Also, eigentlich kann ich mich nicht beklagen.
Heute habe ich erste Wanderungen mit Kismet im Rücken unternommen — leider gab’s wohl in wichtigen Momenten (WLAN-Pakete empfangen) GPS-Aussetzer, die GPSmap ist hinsichtlich der APs nur für den Campingplatz umfangreich. Ralf hat mich mit den Koordinaten eines verifizierten FON-APs versorgt — leider ist der etliche km in Richtung Stadt. Mal sehen, wie das hier weiter geht mit Access ;)
Das große Bild zeigt übrigens den Blick, den ich auch jetzt noch hätte — nur bräuchte ich derzeit halt ein Nachsichtgerät und die Farben wären dennoch nicht so brilliant ;) Dafür rauscht das Meer grade um so intensiver … Das kleine Bild zeigt die renaturierte, für diese Gegend obligatorisch in Küstennähe verlaufende Bahntrasse.
Wie ich weiterhin erfahren habe, hat’s in Gütersloh wieder Katzen und Hunde geregnet
[Edit: früher wurde hier Flash-basiert ein Video angezeigt …]
— ich konnte hier an der italienischen Riviera nur dem Wind beim Blasen der Wolken aufs Festland zusehen:
[Edit: früher wurde hier Flash-basiert ein Video angezeigt …]
Und grade (01:20) kam der Nachtwächter auf seiner Runde rum – ich sitze nach wie vor in kurzer Hose und T-Shirt bei einem Birra Moretti vorm Zelt – und wünschte mir »Bona Notte« ;) Das gebe ich gerne weiter — in diesem Sinne also: a guat’s Nächtli!
Schöne Aussicht, aber Datentrampelpfad
Nach näher Nutzung erweist sich das WLAN hier als nicht annähernd adäquat angebunden, über 8 KByte/sec im Download konnte ich nicht rauskitzeln, da bei 8 KByte/sec auch der Upload am Ende ist, tippe ich mal auf eine FastWeb-ISDN-Anbindung. Dies wird geplante Flash-Upload u. dgl. leider massiv erschweren — und FON ist leider nun überhaupt keine Hilfe: FON-technisch scheint die Gegend hier
vollkommen unerschlossen :(
Scheint also so, als müßte ich mich auf’s Text-Zwitschern verlegen und multimediale erst einmal auf Eis legen — und natürlich Land und Leute kennenlernen.
Schade eigentlich, multiple Accesspoints decken das Gelände recht gut ab — und DIESE Werte lassen mehr erwarten, für 1-2 ISDN-Kanäle hätte es 802.11b getan :(
eth2 IEEE 802.11g ESSID:"CAMPING" Mode:Managed Frequency:2.437 GHz Access Point: 00:18:4D:7B:34:60 Bit Rate:54 Mb/s Tx-Power:15 dBm Retry limit:15 RTS thr:off Fragment thr:off Encryption key:off Power Management:off Link Quality=68/100 Signal level=-64 dBm Noise level=-65 dBm Rx invalid nwid:0 Rx invalid crypt:0 Rx invalid frag:0 Tx excessive retries:0 Invalid misc:8061 Missed beacon:0
Urlaub
Ob das jetzt hier ein Urlaubsblog wird, wird sich zeigen; WLAN-Connectivity auf dem Campingplatz ist zwar cool, aber mit 5 EUR/h nicht wirklich günstig — daher auch nur kurz: Hinfahrt war aufgrund der Länge doch eher streßig, aber dank der gähnend leeren Autobahnen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und, bis auf das letzte Stück vor dem Mittelmeer, auch Italien dennoch verhältnismäßig zügig. (Sofern man bei Gespannen von »zügigen Fahrten« sprechen kann.)
ToDo: erlaubte Geschwindigkeiten ermitteln, um Fahrzeit zu optimieren …
BEN & iTAN
Supa, neue TAN-Liste bekommen, sie enhält nun keine TANs sondern iTANs — und über jede davon wacht eine BEN
.
Scheint mir jetzt für den mobilen Einsatz weniger praktisch, da ich nun die ganze Liste mitschleppen müßte und nicht nur eine Handvoll kodiert aufgeschriebener Nummern …
What’s next. n-te Wurzel aus der TAN ziehen oder den cos(TAN/π)?
