Sony vs. Linux, nächste Runde

Seit gestern Nachmittag deutscher Zeit hat sich’s erstmal ausgeproxied; Sony hat augenscheinlich Tests im Play-Station-Network aktiviert, die Zugriffe von Consolen ohne die »OtherOS«-Option entfernende Version 3.21 verweigert.
Vielleicht sollte man sich generell überlegen, ob der Preis, den Sony für die Benutzung des PSN verlangt, nicht viel zu hoch ist:

3. Verwendung von PSN
Jedes Mal, wenn Sie sich bei PSN anmelden, erfassen wir ohne weitere Mitteilung automatisch Informationen wie beispielsweise:
o Ihre Online-ID
o Ihre IP-Adresse und die MAC-Adresse Ihres Systems (die eindeutige Nummer, die das von Ihnen verwendete Netzwerk und Gerät identifiziert), das Datum und die Uhrzeit Ihrer Anmeldung.
o die von Ihnen verwendete Hardware und auf welche Weise Sie diese verwendet haben, z. B. Modell und Seriennummer, Einstellungen der Kindersicherung, Foto- und Musikeinstellungen, Remote-Play-Einstellungen, Angaben über die mit der Hardware verbundenen Geräte, welche Inhalte auf der Hardware gespeichert sind bzw. mit dieser Hardware verwendet wurden sowie weitere damit zusammenhängende Informationen.
o wie Sie PSN nutzen, z. B. welche Spiele Sie spielen, auf welche Inhalte Sie zugreifen, Ihre Downloads, welche Dienste Sie für welchen Zeitraum in Anspruch nehmen, einschließlich wie häufig Sie Chats, Message-Boards und andere Kommunikationsdienste nutzen.
o Ihr Spielerprofil, Spielsuchen, Ihre hochgeladenen Ergebnisse und Ranglisten, Ihre Freunde- und Blockierlisten und Ihr Erscheinen auf den Freunde- und Blockierlisten anderer Benutzer.
Wenn Sie PSN-Guthaben aufladen oder Zahlungen über PSN durchführen uns für die Bearbeitung Ihrer Zahlung Ihre Zahlungsdaten, wie z. B. Ihre Kreditkartennummern, den Namen des Karteninhabers, Ausstellungs- und Ablaufdatum sowie Sicherheitscodes mitteilen. Kreditkartendaten werden für künftige Käufe gespeichert, es sei denn, Sie entfernen diese von Ihrem Konto über die „Kontoverwaltung”.Wir führen Aufzeichnungen über das Aufladen Ihres PSN-Guthabens und über Ihre Käufe, die Sie über PSN tätigen.

 
Im Datenkrakigsein steht Sony Google offensichtlich in nichts nach. Schön finde ich auch diesen Passus und bin geneigt, das erstmalig auszutesten:

13. Ihre Rechte
Sie haben das Recht, zu erfahren, über welche Ihrer persönlichen Daten wir verfügen und wie diese Daten verwendet werden. Wenn Sie wissen möchten, über welche Ihrer Daten wir zurzeit verfügen, wenden Sie sich bitte über die Kontaktdaten auf der Seite „Über uns” an unseren Kundendienst oder schicken Sie einen Brief an den Data Protection Officer, PlayStation Network Europe Limited, 10 Great Marlborough Street, London W1F 7LP, Großbritannien. Sofern Sie Zugang zu Informationen benötigen, werden wir diese zur Verfügung stellen; benötigen hierzu jedoch einen Nachweis Ihrer Identität und erheben gemäß den gesetzlichen Bestimmungen gegebenenfalls eine geringe Verwaltungsgebühr.

 

Das Berlin-Münchener FakePad

Tja, schade. Das WePad, dieses – aus meiner Sicht – »iPad done right«, ist wohl nichts, auf das man heute bauen kann als Couchsurfing-Alternative zum stalinistischen Cupertino-Produkt.
Ja, ich bin schon ziemlich enttäuscht; naja, nicht wirklich. Diese Salamitaktik, die, wie auch immer die-Firma-dahinter heißt, da auf Facebook abgezogen hat, stimmte schon nachdenklich. Jedenfalls alte »Ankündigungsopfer« wie mich …
Gestern wurde also nun ein – zugegeben schickes – Pad in die Kameras gehalten, … auf dem Windows wohl bildschirmfüllend endlos ein Video abspielte, bei dem jemand per Maus oder Touchpad – keinesfalls aber per Touchscreen – über etwas einen weißen Kreis bewegte, was wohl die WePad-UI darstellen soll.
Mager.
Sehr mager, denn entwickelt wird seit 2006 daran:

Da laut tiitoo schon in 2009 ein Feldtest mit 150 End-Usern durchgeführt wurde und die Firma seit 2006 daran arbeitet (das sagt zumindest das gerade aktuelle Textsnippet in den Google-Suchergebnissen das bei einer Suche nach 4tiitoo angezeigt wird ist folgendes wahrscheinlicher:
das tiitoo wurde als eigenes Linuxderivat mit eigener Oberfläche entwickelt. Vielleicht wurde ja auch eine Flash-SourceLizenz erworben (wie es z.B. bei dem Chumby der Fall ist) und die komplette Oberfläche ist Flash.

 
Oder, um den nun auch offiziellen Partner zu zitieren:

4tiitoo was founded in 2007 to bring the best of the Internet and modern information technologies intuitively closer to everyone. The WePad OS was build as an intelligent and intuitive usage system for touch screens while focusing on personal Internet usage. The widget based user interface enables quick access to a comprehensive world of applications, news and multimedia content.
The WePad combines lifestyle design with powerful technology optimized for mobile use in the entire living environment. After three years of development and a successful home use test with 150 users in 2009, we are now preparing the launch in mid 2010.

 
In 2009 wurde also ein Test des WePad mit 150 Leuten durchgeführt. Selbst wenn man annähme, daß jeder Tester nur 1 Tag das Pad hatte und somit nur genau 1 Exemplar (150 Tage Test, 150 Tage Transport von Tester n zu Tester n+1) existiert: jenes hätte man gestern in Berlin vorführen können. Nein, streiche können, setze müssen. Was aber vorgeführt wurde, war eher peinlich, insbesondere hinsichtlich der, auch geweckten, Erwartungen im Netz:

Kaufen kann man die Hardware übrigens (noch nicht ;)): sie heißt ExoPC Slate, so wird zumindest auf Facebook spekuliert, und rennt wohl hervorragend unter Windows 7. Warum man, wie Spiegel Online berichtet, das Pressekonferenzgerät frisch aus den Klauen des Zolls entreißen mußte, wenn doch 150 Leute es schon getestet haben, bleibt denn auch unklar:

Das Gerät, das auf der Pressekonferenz gezeigt wird, sei erst zehn Minuten vor dem Termin eingetroffen – “es hing beim Zoll in Köln fest”, sagt einer der Männer, die für die chaotische Pressearbeit verantwortlich scheinen. Einem TV-Team hatte man versprochen, es schon zwei Stunden zuvor abfilmen zu dürfen. Daraus ist nun offensichtlich nichts geworden.

 
Letztlich irgendwie peinlich ist denn auch die Geschichte mit dem Verkaufsstart; sollte es erst im April losgehen (siehe auch Marcus Schwarzes Artikel in der HAZ) …

Freitag 19. März 2010 01:56
WePad: Der deutsche iPad-Rivale
iPad, iPad, iPad. Noch bis Ende April müssen sich die Apple-Fans gedulden. Dann kommt Jobs’ Tablet auch in Deutschland in den Handel. Doch ein mittelständisches Berliner Unternehmen prescht noch vor dem Verkaufsstart auf den Markt. Der deutsche Suchmaschinen-Experte Neofonie will sein WePad getauftes Tablet schon Mitte April in den Handel bringen. Es unterstützt Flash, läuft mit Android, soll weitaus günstiger als das iPad und für Verlage individuell zu branden sein.

 
… so wird der April nun in den Spätsommer verlagert, siehe SpOn oder auch das Video:

Zweifel werden diskutiert, ob das Gerät überhaupt schon ansatzweise marktreif ist. Immerhin hatte die Neofonie angekündigt, mit dem WePad auf den Markt zu kommen, noch bevor die ersten iPads in Deutschland ausgeliefert werden. Daraus wird nichts werden, so viel ist jetzt klar. Vorbestellungen sollen ab dem 27. April angenommen werden, ein sogenannter Soft-Launch, also die Auslieferung in homöopathischen Dosen, ist für den Juli geplant. Erst im August rechnen die Entwickler damit, WePads in nennenswerten Stückzahlen liefern zu können.

