WestEins: Zweitverwertung2.0?

Die gute alte WAZ-Gruppe springt nun auch auf den Web2.0-Hype auf.

Hier entsteht unter dem Arbeitstitel WestEins das neue Online-Portal der WAZ Mediengruppe. www.westeins.de soll den Menschen in der Region eine virtuelle Heimat bieten. Über den Einstieg in das Projekt, das voraussichtlich im Frühjahr 2007 online gehen soll, informiert die Westdeutsche Allgemeine Zeitung in dem Bericht “Eine aufregende Zeit”.

 
Whow, eine »virtuelle Heimat«, also Portal und lebenslange eMail-Adresse? (Vorzugsweise lebenslänger als die 5 Jahre, die die Deutsche Post darunter verstand.) Virtuelle Marktplätze und Flohmärkte (gar in Kooperation mit eBay)?
Die aufregende Seite führt aus:

Dafür gibt es drei Bereiche – die klassischen Inhalte aus der gedruckten Zeitung, Angebote der Online-Redaktion und Beiträge der Bürgerjournalisten.
Die Nutzer erhalten Informationen – harte, stets topaktuelle Fakten vor allem aus dem Lokalen und Regionalen -, Fotostrecken, Audio- und Video-Nachrichten sowie Serviceangebote und Veranstaltungstipps. Ebenso wird das Portal Diskussionsplattform – sämtliche Artikel werden kommentierbar sein -, Treffpunkt und Platz für Bürgerjournalisten sein.

 
Hmm. Doch nur Zweitverwertungsplattform2.0? Man wird sehen.
Mehr dazu auch bei fimpern.de, inkl. Details über die neue ChefBloggerin der WAZ und ihre Probleme mit ihrem Audi TT.

Die Demontage des Ehssan Dariani, Studivz

Heute morgen war ich unsicher. Unsicher, was ich von Peter Turis Blogeintrag über Ehssan Darianis – nicht unwidersprochenen (siehe auch Kommentare bei YouTube, z. B.: »Wer zum Henker filmt denn eine gernevte, bekiffte Frau aufm Klo?«) – Filmgewohnheiten halten sollte.

Gucken: Ehssan Dariani, in Deutschland weltberühmter Gründer von www.StudiVZ.net, und sein Schlag bei blonden Frauen (oder: wie akquiriert ein Gründer 500.000, pardon: 900.000 Mitglieder(innen).
Mehr vom GröGaZ (größter Gründer aller Zeiten): Hier.

 
Nun gut, die dicksten Freunde sind sie nicht …

Ehssan Dariani [Besucher]
http://www.studiVZ.net
28.10.06 @ 00:35
Hallo, hier ist Ehssan vom studiVZ. Dein Artikel in der WiWo strotzt vor falschen Tatsachen, die bestenfalls als spekulative Gerüchte zu qualifizieren sind. Der ganze Artikel, begonnen mit der Titelseite (“Wer wird Milliardär?”) ist eine reisserische Aufbauschung, die der Art der Boulevardpresse im nichts nachsteht. Leider hast du es trotz meines AB-Textes nicht geschafft, dich bei mir/uns einmal zu melden und für die erfundenen Zahlen und Aussagen zu entschuldigen.
Alle wesentlichen Infos zu den tatsächlichen Begebenheiten finden sich in meinem studiVZ Blog (www.studiVZ.net/blog). Der Grund, weshalb ich (noch) keine Gegendarstellung angestrengt habe, ist schlicht, aus Effizienzgründen. […]
Genervt und undiplomatisch,
Ehssan.

PeterTuri PeterTuri pro
http://www.turi2.de
28.10.06 @ 06:11
Hallo Ehssan,
ist schon okay, wenn Du genervt bist, und Startups müssen auch keine Karriere als Diplomaten durchlaufen haben. Aber es wäre schon schön, wenn Du konkret sagen würdest, was genau an MEINEM Artikel […] nicht korrekt ist.
Gruß,
Peter.