_____
Spamhaus' unheiliger Kreuzzug
Erinnert sich noch jemand an ORBS, das Open Relay Blocking System, aus dem nach dem ersten erzwungenen Shutdown unter gleicher Domain das Open Relay Behaviour-modification System wurde? Derzeit komme ich mir vor wie in einer Zeitschleife …
ORBS war seinerzeit einer der populärsten, weit verbreitsten DNSRBL-Dienste des ausklingenden Jahrtausends. Neben von Nutzern gemeldeten Open Relays und Spammschleudern setzte ORBS’ Betreiber zusätzlich auf aktive Probes: ORBS versuchte über Mailserver Mail zu relayen; gelang dies, landete der fragliche Server auf der Blacklist — die auch von vielen größeren bis großen ISPs verwendet wurde und mithin bedeutete ein solcher Eintrag schon ein Problem für den absendenden Mailserver: er wurde von vielen Zielmailservern einfach geblockt, die Mails wurden verzögert oder versackten ggf. ganz.
Alleine dieses aktive Scanning war schon Anlaß für Usenet-Threads – ja, das Medium, wo die Mitteilsamen vor der Erfindung von Blogs sich tummelten –; wobei ich schlimmer fand, daß ORBS Systeme, die sich gegen ORBS’ Testmails wehrten, stumpf mit auf die Liste setzte. Auch mit großen ISPs wurde kurzer Prozeß gemacht.
“Alan Brown created some nice technology – nobody faults him on that point,” says Tom Geller, founder of Suespammers.org, a nonprofit group that lobbies for strict spam legislation. “But he used it in an irresponsible way, invading others’ private networks and using others’ resources against their stated wishes.” He became a living contradiction – a man who, says Geller, “used others’ network resources to prove that it’s wrong to use others’ network resources.”
[…]
“Alan’s problem is that he was so convinced that testing was necessary that he felt that anyone who didn’t want him testing their systems, as often as he wanted to, was somehow just as bad as an actual open relay,” says Peter Seebach, a systems administrator who subscribes to several spam-fighting mailing lists. “This is where I drew the line; without any spam coming through a system, and with the admin’s request that he not test it, he had no business hitting systems over and over again. I don’t see a meaningful distinction between what he did and what script kiddies do with root scripts” that attempt to break into a system.
[…]
“The list wasn’t what it was purported to be,” says Oliver, of San Diego. “If you employ a list called the Open Relay Behavior Modification System to protect your server from spam, you expect that list to block open relays and nothing else. But that isn’t what you got with ORBS. You got open relays blocked as well as anyone who had attracted the personal enmity of Mr. Brown.”Quelle: Salon.com
Einfach mal durchlesen und sacken lassen. Dann fast-forward in die Jetzt-Zeit: Patschehändschen in die Höhe, wer kennt Spammhaus.org und wer nutzt deren RBL(s) in seinem MX?
Spamhaus.org, tendentiell ein positiver Service für das heutige Internet, beginnt derzeit, sich ebenso zu verrennen wir seinerzeit der ORBS-Initiator. In Unkenntnis der diffizielen Rechtsprobleme – oder in Ignoranz deren, siehe e360-Urteil – verlangte Spamhaus von nic.at, der Registry für .at, die Löschung von Domains, bei denen nach Ansicht von Spamhaus.org Subdomains illegal benutzt wurden.
Gut, kannjamalpassieren, wenn man neu im Net… Oh, Spamhaus.org ist ja schon ein paar Monde länger dabei, auch selbst nur knapp dem potentiellen Entzug der Domain entgangen. Da schau her.
Sorry, Folks, aber das alles war keine Ruhmestat. Es war auch nicht annähernd intelligent — selbst »dämlich und hirnrissig« reicht nicht aus, um die Dummheit der Aktion zu beschreiben.
Ich war zuständiger Mailadmin, als sich ORBS die Karten legte durch den immer illegitimen Versuch, die Macht des eigenen Dienstes zur Durchsetzung der eigenen Position zu mißbrauchen: been there, saw that, no T-shirt (alas, that was way before Spreadshirt & Co.).
