des rdesktop-Prozesses tangiert nicht die entfernt laufende Anwendung und mit rdesktop hatte ich derlei doch schon häufiger … Also schnell vom Laptop eingeloggt und rdesktop getötet. Keine Besserung. »killall -9 firefox-bin« (geht mir mit SessionManager nun leicht von den Fingern) — no change.
Google bringt mich auf Bug #55739, und obwohl ich auf der fraglichen Kiste FC6 und nicht *bunbtu einsetze, probiere ich durch beherztes Alt-Fx-drücken, eine neue Shell zu bekommen. Klappt dann auch — aber die Maus bleibt tot.
Vor dem Kill des X-Servers wollte ich noch ein Locking und Unlocking des Bildschirms versuchen — vielleicht restaurierte der Unlock ja die Mausfunktion … Doch was ist das, “xscreenserver already running”?
Gekillt — und der Spuk war vorbei. Jetzt wüßte ich nur gerne, wie es kommt, daß derlei sowohl unter Fedora Core 6 als auch Ubuntu 6.10 bei Verwendung von rdesktop immer mal wieder passiert, wenn xscreensaver das Blanking durchführt/durchführen will. Any ideas?

blog.tagesschau.de++

Auch wenn ich ggf. aus der Nachbarschaft hier in Kleinbloggersdorf angebloggt werde, das wollte ich noch mal loswerden: ein dickes Lob an die tagesschau-Blogger für die Begleitung des G8-Treffens!
Hier sehe ich einen deutlichen Fortschritt zum nackten Meldungsticker, wie ihn u. a. Spiegel Online derzeit praktiziert — und nach den durchaus nicht ruhmreichen Agenturmeldungserlebnissen in der letzten Woche kommt mir ein back-to-the-roots, ein Beschreiben der Eindrücke durch involvierte Reporter statt eines umformulierenden Abschreibens von Meldungen aus den Agenturen, nicht als die schlechteste Zukunftsvision vor.
(Meine Kritik am Finanzierungsverfahren hebt das Lob nicht auf — aber bei blog.tagesschau.de habe ich zumindest das Gefühl, daß man versucht, das moderne Medium als Mehrwert und Ergänzung zum Programm anzubieten. (Btw, wer auch immer den Anstoß gegeben hat, daß man nun (einige) Sendungen als MPEG4-Stream runterladen kann: Danke! Jetzt noch eine 2 MBit/s-Variante parallel anbieten und ich bin ruhig ;)))

Tagesausklang

Das Gros der Gütersloher scheint derzeit überwiegend ausgeflogen zu sein — selbst das Parkbad ist gähnend leer, an einem viel zu warmen Brückentagsabend gegen 20:30.
So saß ich also hier, heißlaufenden Laptop im Trolley (Ubuntu-7.10-Kernel– — Hibernate & Suspend laufen nicht mehr sauber), kleines Abendessen und ein kühles Hefeweizen vor mir. (Essensmäßig war’s wohl die last order und das Hefe war hell, weil’s Dunkle schon alle war — aber bei über 25 °C, wer wird da meckern?) Ja, in diesem kurzen Moment – grade lange genug für einen 6630-Schnappschuß –. da hätte die Welt auch enden dürfen. In so einem Moment denkt man ungerne an lästige Pflichten. An die noch ausstehende Steuererklärung. An den definitiv kommenden nächsten Büro-Montag …
In diesem Sinne: schönes Wochenende! Möge es nie enden ;)

Kavala-Sprecher: »Was ich gestern gesagt habe, war gestern zutreffend. Was ich heute sage, ist heute zutreffend.«

Lt. Spiegel Online gab es entgegen des gestrigen Aussage nun doch verdeckt arbeitende Polizisten in den Demos — ob sie nun aber, wie von Demonstranten behauptet, zu eskalativem Tun aufgefordert haben oder nur beobachtet (*kopfkratz* Wie darf man sich das vorstellen?), ist weiter unklar.

Nachdem die Polizei heute bestätigte, dass ein getarnter Mitarbeiter vor Ort ermittelte, sagte Claasen zu SPIEGEL ONLINE: “Das ist ein neuer Sachstand. Was ich gestern gesagt habe, war gestern zutreffend. Was ich heute sage, ist heute zutreffend.” Er bleibe bei seiner Darstellung, dass er den Einsatz von agents provocatuers für verfassungswidrig und unangemessen halte. Aber bei dem Zivilpolizisten habe es sich eben nicht um einen agent provocateur gehandelt.

 
Der Volksmund sagt ja, »wer einmal lügt, dem glaubt man nicht«, aber die Informationslage ist natürlich bei 40 Sprechern alleine seitens der Polizei auch etwas komplex. Da wird es schwer, zwischen gezielter Desinformation und unschuldiger Uninformiertheit zu unterscheiden.

Leah Voigt, Sprecherin des Blockadebündnisses Block G8, dagegen behauptet, es gebe einen Zeugen, der beobachtet habe, wie der fragliche Mann zum Steinewerfen aufwiegelte. SPIEGEL ONLINE sagte sie, dieser Zeuge wäre auch zu Aussagen bei der Polizei bereit. Nähere Angaben machte sie nicht.

 
Auf Indymedia laufen sich derzeit die Verschwörungstheoretiker warm … Ich würde dem Sprecher ja nochmal Glauben schenken wollen — aber spätestens seit der vernichtenden Ablehnungsbegründung des BVerfG darf man zweifeln an einem gleichen Verständnis dessen, was wohl »verfassungswidrig« und »unangemessen« sei.

Das sei wegen der Sicherheit, erklärt die sächsische Polizeisprecherin. Und dann sagt sie: “Tja, eine Gesa, das ist eben kein Sanatorium.”

Quelle: Spiegel Online zur »Kafighaltung« Festgenommener

 
Nicht vertrauensbildend war auch die Mär’ von Angriffen mit alkalischer Säure — wird Seifenlauge nun ins Kriegswaffenkontrollgesetz aufgenommen? Vom Celler Loch will ich gar nicht anfangen — aber von Gesetzen zeigte die bundesdeutsche Exekutive schon in der Vergangenheit sich nur marginal beeindruckt. Umfassende Aufklärung wäre jetzt nötig — doch wer würde gegen Kavala ermitteln?

Siehe auch: Notizblog, lawblog und YAMB.BETA² (via Feed), Irgendwas ist ja immer (via Cord).