Andreas Dittes [Besucher]
http://dittes.info/blog/
28.10.06 @ 19:22
es geht wohl unter anderem um den satz “Über 10 Millionen Euro”. dass holtzbrink investiert hat steht ausser frage,

 

 

 
…, aber trotzdem, Turis Eintrag war auf den ersten Blick schon eine direkte, persönliche Attacke.
Auf den ersten Blick.
Denn, wie, nicht nur, es *Björnstar schreibt (»Ehssan Dariani hat hat die studenten community studivz.net gegründet. ein mensch aus berlin. plötzlich entdeckt man ihn im netz und vor allem, wie er sich gegenüber damen und menschen gebärdet. mehr als peinlich.«), ist einerseits Ehssan ein Mensch mit einem Faible für »Was ist Deine Botschaft?«- Videointerviews (in Ehssans Bereich auf DuRöhreYouTube, vgl. Eis essen und philosophieren, eis (frau) macht glücklich, skinhead (?) teil 1) – so what, jedem sein Hobby; andere züchten eben Vogelspinnen oder blogen –, andererseits aber eben auch Gründer, (Mit-)Besitzer und Aushängeschild von Studivz. Und in dieser Funktion hat er diese Videos über studivz.de/blog verbreitet. Insofern darf man durchaus dieses Verhalten – rechtlich meines laienhaften Verständnisses nach für alle seine »Interviews« nur dann unproblematisch, sofern Ehssan jeweils die Einwilligung zur Veröffentlichung hatte – in Verbindung zu Studivz setzen und insbesondere auch zum reichhaltigen Datenbestand der Community namens Studivz, »die eigentlich darauf ausgelegt [ist] möglichst detaillierte Userprofile der Nutzer anzulegen, um diese dann gewinnbringend zu verschachern oder zielgruppengerechte Werbung zu schalten…« bringen.
Randnotiz: das Video aus der S-Bahn stammt initial von Kolja Hebenstreit (vgl. Googles Cache (s. rechts)), verlinkt vor wenigen Tagen u. a. auf dieser Seite mit diesem Link.
Mittlerweile wurde das fragliche Video, lt. YouTube (s. links) von Kolja Hebenstreit, gelöscht. Die aktuell erreichbare Fassung wurde wohl vom Melder des BOOs neu eingestellt — über die rechtlichen und moralischen Implikationen mag sich jeder seine Meinung bilden …
Anders als Robert Basic denke ich daher, daß diese Videogeschichte schon relevant ist für die persönliche Bewertung des Angebotes, welches die Firma Studivz Ltd. mit ihren in Schlüsselpositionen weiterhin agierenden Gründern, u. a. eben Möchtegern-Raab Ehssan Dariani, den Nutzern unter studivz.de bzw. den schon gestarteten Ablegern http://www.studiqg.fr/, http://www.studentix.pl/, http://www.studiln.it/ und http://www.estudiln.es/ anbietet.
Es geht eben grade nicht darum, wie Robert schreibt, »sich nunmehr statt über das Unternehmen und deren Gründer […] über die Menschen dahinter lustig« zu machen; das zugegebene Domaingrabbing oder auch die aktuell kontrovers diskutierten Videos haben nicht im luftleeren Raum agierende Privatleute gemacht und zu verantworten, es sind Vorzeigegründer, die ein Kommunikationsportal für Millionen(!) von Menschen (gewünscht: Studierende) betreiben (naja, wohl mal betreiben wollen – auch das französische Portal blogt von Serverproblemen: »Wir sind momentan Lebhaftigkeit, von Host zu wechseln, um eine dieses Namens würdige Kapazität zu haben! Deshalb vielleicht die langsame Seite, das heißt zu bestimmten Zeitpunkten des Tages oder ausnahmsweise schlägt sich eine Mitteilung Sie ankündigende der Wartungsarbeiten an. Versetzen nicht in Panik! Wenn dies der Fall ist, auf Seite 5 oder 10 Minuten umdreht später.« (Translation by Google)); ganz offensichtlich sind sie aber nicht in der Lage, die Reichweite Ihres Tuns als Geschäftsleute zu überblicken, wie soll das dann erst mit der Verantwortung für die avisierten Millionen von Nutzern (und deren, dem Unternehmen Studivz Ltd. anvertrauten, persönlichen Daten) sein?
Ich stimme Robert zu, wenn er anmerkt:

Unreife und mangelndes Verantwortungsgefühl drücken sich nicht in selbstgedrehten Videos aus. Sie äußern sich darin, wie man mit unglaublich detailierten Userprofilen umgehen wird.