Prinzipiell ist dies ein ideologischer Streit und damit vor allem für eines gut: IRC-Diskussion mit anderen Kollegen, an einem Konferenzort in Nordeuropa mit Sauna, Kaminfeuer, gutem Whiskey – und Internet ;)
Um das nicht falsch zu verstehen: bis zum Auftreten von Netzscans und den dadurch hervorgerufenen Aktionen und deren Folgen (faktisch falsche Eintragung von gesicherten Relays als “insecure relay”, darunter zentrale Relays von mehreren größeren ISP), hielt ich ORBS für eine zwar tendentiell faschistoide, aber unterstützenswerte Sache.
Mittlerweile sind auf meinen eigenen Rechnern die mühsam gestrickten RBL-Abfragen zumindest für ORBS’ RBL auskommentiert …Quelle: DejaNews-Archiv (now Google News)
Ich denke, daß Spamhaus.org sich dringend aus dem eigenen Elfenbeinturm zurückziehen und mal wieder ein paar Schritte auf Mutter Erde wandeln sollte. Mit »blocken wir doch mal nic.at ein bißchen, dann werden die schon weich« jedenfalls dürfte sich Spamhaus keine Freunde machen. Insbesondere sollten sich keine Unterstützer für diese erpresserische Grundhaltung finden …
Freie Meinungsäußerung schon, aber …
… keine Pressefreiheit. Jedenfalls nicht für Blogger.
Sie könnte einem fast leid tun, die Frau Borchert … Aber was Holthoff-Pförtner auf dem 19. medienforum.nrw da vom Stapel gelassen hat, konnte unwidersprochen nicht bleiben von den Angesprochenen.
Nun gibt’s keinen Widerruf, aber auch kein Dementi — was immerhin die Authentizität der initialen Berichterstattung in einem Blog stärkt. Eine Klarstellung in Form einer Pressemitteilung der WAZ-Medien-Gruppe gab man ab: 
Holthoff-Pförtner betont Recht auf Meinungsfreiheit
ESSEN. 20.06.2007. Den Vorwurf, Bloggern das Recht auf freie Meinungsäußerung abgesprochen zu haben, weist Stephan Holthoff-Pförtner, Bevollmächtigter der Funke-Familien-Gesellschaft, entschieden zurück: „Es geht mir nicht um die Meinungs-, sondern um die Pressefreiheit“, stellt er klar. Holthoff-Pförtners Äußerung auf dem medienforum NRW, Blogger und Leserreporter fielen nicht unter Artikel 5 des Grundgesetzes, hatte gestern für Aufregung in der Bloggosphäre gesorgt.Quelle: Pressemitteilung
Also, gesagt hat er’s dann ja offensichtlich, wird ja auch noch mal wiederholt. Nur meint er wohl gar nicht den Artikel 5, sondern nur einen Satz dieses Artikels. Beim WAZ-Projekt WestEins hat man sich das offizielle Wording der WAZ-Medien-Gruppe zu Eigen gemacht und versucht, die bestätigte Aussage ungesagt zu schreiben:
Herr Holthoff-Pförtner soll auf einem Podium im Rahmen des Medienforums NRW Bloggern ihre Grundrechte aus Artikel 5 abgesprochen haben. Das konnte ich mir nun beim besten Willen nicht vorstellen, schließlich ist er Jurist und Artikel 5 ist Stoff des ersten Semesters […].
Ein kurzer Anruf bestätigte meine Vermutung. Er hatte bei seiner Aussage überhaupt nicht die Meinungsfreiheit im Blick, […]Quelle: WestEins
Nun, was er »im Blick« hatte, was er dachte, was er meinte — wer weiß das schon außer ihm?
Was er gesagt hat, ist in der Pressemittelung wiederholt worden: »Holthoff-Pförtners Äußerung auf dem medienforum NRW, Blogger und Leserreporter fielen nicht unter Artikel 5 des Grundgesetzes […]«.