 
Tja; und die Ankündigung »billiger als das iPad«, auch diese wird ggf. von der Realität noch eingeholt, zumindest aber fällt der Unterschied nur mathematisch beweisbar aus.
Tja, schade. Viel Rauch um … ein Windows-Gerät. Nicht, daß Windows zwingend schlecht wäre, an dieser Stelle, wo ein Android-basiertes Tablett für den Verkauf im April 2010 avisiert war, ist das aber mehr so der Beweis, daß neofonie und deren Partner eines nicht können: ein Android-Pad liefern, geschweige denn ein Gerät mit all den sagenhaften Features, die dem WePad mal nachgesagt wurden.
Wenn man Mitte April als Verkaufstermin den kommenden August nennt und die Produktpräsentation aus einem Video besteht, kann man mit durchaus Zweifel haben an der Marktreife des virtuellen Produktes. Und womit? Mit Recht. Denn wäre die Hardware nach den Spezifikationen der Wepad-Macher entwickelt worden, was hinderte denn dann daran, das Image des/der »Heimwerkermodelle« auf das fertige Gerät zu spielen und all die tollen Features vorzuführen?
Wie auch immer; neofonie GmbH/WePad GmbH, ich würde nach wie vor gerne ein WePad kritisch unter die Lupe nehmen. Allerdings nicht erst im August; im Laufe des Mai sollte auf der Hardware die Software weitgehend lauffähig sein nach allem, was bisher verlautbart wurde – schließlich muß »nur« noch der Linux-Unterbau angepaßt werden, was mit Intel als Technologiepartner ja kein Problem sein dürfte. Adresse siehe Impressum ;)

It's – sort of – dead, Jim.

Tja, doof das. Gestern gegen 17:53 hat sich einer meiner SheevaPlugs verabschiedet, wahrscheinlich, wie bei anderen Nutzern auch, wegen eines defekten Netzteils — siehe Bild, welches allerdings nicht von meinem, noch versiegelten, Plug stammt.
Dumm dabei: das war mein Entwicklungs-Plug für FHEM; und wie ein Scan der SD-Karte ergab, habe ich leider das Entwicklungsverzeichnis noch nicht, wie geplant, vom internen NAND-Flash auf die SD-Karte verlegt … Shit happens; es besteht zwar noch Hoffnung, daß der Netzteildefekt keine negativen Auswirkungen auf den Plug an sich hat, aber nun heißt es erst einmal abwarten, wie die Kuh vom Eis kommt. Meine Mail gestern abend an meinen englischen Händler – newit.co.uk – wurde heute morgen beantwortet; man erwarte dort eine Ladung Ersatznetzteile vom Hersteller Globalscale, sobald man jene habe, könne man über Wege des Tauschs möglichst ohne Datenverlust nachdenken. (Normalerweise würde der ganze Plug getauscht, wie es ja auch z. B. Vodafone bei Mobiltelefonen praktiziert.)
Also vorläufig ein lachendes – ein sich um seine Kunden auch nach dem Kauf kümmernder Händler – und ein weinendes – ich erwähnte ja schon bei meinem ersten SheevaPlug, daß jener sehr heiß wird, schon im Leerlauf; offensichtlich haben Marvell/Globalscale beim Netzgerät geschlampt, denn die Meldungen über entsprechende Ausfälle nach <6 Monaten häufen sich – Auge. Und ein mulmiges Gefühl, ob man bei Globalscale für den GuruPlug (sollte in ca. 2 Wochen eintreffen) eine haltbarere Energieversorgung gewählt haben mag …

yaVDR 0.1.1 – HDTV und mehr

Was lange währt … Ich habe na nun schon länger mit einem AMD-K10 DualCore auf einem Board mit ‘ner nVIDIA GeForce-Onboardgrafik rumgeexperimentiert, um daraus meinen HD-VDR zu bauen.
Zu Fuß gestaltet sich das aber doch schwierig; ffmpeg per se ist ei einem chrosnische Status des Wechsels, VDPAU-Patches sind teils doch arg versionsgebunden, Ubuntu hat denn auch vielel Codes gar nicht mit dabei — und au0erdem ist sowohl der DVB-S2-Support als auch VDR selbst noch ziemlich in der Entwicklung … Die Installation war einfach, anbei ein zweites Video, welches die Funktion näher zeigt:

Mag noch etwas dauern, YouTube ist Freitag abend etwas unpäßlich gewesen …

Für mich ist das eine ziemlich geniale Kombination, denn das ganze Medienserver-Zeuchs machte mal hier nicht und mal die Datei nicht, der WDTV Live oder die PS3 haben jeweils andere Wünsche, was die Darreichung der Medien angeht — dabei spielt das mplayer auf dem Desktop alles richtig schön, bis FullHD dank VDPAU. Am Wochenende wird daher dieses Minitower gen Wohnzimmer wandern und den guten alten Athlon XP ablösen, der mit einer Fullfeatured- und einer Bugdet-DVB-S-Karte bislang Videoserver und TV-Receiver war …
Feintunin möchte ich gerne noch die Schlafmodi den yaVDR-Systems, dann wäre nicht nur ein Mehr an Funktion sondern auch noch ein Weniger an Energieverbrauch das Ergebnis … Mal sehen, ob das auch so reibungslos klappt. Nur eine Fernbedienung, die habe ich ans System bislang nicht dranbekommen; ttyS ist aus und der USB-IR-Receiver von Technotrend rennt an diesem USB-Subsystem nicht: beim Laden des Moduls gibt’s endlose USB-Fehler und ein Entladen hängt bis zum Reset. Universal Serial Bus …

Danke, Sony, für diese Steilvorlage …

Ich faß’ es nicht. Es ist wirklich so einfach: einfach der PS3 per Proxy (den man sogar eintragen darf, man muß nicht einmal mit wilden transparenten Proxies arbeiten) ein anderes Updatefile vorlegen – Templates dazu gibt’s für jede PS3-Region im Netz – und schon glaubt die PS3, 3.15 ist die aktuellste Firmware und blockiert nicht mehr den Zugriff auf das PSN. Aber Achtung: es muß schon gewissen Bedingungen genügen, der UK-PS3 ein EU-Updatefile zu liefern, quittiert diese mit ganz bösen Fehlermeldungen ;)
Tja. Alles Dinge, die ich gar nicht wissen wollte, die durch die »Other OS«-Deaktivierung ohne Gegenleistung seitens Sony nun aber wohl mehr Leuten bekannt werden, die derlei vorher auch nicht interessierte …
Okay; natürlich kann – und wird vermutlich – Sony Gegenmaßnahmen einleiten; schlau allerdings wäre das nicht. Eine 2.32, die »Other OS« wieder verfügbar macht und den 29.02.-Bug behebt, wäre eine vertrauensbildende Maßnahme Sonys. Alles andere ist Blödsinn, denn die, die die PS3 knacken wollen – oder auch nur mehr Hardwarezugriffsmöglichkeiten haben wollen, als Sony derzeit gewährt –, habe garantiert weder eine Slim noch eine aktuelle Firmware für den Zweck. Schaden tut Sony nur legitimen Nutzern einer bislang offiziell seitens Sony unterstützten Funktion der Play-Station-3-Firmware.
Verstößt man mit solchem Vorgehen eigentlich gehen die EULA, Sonys Lizenzbestimmungen — lt. denen immerhin ein Vertrag, den der PS3-Besitzer mit SCE hat? Ich bin kein Anwalt, spiele auch keinen im TV — aber ich denke nicht (lokale Hervorhebungen):

1. LIZENZERTEILUNG
[…] Soweit dies laut geltendem Recht möglich ist, erlöschen Ihre Rechte auf Nutzung oder Zugriff auf die aktuelle Version der Systemsoftware bei Installation einer neueren Version der Systemsoftware in Ihrem PS3™-System, […] SCE gewährt keine Lizenz für Systemsoftware, die von Anwendern auf eine andere Weise als mit Hilfe der von SCE genehmigten Vertriebsmethoden beschafft wird. […]

 
Gut, die neuere Systemsoftware will ich ja nicht, habe sie nicht installiert und somit haben ich nach wie vor unbeschränkt alle Nutzungsrechte daran. Die 3.15 ist SCE-konform auf die PS3 gekommen, also soweit vollkommen legal alles — aus meiner billig und gerecht denkenden Nutzerwarte aus zumindest ;)

2. BESCHRÄNKUNGEN
[…]
3. SERVICES UND UPDATES
Von Zeit zu Zeit kann SCE Ihr PS3™-System mit Updates, Upgrades oder Services versorgen, um seine ordnungsgemäße Funktion gemäß den SCE-Richtlinien zu gewährleisten, oder Ihnen neue Angebote unterbreiten. Manche Services werden automatisch ohne Ankündigung zur Verfügung gestellt, wenn Sie online sind, und andere sind über das Online-Netzwerk von SCE oder durch autorisierte Kanäle erhältlich. Ohne Einschränkung kann zu diesen Services die Bereitstellung des neusten Updates oder der Download neuer Versionen, die Sicherheitspatches enthalten, sowie neuer Technologie oder überarbeiteter Einstellungen und Funktionen zählen, die den Zugriff auf unautorisierte oder raubkopierte Inhalte oder die Anwendung nicht autorisierter Hardware oder Software in Verbindung mit dem PS3™-System verhindern. Außerdem können Sie unter Umständen eigene Dateien nicht ansehen, wenn diese Inhalte enthalten oder anzeigen, die durch Technologien zur Authentifizierung geschützt werden. Manche Services können Ihre aktuellen Einstellungen verändern, zu einem Datenverlust oder dem Verlust von Inhalten oder einem Funktionsverlust führen. […]

