L: Berlin
Hmm, schneller geht's wohl erst wieder mit Sommerreifen …
Rücksturz in die Hauptstadt
O2 Joggler – erste Schritte
Ich habe mir aus UK einen o2 Joggler gefischt; das ist ein 2009 zu ca. £150 eingeführter und 2010 für £50 abverkaufter Intel-Atom-basierter Touchscreen-Computer, Linux-based und easy hackable.
Das (erste) Exemplar, welches ein Ex-Kollege mir freundlicherweise direkt mitgebracht hat – Briten versenden nur ungerne nach »Übersee« wie es scheint :-( –, war ein Demo-Gerät, welches nicht mit der orginalen o2-Software lauffähig sein sollte und dafür mit einem USB-Stick daherkam, von der der Joggler Ubuntu Netbook-Remix bootet. Das kommt mir insofern entgegen, als daß mit der o2-Software hier in Deutschland kaum ein Staat zu machen sein wird — die »neue Kühlschranktür« dürfte kaum vollumfänglich hier nutzbar sein:
Überprüfen kann ich’s leider nicht, die orginale Software scheitert an irgendeinem Verbindungsaufbau. Interessanterweise ist eine IMEI-Nummer auf das Gerät geklebt, obwohl es ein reines Ethernet- oder WiFi-Gerät ist. Wird wohl eine virtuelle IMEI sein, denn ursprünglich sollte der Joggler an o2-Telefone (in UK) SMS versenden können …
Naja, mir geht’s beim Joggler mehr darum, einen kleinen, multifunktionalen Linuxrechner mit Eingabemöglichkeit zu haben, sei es als VDR- und Sequeezecenter-Client, FHEM-Frontend, …
Nach ein paar Umwegen läuft der VDR-Client (vdr-sxfe) jetzt einigermaßen auf dem schnuckeligen Kästchen. Benutzte Software:
- Ubuntu Linux for the Joggler von exotica.org.uk
- Squeezeplay aus der gleichen Quelle
- xineliboutput-sxfe von vdreiceiver (Ubuntu 10.10-Pakete aus dem yavdr-Repository)
- xbmc aus Jools’ Joggler PPA
Was noch nicht richtig tut: bei Fullscreen-Darstellung wird das Bild nicht auf die 800×480 Pixel skaliert sondern auf irgendwas Kleineres bei 16:9; 4:3 hingegen wird dann leider unten abgeschnitten. Außerdem fehlt (noch) eine sinnvolle Touchscreen-Bedienung für vdr-sxfe, denn die Onscreen-Tastatur überdeckt weite Bereiche des Bildes; vielleicht läßt sich da was mit Gestenkontrolle machen, es gibt da lustmachende Videos:
Leider habe ich weder dieses XBMC oder den Gestendienst gefunden, und auch die für den Joggler angepaßte XBMC-Version, die PVR-Funktion bietet, bleibt bislang verschollen. »Für den Joggler angepaßt?«
Ja, der Joggler baut auf Intel GMA500 auf, der spezielle (Kernel-) Treiber benötigt, einige Dinge nicht kann und anders als nVidia-Embedded-Grafiklösungen auch kein VDPAU beherrscht. Die VA-Variante (libva statt libvdpau) wird wohl zum Teil unterstützt, aber dies ist wiederum softwareseitig bei Linux und den einschlägigen Libraries noch nicht angekommen (lies: nicht für vdr-sxfe
Für die ersten Schritte ist das – für mich – erst einmal OK, da ich nun nicht nur am Schreibtisch oder der (mitgemieteten) alten Röhre TV gucken kann, sondern auch am Nachttisch — der VDR-Server zu Hause macht’s möglich. HD-Inhalte allerdings bringen nur Probleme, da fehlt einfach das HD-Decoding per Grafikchip, keine Ahnung, inwiefern da noch Hoffnung beim GMA500 besteht. (Da HD eh’ auf die 800×480 Pixel der nativen Auflösung runtergerechnet werden
ist der Sinn von HD hier natürlich eh’ fraglich — wenn man aber Aufzeichnungen in HD vorliegen hat, wäre es schon schön, würde die Joggler-Hardware runterskalieren können.)
Ein weiteres nettes Feature ist in meinen Augen die Squeezeplay-Anpassung für den Joggler, die vom Touchscreen Nutzen zieht, man kann seine Musik also am Gerät selbst auswählen, per Bildschirmberührung. Die ersten Versuche liefen erfolgreich, und meinen SqueezeCenter-Server im LAN fand Squeezeplay auch sofort; nur wie das später in Berlin über’s VPN laufen wird, erschließt sich mir noch nicht. Bei Squeezslave gebe ich das Zielsocket des SqueezCcenters an, ob das bei Squeezeplay auch geht, weiß ich (noch) nicht — habe zwar eine Einstellmöglichkeit gefunden, aber ob das dann auch über geroutetes VPN geht, werde ich heute abend sehen … (Update: Tut tadellos.) Aber die Steuerung via Android-App klappt ;) Cool runnings!