Zurück genommen wurde diese Aussage nicht, nur die Bedeutung der Worte möge die Zielgruppe doch bitte wie folgt verstehen … Die Pressemitteilung führt noch weiter aus:„Artikel 5, […] Satz 2 regelt den Presseschutz. Gerade dieser Schutz steht den Bloggern meiner Meinung nach nicht zu, weil sie keine Organe der Presse sind“, betont Holthoff-Pförtner. […] Der wichtige Satz 2 sei daher ein Privileg, das ausschließlich für die Medien gelte. „Wenn jemand abends mal auf dem Fußballplatz den Schiedsrichter spielt, ist er ja noch kein Teil der Judikative.“ […]
Quelle: Pressemitteilung
Der eine oder andere leidenschaftliche Schiedsrichter mag sich nun ob der abfälligen Bemerkung »Schiedsrichter spielt« angegriffen fühlen, aber auf die Goldwaage zu legen sind Holthoff-Pförtners Worte wohl besser nicht, siehe Ausgangssatz; ich denke, auch hier hat er etwas anderes ausdrücken wollen als daß die Funktion des Schiedsrichters bei sportlichen Wettkämpfen nur ein Spiel sei.
Immerhin wird am Ende der Pressemitteilung klargestellt, daß für Holthoff-Pförtner das Recht auf Meinungsfreiheit uneingeschränkt gelte und er sich für dessen Schutz auch »immer einsetzen« würde. Fragt sich nur, warum er dann nicht einfach den fatalen Satz zurücknimmt. Ich denke jedenfalls, daß man differenziertere Aussagen von einem gelernten und praktizierenden Juristen erwarten dürfte — und eine klarere Distanzierung von der getätigten Aussage als das, was da in der Pressemitteilung steht.
Aber wie Katharina Borchert ausführt …Was die juristische Einordnung von Bloggern in Bezug auf den Pressebegriff betrifft, darüber kann man sicherlich ausgiebig streiten. [Die allermeisten Blogger] […] wollen weiterhin unbehelligt von allen Metadiskussionen ihren Alltag verbloggen und gelegentlich das obligatorische Katzenfoto posten. Trotzdem wird sich die Rechtsprechung früher oder später dieses Themas annehmen müssen. Etwa wenn es darum geht, ob das Zeugnisverweigerungsrecht hinsichtlich ihrer Quellen auch für Blogger gilt. Das wird kommen, ganz bestimmt.
Quelle: WestEins
… ist die Trennung Journalie/Nicht-Journalie vielleicht nicht ganz so einfach, wie Holthoff-Pförtner das gerne hätte. Ich kann derzeit jedenfalls nicht nachvollziehen, warum ein Bevollmächtigter der Funke-Familien- Gesellschaft, welcher die Hälfte der WAZ Mediengruppe gehört, sich dermaßen stört anMeinungsfreiheitPressefreiheit für Blogger. Sollte es wirklich die blanke Angst sein vor einer möglichen Alternative zur etablierten Verlagswelt?One login to bind them all
So langsam gewinnt »Single Sign On« (damit wollte vor rd. 5 Jahren u. a. Sun groß rauskommen, oder?) dank Googles Expansionsstrategie für mich eine neue Bedeutung …
Ja, ich habe einen Google-Account; eigentlich Google-Mail (leider schon mit der googlemail.com-Adresse *seufz*), aber praktischerweise auch für Google Analytics nutzbar (im Einsatz seit Ende 2006) oder für den Google Reader (seit ein paar Wochen im Einsatz). Eigentlich ganz nett, zumal Google bislang den Eindruck erweckte, die Dienste sauber zu trennen – trotz offenem Google Reader komme ich ohne Login nicht an meine Google Analytics ran und auch bei Surfern wähnte ich mich nur pseudo-anonym geloggt …
Aber seit ich eben einen Kommentar zu hirnlöffel seinem Blog auf blogspot.com, offenbar eine blogger.com-Domain, absetzte, bin ich verunsichert.
Die Kommentarfunktion von blogspot.com erkannte mich als »Kai (Ihr Blogger-Anzeigename)«— aber ich habe doch gar keinen Blogger-Account‽ Nun gut, des Rätsels Lösung: blogger/blogspot gehören zu Google. Offensichtlich – und das finde ich grade nicht so fein – wertet blogspot/blogger einen Google-Cookie aus und erkennt so, daß ich ein vergoogleter Surfer bin und zieht schon mal den Vornamen aus der DB … Nach dem Einloggen mit googlemail-Credentials allerdings zeigt Blogger mir eine @gmail.com-Adresse — die sogar funktioniert.