 
Kein Passus aus »2. EINSCHRÄNKUNGEN« trifft auf Nicht-Updater per externem Proxy zu; und daß SCE mir Updates bereitstellen kann bedingt nicht, gemäß EULA, daß ich diese auch installieren muß. Zumal, wie ganz klar da steht, jedes Update auf meine Gefahr, Funktionen oder Daten zu verlieren, erfolgt. Wenn man dann noch in Betracht zieht, daß viele Spiele die Spielstände an die konkrete PS3-Hardware binden – und/oder gleich gar keine Sicherung auf externe Medien zulassen –, ist eigentlich mit dem Klammerbeutel gepudert, der PS3-Firmwareupdates durchführen läßt. Never touch a running system.

7. KÜNDIGUNG
Wenn SCE feststellt, dass Sie gegen die Bedingungen dieses Vertrags verstoßen haben, kann SCE sämtliche Maßnahmen zum Schutz ihrer Interessen ergreifen, […] SCE und ihre Lizenzgeber behalten sich vor, bei einem Verstoß gegen diesen Vertrag Klage einzureichen. […]

 
Einen Augenblick hat’s mich echt geschüttelt; lange keine solch einsitige, einschüchternde Schreibe gelesen. Aber ich verstoße ja nicht gegen Sonys Knebelvertrag, insofern: fallt tot um ;)

9. ALLGEMEINE RECHTSGRUNDSÄTZE
Durch Nutzung oder Zugriff auf die Systemsoftware stimmen Sie zu, durch alle aktuellen Bedingungen dieses Vertrags gebunden zu sein. Eine druckbare, aktuelle Ausgabe dieses Vertrags finden Sie auf Ihrem Rechner unter http://www.scei.co.jp/ps3-eula/. SCE kann die Bedingungen dieses Vertrags sowie die Bedingungen in der Dokumentation oder im Handbuch für das PS3™-System oder unter http://www.scei.co.jp/ps3-license/index.html jederzeit nach eigenem Ermessen ändern. Bitte schauen Sie gelegentlich auf dieser Webseite nach, ob dieser Vertrag geändert wurde. Wenn Sie weiterhin auf die Systemsoftware zugreifen oder diese nutzen, so bedeutet dies, dass Sie Änderungen dieses Vertrags in Kauf nehmen. Bei Widersprüchen zwischen diesem Vertrag und den Leistungsbedingungen sowie dem Nutzervertrag für das Onlinenetzwerk von SCE sind die Bedingungen dieses Vertrags für die Nutzung oder den Zugriff auf die Systemsoftware entscheidend

 
(Ja, der Satz endet ohne Punkt.) Fettgedruckte Passagen: reichlich fett. Mal abgesehen davon, daß ich das nicht auf meinem Rechner sondern nur im Internet finde: ist in Deutschland eine Vereinbarung bindend, die ich mit Wortlaut X zum Zeitpunkt Z geschlossen habe, und die eine unangekündigte beliebige Änderung der Vereinbarung zu jedem beliebigen Zeitpunkt vorsieht, inklusive Gültigkeit der unbekannten, geänderten Klauseln? Falls wider Erwarten ein Rechtsgelehrter mitliest, dazu hätte ich gerne mal eine Meinung … Meines Erachtens dürfe dieser Passus, der beliebige, auch das Gegenteil aussagende, Änderungen eines Vertrages im Vorfeld authorisiert, zumindest mit Privatpersonen, Kunden der SCE, nichtig sein. Und falls nicht – Aigner, faß:

“Sollte die Verbraucherschutzministerin nicht bereit sein, SCEs Geschäftsprakltiken kritisch zu durchleuchten, die einschlägigen Gesetze zum Verbraucherschutz dahingehend zu ändern und die eklatanten Missstände zu beheben, sehe ich mich gezwungen, meine Mitgliedschaft zu beenden.“

 
SCNR ;)