O2 Joggler als vdr-Frontend …
Hermes: auch im Ausland nicht zu empfehlen …
Ich habe mir aus der Bucht o2 Joggler gefischt, ein Verkäufer bestand auf Lieferung nur nach England, also habe ich mit einem Ex-Kollegen, der am 16.02.11 sowieso nach DE kommen wollte, vereinbart, daß ich es an mich c/o seine Adresse in (der Nähe von) London schicken lasse (und er mir das Paket dann mitbringt). Eine Woche, das reicht eigentlich für jeden Lieferdienst — außer Herpes:
| Date/Time | Event | Extra Details |
|---|---|---|
| 17/02/2011 05:35:00 | Out For Delivery | DEP 86 |
| 16/02/2011 12:28:13 | Out For Delivery | COU |
| 16/02/2011 10:14:00 | Carried Forward | COU |
| 15/02/2011 09:07:17 | Courier Received | COU |
| 14/02/2011 04:35:00 | Out For Delivery To Courier | DEP 86 |
| 14/02/2011 04:34:00 | Out For Delivery | DEP 86 |
| 14/02/2011 00:00:00 | Processed at Depot | DEP 86 |
| 13/02/2011 22:18:00 | Receipt at Depot | DEP 86 |
| 13/02/2011 10:16:00 | Hub Trailer Via Sorter | HUB 05 |
| 13/02/2011 10:15:00 | Hub Sorter Receipt Scan | HUB 05 |
| 11/02/2011 12:34:00 | Return – Processed By Depot | DEP 90 |
| 11/02/2011 12:33:00 | Received by myhermes | DEP 90 |
| 10/02/2011 10:45:00 | Collected | COU |
| 10/02/2011 02:33:00 | Pick-Up Request Manifested | DEP 90 |
| 09/02/2011 22:30:33 | Order Generated |
Leider zu spät; am 16.02. war da niemand mehr; ich hoffe, der Lieferdienst versucht’s am Montag noch mal … Ein zweites, einen Tag vorher von einem anderen Händler mit einem anderen Dienst (Royal Mail, IIRC; hab leider keine Tracking-Daten) an jene Adresse versandtes Paket konnte ich am Mittwoch abend persönlich in Empfang nehmen … denn es war nur 2 Tage unterwegs.
Daß es auch anders geht, zeigt ein weiterer Fang:
Your item, posted on 17/02/11 with reference RJ…GB has been passed to the overseas postal service for delivery in GERMANY.
Donnerstag zur Post gebracht, Freitag schon auf dem Weg nach D — tja, mit Royal Mail kein Problem …
Langsam macht die Strecke wieder Spaß …
Böses, böses Internet …
fscking cold :-(
Entertain vs VDR
Nachdem, bedingt durch den (geschenkten) neuen Receiver, ich mich grade wieder mehr mit Entertain auseinandersetze, habe ich mal kurz niedergeschrieben, was aus meiner Sicht die Vor- und Nachteile der »Personal-Video-Disk-Recorder«-Lösungen VDR – in Form der fertigen yaVDR-Distribution – und Entertain von der Deutschen Telekom sind. Kommentare erwünscht ;)
| Feature/th> | yaVDR | Entertain |
|---|---|---|
| FreeTV/th> | ja (DVB-C/S/T oder IPTV) | ja (Basisprodukt) |
| PayTV/th> | jain; technisch ja, oft anbieterseits nicht erlaubt | ja, eingeschränkt (derzeit kein HD+ und Sky) |
| Programmierung per Web-Frontend | ja (vdr-live) | ja (Webseite der Telekom) |
| Video on Demand | nein (AFAIK) | ja (videoload) |
| Wiedergabe vom Medienserver (LAN) | möglich | derzeit nicht möglich |
| Wiedergabe von DVD/BD | jein (sofern Laufwerk vorh. und legal nur unverschl. Medien) | nein |
| Aufnahmekapazität | mit NFS/SMB: unbegrenzt, sonst: lokale Platte | abh. von Platte des Receivers |
| Archivierung/ext. Speicherung von Aufnahmen | ja | nein |
| Timeshift/Schnitt | ja/ja | ja/nein |
| Aufnahmeordner z. B. für Serien | ja | nein (AFAIK) |
| Suchtimer, z. B. alle »tagesschau« | möglich (1 Sender, alle Sender, Sender von X bis Y) | möglich (nur 1 Sender) |
| Eigene Programmreihenfolge | ja, per OSD | ja, per OSD |
| Anforderung ans LAN | keine | Multicast (IGMP V3) von DSL-Router bis Media-Receiver |
| Kosten Receiver mit >= 250 GB HDD | ca. 400 EUR (Acer Nettop plus 2x DVB-S2) | ca. 300 EUR (MR303 als Kauf; zur Miete: ca. 5,–/Monat) |
| Kosten TV-Empfang | DVB-S/T: frei, DVB-C: abh. v. Kabelanbieter | 10,– monatlich zzgl. zum Telekom-DSL-Anschluß |
| Weitere Möglichkeiten neben reinem Fernsehen |
|
|
Gut, der Vergleich hinkt evtl. etwas; für die Fernbedienung eines VDR wird’s dann ggf. nämlich haarig, wenn man auch Browsing/YouTube nutzen will. Derzeit bietet yaVDR keine Onscreen-Tastatur, d. h. Eingaben für Firefox & Co. sind »irgendwie« über eine Tastatur und die Mauszeigersteuerung muß ebenfalls über einen (drahtlosne) Mausersatz erfolgen. (Bei mir ist es die Linkx4Media-IR-Tastatur samt USB-Empfänger; ein BT-Keyboard würde es genauso tun, und zur Masusteuerung könnte man eine Wii-FB nehmen …)
Andererseits stört kein Multicast-Verkehr das heimische LAN. Hintergrund: als ich Entertain in Betrieb nahm, der Router steht im Keller, flogen mir meine WLAN-Accesspoints um die Ohren, da sie mit dem Multicast-Traffic nicht klarkamen (MC ist auf IIRC 2 MBit/sec bei 802.11g begrenzt; ein Entertain-Kanal hat mindestens 4 MBit/sec, ARD HD kanpp 9). Lösung für mich waren VLAN-fähige Switche und eine Netzumbau, sodaß Entertain nun ein einem eigenen VLAN läuft.