Ob das der Grund ist, warum ich beim Einloggen bei blogspot.com mit meinem @googlemail.com-Account nach ein paar Sekunden wieder die Anmeldeseite bekomme?Auf noch ein Wort …
Also irgendwie, ich will ja nun nichts herbeireden, aber eine »technische Panne« sieht für mich anders aus als das, was das Grimme-Institut da gestern Nacht fabriziert hat.
Wenn, dann war es ein menschlicher Fehler, denn offensichtlich wurde die Nominierten-Seite genommen (siehe Link und Titel im Screenshot) und zur Preisträgerseite aufgehübscht.
Die Erklärungen, u. a. veröffentlich bei medienrauschen, sind aus meiner Sicht jedenfalls nicht mit den Beobachtungen in Einklang zu bringen.Ein Verknüpfungsfehler im Content Management System habe für die Panne gesorgt. “Da waren Dateien verknüpft, die nicht hätten verknüpft werden dürfen. Während der redaktionellen Arbeit im System war das nicht erkennbar.”
Quelle: medienrauschen
Schon trickreich, diese Contentsysteme … Wie erklärt sich dann aber dieser Mischcontent, oben, auf verlinkter Seite »Nominierte«, schon mal das Ergebnis, weiter unten noch die Beschreibungen zu den nominierten Blogs?
Natürlich kann es ein rein technisches Versehen gewesen sein. Es kann sich auch um »Grimmes Unbollendete« gehandelt haben; einen Text, der noch bearbeitet wird, fälschlicherweise aber sofort veröffentlich wurde.
Warum aber ausgerechnet von den im Vorfeld schon zu Trouble geführt habenden Blogs dann welche auf dem Siegertreppchen landen … Der ziemlich unappetitlich-fade Beigeschmack bleibt jedenfalls da, beim Grimme Online Award 2007.WestEins, Herr Holthoff-Pförtner und der Artikel 5
Kollege Lau hat sich in einem Kommentar zu Wort gemeldet und auf seine Tätigkeiten außerhalb WestEins’ hingewiesen:
Hier spricht der “Überblogger”: Sie müssen nicht nur Westeins.de lesen, sondern auch etwas im Internetz blättern, z. B. http://www.westropolis.de/thomas.lau/stories
Auslöser war wohl mein Text[…] seit dem 01.06.07 mit 10 Artikeln in gut 16 Tagen auf eine höhere Schlagzahl gebracht als z. B. das mit ‘nen Überblogger gesegnete WestEins-Projektblog.
Vielleicht hier zur Klarstellung – den Begriff »Überblogger« hat Katharina Borchert verwandt; worauf sie sich dabei bezieht, bleib etwas im unklaren …
Aber WestEins sie hier nur am Rande ein Thema — ich möchte hier meiner Verwunderung Ausdruck verleihen über die kernige Aussage des Herrn Stephan Holthoff-Pförtner — einem von drei Bevollmächtigten der FFG, der die Hälfte der Essener WAZ Mediengruppe gehört:Blogger verdienen nach meiner Ansicht nicht den Schutz des Artikel 5.
Quelle: Indeskretion Ehrensache
Artikel 5 GG allerdings sieht das glücklicher Weise etwas weniger beschränkend, dort heißt es:Artikel 5
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.
(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.Quelle: dejure.org
Mal abgesehen vom Detail, daß Blogger da nicht explizit erwähnt werden; ist es tatsächlich die, gar anwaltlich-professionelle, Meinung des Herrn Holthoff-Pförtner, daß Blogger eben nicht das Recht hätten, ihre Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern?
Das wäre dann, meiner, absolut betrachtet unwichtigen, Meinung nach, ein ziemlich bedenklicher Standpunkt. Für einen Anwalt einerseits; als nicht Unbeteiligter am deutschen Pressegeschehen andererseits aber ganz sicher.