 
Schön, aber was können wir, was die Nutzer dieses bislang kostenlosen Dienstes, diesbezüglich erwarten? Ich verweise nochmals auf das gruenderszene.de-Interview mit Matthias Ehrlich (United Internet) und stelle die mir per Mail gestellte Frage:

Eins versteh ich […] aber ganz und gar nicht: Wenn [sie] augenscheinlich so große Hard- und Softwareprobs haben, wieso starten sie dann in diesen Zeiten auf andere internationale Märkten das StudiVZ á la StudiVZ France oder Polska oder was auch immer?? Ich denke soviel verstehe ich von Hardware Performance: Die Probleme werden doch wohl nicht kleiner bei noch mehr Verzeichnissen. Auch wenn diese Ableger einen eigenen Server oder sonstiges bekommen verstehe ich die Geschichte nicht. Diese Server könnte man doch für das deutsche Wurstverzeichnis benutzen, oder?

 
Machen kann man vieles; siehe besagtes Interview, was ist das Ziel der Unternehmensgründung? Schnell Kasse machen oder etwas langfristiges aufbauen?
Letzteres ist sowas von Prä-1.0, man könnte es schon fast Old-Economy nennen. Aber bei letzterem plante ich zumindest deutlich anders als beim Push-Up-and-Sell-2.0-Ansatz. Und da, wie auch schon verschiedentlich dargelegt, Studivz ein massives Softwareproblem hat, welches sie seit Wochen nicht in den Griff bekommen, sollte sich jeder die Frage stellen, warum man mit Frankreich, Polen, Italen und Spanien, die auf der gleichen Software aufsetzen werden (seien es getrennte Server und Datenbanken oder auch nicht — die problematische Codebasis wird sinnvollerweise für jedes Länderportal verwendet werden, mit allen Vor- und Nachteilen, die das mitbringt), neue Baustellen aufreißt.
Wirklich Sinn macht das nur, wenn man, statt das Portal ans fliegen zu kriegen, primär auf die von Investoren ausgegebene Meßlatte von 25% Rendite auf die Investition in das Unternehmen Studivz Ltd. abstellt:

Dem Studiverzeichnis bleibt auch immer die Hoffnung auf Übernahme durch ein zahlungskräftiges Großunternehmen. Der YouTube-Kauf durch Google nährt solche Träume.

 
Siehe dazu auch Don Alphonso im KASI-BLOG:

Sorry, aber das ist falsch. 5.000 Euro kamen von Lukasz und weitere 5.000 Euro von einem anderen Spreadshirt-Mann. Die Samwers beteiligen sich nicht unter 500.000 Euro. Chronologisch war es höchstwahrscheinlich so: […] Formaler Start war in Deutschland der Eintrag ins Handelsregister […]. Noch davor stiegen die Samwers ein, soweit ich weiss ist der hauptbetreuer Marc Samwer, und das Geld hat bislang gereicht. Im August hatten sie 25 Mitarbeiter und seitdem eine Burn Rate von mutmasslich zwischen 60 und 100.000 Euro im Monat.
Dass StudiVZ nicht offen kommuniziert, dass sie bis zum Einstieg von Holtzbrinck durch die Samwers finanziert wurden, ist selbstverständlich – das hätte der Legende von den Studenten Abbruch getan. […] Mindestzielgrösse der Marktkapitalisierung für einen Samwereinstig sind 100 Millionen Euro.

