WAZ Weblog — sprachlos

Hmm, das scheint ein längerer Weg zu werden mit dem Projekt Westeins; heute war zeitweise (und ist zur Stunde noch) der WAZ Weblog jedenfalls ziemlich leer, Screenshot der grauen Ödnis anbei …
Natürlich kann das mal vorkommen, aber schon über 90 Minuten? Für ein Unternehmen mit derart großen Plänen, noch dazu ein alt eingesessenes Medienunternehmen und kein Wohnzimmer-Startup, ist das meines Erachtens ein etwas schwaches Bild. Auch das klicken in den Kalender funktioniert, stichprobenartig, bis zurück in den Juni nicht — bzw. bringt nur wieder dieses triste Bild.
Hoffen wir einfach, daß man beim Projekt Westeins genauer arbeiten wird, sonst wird das eher keine Neue Heimat für Surfer im WAZ-Gebiet.
Apropros WAZ: Über den scheinbar wenig recherchierten Artikel zu Studivz breitet man besser schnell den Mantel des vergessens aus. Am »13.11.2006« veröffentlich, darf man eigentlich aktuellere und kritischere Berichterstattung erwarten – siehe »Boulevardpresse« (Dariani) und Online-News des Heise Verlags gestern …

Gedanken & Kommentare

Da sich die Technik von dittes.info mir versperrte (Beitrag absenden scheint ohne Flash nicht zu gehen?), meine länglichen Ausführungen zu Andreas Dittes’ Kommentar halt hier. It’s a linked world, after all … Andreas schrieb in der Diskussion zum Ehssan-Essay:

aber wenn du den ubahn-clip erwähnst: die art, wie der durch die kritik hochgepusht wurde, hilft sicher nicht den zwei jungen frauen, weniger gesehen zu werden. das ist wie terror mit krieg zu bekämpfen.

 
Ack soweit; allerdings sehe ich keine triviale Möglichkeit, das Verhalten des D. öffentlicher zu machen ohne auf die von ihm veröffentlichten Videos direkt hinzuweisen. Im Falle des für den BOO scheinbar wiedereingestellten S-Bahn-Videos – IMO nicht unproblematisch, schon weil man dem Urheber, E. D. bzw. K. H., die Möglichkeit der Verbreitungskontrolle nahm oder sie zumindest erschwerte -, ja, rückblickend hätte man, ich schließe mich da ein, dieses, inkl. Bericht darüber, deshalb ausschließen sollen. (Wenig beleuchtet wurde in dem Zusammenhang bislang die Rolle K. H.s, der ja “Ehssan und die Frauen” titelte und seinen Film des filmend baggernden E.s auf YouTube unter jenem Titel einstellte. Sowas macht man eigentlich zumindest nüchtern nicht ohne Hintergedanken, oder? Habe ich jedenfalls bislang nicht so ganz verstanden, was das sollte; Beginn einer Quellensammlung für eine Biographie?)
In keiner der filmischen Eskapaden E.s, die ich bislang gesehen habe, findet sich eine Einverständniserklärung zur Veröffentlichung – auch wenn E. im VZ-Promo-Video ja vor dem Ausblenden noch murmeln darf, daß alle bei ihn gewußt hätten, daß er sie interviewen würde. Und zumindest bei der Eisverkäuferin, gefeatured auf studivz.net/blog, für das die Firma und nicht E. privat verantwortlich zeichnet(e?), würde ich bezweifeln, daß sie die Veröffentlichung »in nem Blog« so toll fände. Wie damit umgehen? Totschweigen? Bearbeiten mit schwarzen Balken vor den Gesichtern (was erneute Veröffentlichung bedeutete)? Wenigstens, schwacher Trost, warf die Szene im Berliner Untergrund ein weniger, ahem, fragwürdiges Licht auf die »Interview«-Opfer als diese Geschichte auf dem (Party-)Klo.
Ich frage mich allen Ernstes, ob E. den Kram demnächst als Satire auf die überbordende Sensationsgier der Medien zu erklären plant. Stichwort dann “Gladbeck”?

ausserdem müsste man sich dann auch auf mehrere zehntausend videos im internet beziehen, auf denen einen ähnliche bedingung vorherrscht und diese mit der gleichen eifer ankreiden.