Zum Glück ist es nur eine Meinung, aber wenn man sich vor Augen führt, wer diese Meinung medienwirksam vertritt – die Aussage fiel immerhim im Rahmen des medienforum.nrw –, muß man sich schon fragen, wie dieser nach rückwärts gerichtet scheinende Ansatz sich verträgt mit den Visionen Katharina Borcherts, der WestEins-Cheffin (übrigens auch bloggend). Ich halte Borcherts Überlegungen für durchaus valide, aber man darf die Machtverteilung sicherlich nicht außer Acht lassen, denn laut DWDL.de hat Holthoff-Pförtner sich noch weiter abfällig zu Blogs geäußert:Das Bloggen sei “wie Wikipedia”. Dort könne auch schonmal drei Wochen stehen, dass der österreichische Kanzler Moser heiße, so Holthoff-Pförtners etwas verquere und nicht von allzu viel Wissen in diesem Bereich zeugende Äußerung.
Quelle: DWDL.de
Schaun’ wir mal, wer sich am Ende durchsetzt, die Bloggerin oder der Notar und Anwalt.[Update, 2007-06-20 20:00] Upsala, Freischaltung vergessen. Also nicht wundern, wenn’s erst am 20. im Feed aufschlägt ;) [/Update]Auf ein Wort
Eigentlich wollte ich dies Thema auslassen. »Grimme Online Award«. Was ist das? Was soll das? Wer braucht das?
Keine Ahnung; der »echte« Grimme-Preis hat was mit Fernsehen zu tun, Details in der Darstellung des Grimme-Institutes.
Zum »Grimme Online Award« führt das Institut aus:Mit dem Grimme Online Award werden seit dem Jahr 2001 vom Adolf-Grimme-Institut qualitativ hochwertige Websites ausgezeichnet. In drei Kategorien werden insgesamt maximal sechs Preise vergeben, zusätzlich kann ein Sonderpreis vergeben werden[…]
Eine unabhängige Nominierungskommission und Jury – Journalisten, Medienwissenschaftler, Internet-Experten und Fachleute aus Kultur und Bildung – bewerten sowohl inhaltliche, funktionale als auch gestalterische Aspekte.
Sie orientieren sich bei der Beurteilung an internetspezifischen Bewertungsmaßstäben. Zudem spielen auch journalistische Qualität, soziale Verantwortung und gesellschaftliche Relevanz eine Rolle.
Mal abgesehen davon, daß die Jury, insbesondere die »Internet-Experten«, eher nur mit ‘nem aktuellen InternetExploder surfen werden und Themen wie Interoperabilität oder Barrierefreiheit nicht Betrachtungsgegenstand sind: wer zum Henker braucht das?
Nun denn, nach dem Trara um nachnominierte Seiten, die ein Jury-Mitglied betreut, wollte ich denn auch mal für den Publikumspreis abstimmen. Leider gestaltete sich das hinreichend schwierig, die Capchas mußte ich mir teilweise aus dem HTML-Code klauben, um sie eingeben zu können — teilweise fehlten sie nämlich ganz, mal waren sie schlicht nicht erkennbar.
Davon machte ich dann meine Screenshots und wandte mich wieder wichtigeren Themen zu — ausnahmsweise mal nicht dem Wetter.
Daß aber gestern abend schon die Preisträger verkündet wurden (was dem Text nach erst am 20.06.2007 geschehen soll), setzt der diesjährigen Farce um den »Online-Grimme« die Krone auf.
Aber man muß der Jury Respekt zollen, finden doch gleich zwei Nachnominierte sich unter denGewinnernPreiträgern wieder. Ein andererNominierterPreisträger fragt sich mittlerweile, ob er diesen Preis überhaupt haben möchte.
Also, ganz ehrlich, aus meiner Sicht gehört dieses Spiel annuliert und neu angesetzt — ob die mit der Durchführung Beauftragten gedoped waren, wird sich schwer nachweisen lassen; gut beraten jedenfalls waren sie nicht. Teuer vielleicht, mag sein; aber nicht gut. Nicht in diesem Jahr.
[Update, 2007-06-19 08:30] Weitere Artikel zum Thema in Kleinbloggersdorf: Gewinner bekannt: Debakel um Grimme Online Award (DWDL), Cool: Grimme Online Award Zeitkapsel (netzpolitik.org), Grimme Online Award: Die Gewinner (medienrauschen.de), Glaubwürdigkeit? Hat sich erledigt (medienpiraten.tv), Gewinner des Grimme Online Award 2007 sind vorzeitig bekannt geworden (aktualisiert) (pottblog.de), …
Das ganze Elend zeigt die nächsten paar Tage dann Technorati Search. [/Update]