 
Wozu die (zu) freizügige Preisgabe persönlicher Informationen im GoogleInformationszeitalter führen kann, habe ich seinerzeit in der Orientierungseinheit gelernt — es läßt sich aber sehr schön auch an Ehssan Dariani zeigen:
In seinem Profil in Studivz sagt über sich u. a. »volksnah. ewiggestriger. schwarzmaler.«, »Politische Richtung: liberal«, unter »Bisherige Karriere« steht: »Seit einem Putschversuch im Exil und bemueht etwas Sinnvolles zu machen«.
Er ist unter anderem Gründer der Studivz-Gruppe »02 – Nein, danke!« (»Ich hatte schon mal eine Handy-Nr. von BASE/eplus (aktuell), easymobil, simyo, ja sogar eine überteuerte von T-Mobile. Ich möchte jedoch kein Handy, nie einen Vertrag, mit 02 oder angeschlossenen Organisationen, die sie in Spanien gekauft haben.« »1000 Gründe gesucht: Schlechte Erfahrung mit 02 gemacht? Dann teile bitte deine Erfahrugen mit deinen Kommilitonen. Wir leiden gemeinsam!«) und gibt als »Homepage« der Gruppe http://www.studivz.net/blog/?p=54 an.
Weitere in diesem Zusammenhang interessante Gruppen: »Freunde von jüdischer Kultur und Israel«, »No Racism«. An seiner Studivz-Pinnwand finden sich neben Fragen zu Studivz und Freundschaftseinladungen auch folgende »gelbe Zettel«:

Daten entfernt schrieb
am 05.11.2006 um 16:27 Uhr
http://www.youtube.com/watch?v=O_rLaG2iXFk
sehr armselig das zu filmen und hochzuladen.
[ Nachricht ]
Daten entfernt schrieb
am 04.11.2006 um 21:37 Uhr
wie zur hölle kann man als iraner “Freunde
von jüdischer Kultur und Israel” sein????
[ Nachricht ]

 
Da sich zu diesem Zeitpunkt die Site zerlegt hat (irgendwie sind die CSS-Stylesheets abhanden gekommen und es gibt mir unverständliche Fehlermeldungen, …

Soyez les précurseurs du chalouillage dans l´hexagone!
Invite toutes tes connaissances francaises à rejoindre le site!
www.studiQG.fr

 
… suche ich auf Google weiter:
Fundstück Nummer eins: http://www.dariani.de/, eine eher leere Päsenz (»Für Herrenkultur: Herrenpflege«), das wird die Domain sein, unter der seine letzte Unternehmung Schiffbruch erlitt. Spannenderweise ist die Domain eingetragen auf »Niemann & Gadowski GbR« mit Adresse »Kaethe-Kollwitz-Str. 15, D-04109 Leipzig« (Adresse merken, wird noch gebraucht).
Fundstück Nummer zwei: http://dariani.blog.de/, mit »Das ist der Text meines ersten Blogs.«, »Mitglied seit: 31.05.05 | Letzter Login: 28.05.06«. Nichts weltbewegendes drin in den drei Artikeln, trotz des Titels »Weltenordnung«.
Fundstück Nummer drei: Der SPIEGEL-Artikel …
Fundstück Nummer vier: Aus dem aktuellen WirtschaftsBlatt, wonach am 29.10.2006 Studivz »mehr als 50 Mitarbeiter« beschäftigte.
Fundstück Nummer fünf: MSNBC Bericht über Dariani.
Fundstück Nummer sechs: »Im Übrigen ist einer der Gründer, Ehssan Dariani, ziemlich rechts. Leitet unter anderem auch das “Projekt” voelkischerbeobachter.de – soviel zu dem Thema.« Oh? In der Tat sind die Domains voelkischerbeobachter.de als auch voelkischer- beobachter.de auf eine »mencentric.de« in »Kaethe-Kollwitz-Strasse 15, 04109 Leipzig« eingetragen (Nachprüfbar über whois). Huch? Jetzt wäre mal spannend zu wissen, was die Kaethe-Kollwitz-Strasse 15, 04109 Leipzig denn ist; bei Google konnte zumindest gefunden werden, daß es dort eine WG gibt.
Wikipedia zum Völkischen Beobachter:

Der Völkische Beobachter war seit 1920 das publizistische Parteiorgan der NSDAP. Die Zeitung erschien zunächst wöchentlich, ab dem 8. Februar 1923 täglich im Franz-Eher-Verlag. Sie wurde reichsweit vertrieben.
Das „Kampforgan der nationalsozialistischen Bewegung Großdeutschlands“ ging aus dem Vorstadtblatt Münchner Beobachter hervor, das 1918 in den Besitz der Thule-Gesellschaft überging, nachdem am 22. Juni 1918 der bisherige Verleger Franz Eher gestorben war.