 
Nein, ich sehe hier schon eine ganz besondere Konstellation. Jemand, sei es gezüchtetes Aushängeschild (Don deutete sowas IIRC an) oder genialer Visionär, läßt ein erfolgreiches US-Portal nachempfinden, findet Geldgeber, geht Live, hat Erfolg und wird damit in diversen Publikationen vorgestellt. Es geht soweit, daß die Äußerung »Deutschland kann mehr solche Typen brauchen« fällt.
Nun gut, was er in seinem stillen Kämmerlein mit sich oder anderen anstellt: seine Sache. E. aber trägt seine Videos in die Öffentlichkeit und spannt sie vor den Karren der »VZ-Bewegung«, wie er auch das »Kampfblatt der nationalsozialistischen Bewegung« vor den schon flott laufenden Karren Studivz spannt. Kurz: ich sehe schon auch einen qualitativen Unterschied, ob ein, zumindest Mainstreammedien zufolge, Vorzeigeunternehmer im Unternehmensblog zur Untermauerung des »kuschelweiches Studiprojekt«-Eindrucks derlei veröffentlicht — oder ob ein Netznovize dies tut.
Soweit die initiale Erwiderung auf Andreas’ Kommentar …

DealJaeger.de, auf der Suche nach einer Abmahnung?

Durch den Rummel um Studivz (mehr dazu hier, hier (english), hier, hier, hier, hier, hier, hier, …) kam ich gar nicht dazu, den Hinweis vom Fischmarkt zu würdigen.
Dort wird auf DealJaeger.de hingewiesen, was tolles Neues im Betastadium. Was mich »von außen« schon mal wundert, ist das Bild von »Papa Jones«, neben der Art des »DealJäger« mindestens die zweite Anlehnung an die Indiana-Jones-Filme. Bin mal gepannt, ob das so abgesprochen war (lies: lizensiert) oder aber die Beta-Phase nach Zahlung der Verfahrenskosten vielleicht schon wieder zu Ende ist …

Studivz/Dariani: Die Antwort …

… Ehssan Darianis ist ein »Essay: Vom “Völkischer Beobachter” und dem Versagen der Deutschen in Umgang mit ihrer Vergangenheit, ihrer Identität und folglich mit der Integration«.
Kurze Replik, in der Blogosphäre wird der Eintrag sicherlich noch gewürdigt werden:
Lt. Essay sieht Ehssan Dariani sich als »Europäer und Kosmopolit«, so »zumindest die sog. “Innen-Definition” meinerselbst«. Über »die “Aussen-Definition”« habe er keine Kontrolle; seiner Ansicht nach sei er darin für die meisten »Deutschen: ein Iraner, Ausländer oder gar Kanacke – oder jemand dem man seine Eltern nicht am liebsten als Freund präsentieren möchte«.
Armer »Dummer Junge«; klingt ein bißchen nach »ist der Ruf erst ruiniert, lebt’s sich gänzlich ungeniert«, oder?
Dariani sieht sich »einer Art der “Lynch-Justiz durch den Mob” (J. Lanier)« ausgesetzt, »sei es durch Beleidigungen, falsche Behauptungen in Blogs oder durch einen ausländischen Wikipedia-Beitrag«, der ihn in »die Nazi-Ecke« verortete.
Den »Kampf gegen Faschos«, so Dariani, müsse man durch »Verspottung, nicht durch Dämonisierung« führen, wozu er dann seine Registration einschlägiger Domainnamen zählt:

Verspottung (Satire) bedeutet, dass man Filme dreht wie den von Daniel Levy mit Helge Schneider in der Rolle von Adolf Hitler. Verspottung heisst sich den Sinn und der Wirkung der Beiträge des TITANIC-Magazins bewusst zu werden.
Es heisst aber auch sich die Domains voelkischer-beobachter.de, voelkischerbeobachter.de und voelkischer-beobachter.com zu sichern, wie ich es vor Jahren tat, um zu verhindern, dass sie von Faschos reserviert werden.

 
Endlich kommt er dann zum Thema, zur Erklärung zu der »Parodie auf den Völkischen Beobachter«, die aktuell die Verbindung zu Parship vergessen macht: »erfreut« üder den Erfolg des Unternehmens und da er »zufällig im Juli Geburtstag habe«, wäre das »internationale Team […] über den Einfall erfreut [gewesen], eine Party-Einladung über die Seite voelkischer-beobachter.de an unsere Freunde und Gesellschafter zu senden«. Die »Parodie« stamme von nicht näher bezeichneten »ausländischen Praktikanten« und sei »auf dem ersten Blick als solcher zu erkennen«.

Den Link zu dieser Einladung sendete ich/wir an alle Freunde, Bekannte, Mitarbeiter und Gesellschafter.