 
Content liegt scheinbar keiner auf voelkischerbeobachter.de; voelkischer-beobachter.de hingegen liefert von einem Server aus den USA die Homepage von www.titanic-magazin.de, einem eher linken Blatt.
Irgendwie wäre es nett, wenn Ehssan auch dieses mal erklären würde; wenngleich es seine private Spielwiese sein mag, es wirkt … sonderbar.
Auch die “02”-Gruppe samt Beschreibung zeugt nicht grade von Fingerspitzengefühl; ein Interesse an einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern sieht für mich anders aus.
Irgendwie habe ich das Gefühl, daß das noch nicht alle war zum Thema Dariani/Studivz …

Replik von Studivz

Hmmtja, Ehssan blogt wieder:

Offenbar sind meine Formulierungen und flotten Sprüche in letzter Zeit der Nährboden für allerlei Missverständnisse…

 
Also, »Mißverständnisse« würde ich es nicht nennen; der Zensur-Vorwurf ist alles andere als entkräftet, die einzig logische Konsequenz, wenn das Studivz-Blog als Blog auch betrieben werden soll, wäre die nachgelagerte Entfernung von Einträgen aufgrund von rechtlichen Notwendigkeiten. Rein willkürliches Unterdrücken von Beiträgen findet keine Gegenliebe.

Nun, ich folgere überrascht, dass dieser Blog mittlerweile nicht nur beliebter ist als gedacht,

 
Auch dieser Interpretation würde ich eine Alternative entgegen stellen wollen: das offizielle Blog der Firma Studivz Ltd. hat es aufgrund vom von Ehssan angezettelten, Studivz-einseitigen öffentlichen Waschen vermeintlich schmutziger Vertragswäsche, gepaart mit als unpassend empfundenen Verhalten, flambiert durch das nachgewiesene extensive Domaingrabbing von Domains der Konkurrenz, in den Wahrnehmungshorizont Klein Blogistans geschafft. Dort tritt man augenscheinlich besser leise und gefühlvoll auf, sprödes Beleidigtsein oder gar arrogantes Rumgezicke ruft sofort die Blogger auf den Informationsbeschaffungsplan.

sondern auch, dass die Leute zu gerne hier Kommentare hinterlassen würden. Mir fehlt leider die Zeit, um alles zu moderieren;

 
Andere Firmen stellen einfach fähige Leute ein … Was Ehssan offensichtlich noch nicht verinnerlicht hat: als Schreiber auf dem Studivz-Blog ist es nicht mehr der Student Ehssan Darini, der privat blogt und der auf Parties Frauen auf dem WC videointerviewt oder einhändig filmend ein zweites Eis erbittet. Es ist der Unternehmer Dariani, der beim Bloggen für’s VZ Geschäftspartner und Journalisten in den Schmutz zieht, das Domaingrabbing von Konkurrenzdomins lt. Michael Brehm mitzuverantworten hat und nicht zuletzt durchaus aktiv in den Medien dafür gesorgt hat, daß man Studivz kennt. Wieso er sich dabei wundert, daß »bis vor kurzem […] sich keiner für meine Meinung interessiert [hat] und jetzt habe ich das Gefühl, dass ich mal dringend ein Nachhilfeseminar in Diplomatie im Auswärtigen Amt besuchen sollte…«, ist für mich nicht ganz nachvollziehbar.

wie neulich gepostet. Und: Ich verstehe dieses Blog primär als ein “Newssystem”, um die Studis auf dem Laufenden zu halten über technische Hintergründe und anderen Themen.

 
Dafür eignet sich – da keine Kommentare erwünscht sind –, welche Software?

Im studiVZ gibt es die Möglichkeit freie Gruppen zu bilden (es gibt schon viele von Bloggern), und in diesen sich auszutauschen, jeden (z.B. diesen Autor) und alles (z.B. diesen Beitrag) zu kritisieren oder zu loben und grenzenlos zu spekulieren! Das alles ohne, dass ich täglich zig Kommenatre lesen und dann moderieren müsste: Freiheit!

 
Öffentliche Kritik bleibt also unerwünscht? Nun gut, wie man seine Kundschaft informiert, muß jeder selbst wissen; mein Verständnis eines Blogs kollidiert allerdings mit derlei Anwandlungen. Wo nur eine Einbahnstraßenkommunikation gewünscht ist, sollte nicht ein bidirektionales Tool gewählt und nur wohlwollende Antworten darin freigeschaltet werden. Aber das ist nur meine unbedeutende Meinung …

Zeit für ein weiteres Feature des pennerVZ.de

Es hat den Anschein, als ob die Truppe um Giselher Jacob Ernst mache und tatsächlich zum Angriff2.0 auf die etablierten Verzeichnisse und Communities blase.
Nachdem die Verhandlungen mit der Bundesregierenden offensichtlich, zumindest nach Angaben des pennerVZ, als gescheitert anzusehen sind, beginnt man aktiv, die Erfahrungen aus den USA mit sog. viralem Marketing auf den deutschen Markt zu adaptieren, konkret durch diskretes Productplacement im Kommentaraum verschiedener Blogs (u. a. auch BasicThinking.
Ganz im Trend der Zeit wird das noch zu schreibende Buch Rudi Ratzkes schon mal angekündigt, auch hier ist wieder die grünlich-elegante Schlichtheit des Designs auffällig, welche sich ja auch durch das eigentliche pennerVZ zieht und für designerischer Klarheit sorgt.
Wo Licht ist, ist leider zwangsläufig auch Schatten — auch das pennerVZ leidet mittlerweile unter selbst verursachten Serverproblemen!
Allerdings hängt man hier aus naheliegenden Gründen keine »Käffchen«-Seite raus — und selbst die schon fast obligatorischen Schuldzuweisungen an den Hoster ähnlicher Portale vermißt man eigentlich nicht.
Weiterso, Rudi und Giselher!

Sturm im Wasserglas oder die perfekte Welle?

Die Blog-Titel klingen groß: »StudiVZ im Blogsturm« und »StudiVZ unter Feuer«, sogar zu ‘nem BOO hat es Studivz heute geschafft. Verdient? Naja. Hat eine Site, die lt. Nutzerberichten mehr off- denn online ist, den »Online Star« verdient? Wahrscheinlich, denn die Nutzer stimmten dabei ab, und Nutzer hat Studivz wohl ein paar hunderdtauschend, auch wenn man eigentlich mit dem Überschreiten der Millionengrenze noch im Oktober mal rechnete.
Was ist der Auslöser dieses lauen Lüftchens in Klein Blogistan? Neid, Mißgunst? Fehltritte der ach-so-smart dargestellten zwei (plus Nachzügler) Gründer?
Wahrscheinlich von allem ein bißchen; Selbstbeweihräucherung und Fingerpointing geht einigen (bloggenden) Zeitgenossen auf den Zeiger, die gute Blog-Infrastruktur mit track- und pingbacks, RSS-Feeds und einer minutenaktuellen Blogdurchsuchmaschine sorgt für schnelle Verbreitung an Interessierte: »bad news travel fast«.
Die Technik jedenfalls hat Studivz noch immer nicht im Griff:

Irgendwie scheint da so einiges nicht zu klappen. So bekomme ich auch E-Mails, die mir sagen, dass ich mir selbst Nachrichten geschickt hätte, obwohl sie erfolgreich bei anderen angekommen sind.
Von den Performance-Problemen und sporadischen Ausfällen mal ganz zu schweigen. Hoffentlich ergeht es den Jungs nicht so wie Friendster, wo technische Probleme dazu führen, dass ein Großteil der Community zur Konkurrenz abgewandert ist.

 
Augenscheinlich scheint man sich aber die zahlreiche Kritik an der zuletzt praktizierten Einbahnkommunikation zu Herzen genommen zu haben, jedenfalls schweigt seit Ende Oktober das Studivz-Blog hartnäckig.
Einen relativ neutralen Artikel findet man im Ich doof! Du klug! Weblog; aber Fakten interessieren vielleicht schon länger nicht mehr …
Sehr lesenswert erscheint ein Artikel bei www.connectedmarketing.de zum Thema, wie Studivz zu seinen exorbitanten Nutzerzahlen gekommen ist. Vielleicht auch für den einen oder anderen Gründer-in-spe von Interesse ;) Kirtisch hinterfragt wird die aktuelle Blubble2.0 auf blog.nugg.ad:

Mich amüsiert und beunruhigt gleichermaßen, dass nach fünf Jahren Eiszeit wieder en masse Geschäftsideen ohne verlässliche Erlösmodelle aufblühen, die sich aber dennoch offensichtlich nicht über einen Mangel an medialem Hype und auch handfesten Investments beklagen müssen. Nichts gelernt aus Bubble1.0?

 
Tcha. Wir werden es abwarten müssen.
In der Zwischenzeit könnte man ja sich auch die Konkurrenz des viralen VZ ansehen, da gab es wohl auch schon das eine oder andere unschöne Ding ;)

Verkauf von Studivz?

Philipp Klöckner bittet darum, daß jemand »endlich« Studivz kaufe, dieser jemand »fange damit etwas Vernünftiges an«, so der Wunsch.
In dem Zusammenhang ist vielleicht das Interview mit Matthias Ehrlich (United Internet) interessant, er sagt dort u. a. zum Thema Unternehmensgründungen:

“Zweite Frage ist: Was will ich damit? Will ich das in einem Jahr hochjazzen […] und dann verkaufen? Oder will ich langfrsitige Systeme bauen? Wenn ich das hochjzzen will, dann muß ich den schnellen Erfolg suchen und dann auf der Höhe der Hype-Welle aussteigen, es verkaufen.”

 
Generell höhrenswert, das Interview. In welche Kategorie Studivz fällt, dazu mag sich jeder anhand des aktuellen Rummels in Klein Blogistan selbst eine Meinung bilden …

Unfähige Hoster — was ist dran an der Geschichte?

Nachdem die Sache mit den Konkurrenzdomains, trotz des Versuchs, das harmlos dastehen zu lassen eher ein schlechtes Licht auf die Domaingrabber-WGStudivz-Gründer wirft, möchte ich nochmal die Aussagen bzgl. des angeblich unfähigen Hosters hinterfragen — auch wenn Hoster-Probleme bei Startups scheinbar (samt der wenig hilfreichen, da einseitigen, Darstellung im Blog) mittlerweile die Regel sind. Hitflip:

Fakt ist, dass wir bereits vor 4 Wochen angefangen haben neue Server bei HostEurope zu bestellen. Bisher wurde noch kein einziger geliefert. Der erste Server, bestellt am 09.10, sollte am 19.10 bereitgestellt werden (neuer Termin: 07.11). Die anderen, die wir am 16.10 bestellt haben, brauchen wohl auch noch bis Mitte November. Auf der Homepage wird zwar eine Express-Bereitstellung angeboten, HostEurope kann diese derzeit aber nicht liefern. Leider können wir derzeit auch nicht in ein eigenes Rack umziehen, um eigene Server unterzustellen, da auch diese seitens HostEurope derzeit nicht lieferbar sind.

 
»Auf der Homepage« habe ich grade keine »Express-Bereitstellung« gefunden (nur Express-Service); hilfreich zur Bewertung wäre also zu wissen, welche Maschinenklasse nicht wie gewünscht bereitgestellt wird seitens des Hosters.
Fehlender Rackspace ist natürlich auf den ersten Blick unentschuldbar — auf den zweiten Blick fallen aber durchaus Gründe ein, warum sowas trotz sorgfältiger Planung passieren könnte. Kurzum: auch hier wäre natürlich ein Statement des Hosters schön, wo er seine Sicht schildern kann.
Eine plausibel scheinende Erklärung scheint dieser Forumsbeitrag zu bringen:

Lieferprobleme bei HostEurope?
23.09.2006, 08:28
Gibt es eigentlich noch andere die bei HostEurope seit über 3 Wochen auf die Bereitstellung neuer Dual-Xeon-Systeme warten?
Eine einzige Liste an angeblichen/tatsächlichen Problemen: erst kann/will Dell nicht liefern, dann passt es nicht mit dem Linux-Kernel und jetzt Probleme bei der Stromversorgung.

 

AW: Lieferprobleme bei HostEurope?
23.09.2006, 15:08
Entweder man wartet paar Std. bis 1 – 2 Werktage auf seinen Server oder es dauert verdammt lange :-)
HostEurope, scheint es so zu machen das die erstmal eine Stange von Servern in Racks stellen und dann nur noch installieren und an die Kunden weitergeben. Daher vermute ich mal das HE momentan keine Server zur Verfügung haben. Und dann kommt noch das Dell in Allgemeinen lange Lieferzeiten haben.
Ich denke, dass du mit Sicherheit bis 6 – 8 Wochen warten musst :)

 

AW: Lieferprobleme bei HostEurope?
24.09.2006, 09:35
Danke für die Antwort – auch wenn sie mich nicht wirklich begeistern kann :(

 
Hmm, wenn das stimmt, würde das ggf. beide Probleme von hitfllip erklären — und hitflip müßte sich fragen lassen, welche SLA sie eingekauft haben. Gegen Einwurf kleiner Münzen sollte, bei variabler Definition von »klein«, eigentlich jeder Dienstleister willens und fähig sein, dedizierte Vorratshaltung zu betreiben.
Was aber war bei Studivz los?
In einem der letzten Blogeinträge dazu heißt es:

Die Software von Dennis entstand im November letzten Jahres und wurde inkrementel weiterentwickelt. Es war auf einige Hundert oder Tausend Nutzer Pro Tag ausgelegt. […] Die Optimierung kann jedoch noch Tage bis einige Wochen beanspruchen. Wir bitten dies zu berücksichtigen.
[…] Nun liegt es zu einem grossen Teil an uns, die Applikation schlank und rank zu bekommen. Eine Arbeit, die Tage oder gar Wochen beanspruchen kann und nicht von heute auf morgen geht.

 
Dazu paßt der Eintrag vom 11.08.2006:

StudiVZ hingegen hat derzeit Probleme mit der Skalierung: die Server sind vom Ansturm überlastet. Das sollte sich in den nächsten Tagen aber auflösen, da meines Wissens neue Server schon bereitstehen und derzeit konfiguriert und getestet werden. Siehe auch Startseite von StudiVZ: “Endlich, die neuen Server sind da! Wenn wir übers Wochenende durchmachen ist nächste Woche alles fertig und die Seite ist und bleibt so schnell wie früher!”

 
(In dem Zusammenhang: Schade, daß in spekulativen Blogeinträgen von einem »Angel und Mitgründer« Studivzs nicht auf diese Verbindung hingewiesen wurde. Naja, kann passieren.)
Entweder hat man das Durchmachen vergessen oder die Ursache ist doch mehr ein strukturelles Problem der Software; selbst nach der Lieferung neuer Server im August gab es ja keine nachhaltige Besserung, wie jeder auch im Blog nachlesen kann. Inwiefern es tatsächliche Nichteinhaltungen von Zusagen gab, kann von hier nicht gesagt werden; aber daß die Software ein massives Problem mit dem Wachtum von Studivz hat, das wurde nach langem nebelbombenwerfen in alle Richtungen endlich klar gesagt.
Viel Lärm um nichts also?

»SCHMOOGLE«: Harald Schmidt besucht das Web2.0

Toll, nun gucke ich schon nicht mehr den greisen lauten Mann — bei »Schmidteinander« fand’ ich ihn noch gut, aber damals waren wir alle noch jünger —, da sprint er mich in der Blog-Welt an: Der Ice Blog berichtet drüber, SEO und andere: unter dem Motto »Schmoogle – Der Irre kauft alles.« gibt’s ‘ne Webpage. Vom Schmidt, wie’s aussieht.
Toll. Toller. Am tollsten aber:

Der Name indes ist so gut nicht gewählt, die Domain gibt es nämlich bereits seit geraumer Zeit – von einem SEO.

 
Damit wird’s schon fast wieder lustig ;)