 
Alle Empfänger, darunter auch »mehrere Deutsche und Ausländer jüdischer Abstammung«, hätten die Botschaft und den »Sinn verstanden«; nur wegen potentieller Mißverständnisse habe man die Seite nach »1-2« Tagen wieder »offline genommen bzw. auf die TITANIC-Seite weitergeleitet«.
Ehssan Dariani ergeht sich dann darin, daß »gegen jeden Anstand und Respekt« diese »privat einzustufende« Einladung nun doch noch, stückweise, an die Öffentlichkeit gezerrt wird. Ehssan weiter:

Ich hätte nichts dagegen diese Einladung zu veröffentlichen, da sie in bester Absicht entstand und nichts zu verbergen da ist. Ich sträube mich allerdings dies zu tun, da es sich um eine PRIVATE Einladung handelt und diese private Angelegenheit nicht Gegenstand der Öffentlichkeit sein darf, […]

 
Es geht weiter mit dem, für mich nicht nachvollziehbaren, Hinweis, daß »Blogger, die sich bislang besonders über diese Einladung echauffierten, den Delikt begehen die private Post anderer und noch dazu aus zweifelhafter Quelle zu besitzen und weiterzureichen«. Der Vorwurf des Bruchs der Vertraulichkeit einer Kommunikation wiegt schwer; belegt wird er nicht.
In schönster FUD-Taktik wird dann doch noch die Authentizität dessen, was publiziert wird, in Frage gestellt:

Mitunter scheinen auch MANIPULIERTE Versionen des Screenshots in Umlauf gebracht worden zu sein,

 
Man beachte die bemüht unangreifbare Formulierung: »Scheinen«.
Widersprüchlich bleibt es weiterhin, wenn jeglicher Hauch von Anrüchigkeit durch den Hinweis auf die »Einladung im Namen eines internationalen und teils jüdischen Teams an (wiederum internationale und jüdische) Freunde und Mitarbeiter zu einer offenen Party« zu verscheuchen gesucht, gleichzeitig wird sich darüber echauffiert, daß versucht werde, »aus einer privaten Angelegenheit« etwas zu machen, was angeblich gar nicht da sei.
An spätestens dieser Stelle ist der Hinweis auf das Studivz-Logo im »Kampfblatt der Vernetzungsbewegung Europas« angezeigt. Wie »privat« ist eine Einladung zú einer »offenen« Party auf einer öffentlichen Website (von einen Passwortschutz war bislang nicht die Rede; wenn es an einen kleinen Kreis Erlauchter nur ging, wäre das zu erwarten gewesen), die von der deutschen Niederlassung eines britischen Unternehmens ausgerichtet wurde?
Schlußendlich bedarf auch der Abschluß des Verteidigungsversuches der Kommentierung: es geht nicht darum, daß der »“Völkische Beobachter” […] 61 Jahre nach Stilllegung, eine immer noch vielen Deutschen “Ehrfurcht einflössende” Institution« sei; diese These würde ich im übrigen bestreiten.
Es geht um die Frage, ob es für einen Unternehmensgründer, der in Interviews davon redet,»dass die Leute das Machtergreifen üben« müßten, schicklich ist, sich, lt. heise online im Stile Adolf Hitlers auf einer öffentlichen Website anläßlich seines Geburtstages und des Erfolges seines Unternehmens über die Domain voelkischer-beobachter.de feiern zu lassen. Daß diese Umgestaltung von einem »ausländischen Praktikanten« erstellt worden sei, ändert meines Erachtens nichts an der Geschmacklosigkeit. Derlei wissent- und willentlich ins Netz zu stellen halte ich nach wie vor für problematisch — unabhängig von der Intention. Der abschließende Hinweis auf vermutete »(Parallelen zum Karikaturenstreit?)« ist in meinen Augen nur eine weitere Nebelkerze, von dieser, nochmals als Satire verteidigten, unwürdigen Affäre abzulenken.

Sturmwarnung?

Draußen im Real Life pusten erste Herbststürme Blätter energisch von den Bäumen, in der deutschen Blogosphäre übernimmt Don Alphonso das pusten: Blogbar (1), Blogbar (2), Blogbar (3) und natürlich auch Rebellmarkt.
Sturm, ja Tsunami wurde versprochen — untergegangen ist die USS Studivz bislang nicht. Aber mit welt.de …

Peinliches kommt vom obersten Web2.0-Studenten Ehssan Dariani […]
Jetzt was Peinliches. Ehssan Dariani ist einer der Shootingstars des sogenannten Web2.0. Er hat das Onlinestudentenverzeichnis StudiVZ gegründet, an dem mittlerweile die renommierte Verlagsgruppe Holtzbrinck (unter anderem “Die Zeit”, “Tagesspiegel”) eine Beteiligung hält. Derzeit fällt der junge Mann (26 Jahre) aber abseits des Unternehmerischen auf. Im Internet kursieren selbst gedrehte Filmchen, die ihn beim penetranten Anquatschen von Frauen zeigen. Außerdem erregt Dariani Aufsehen, weil er sich die Internetadresse www.voelkischer-beobachter.de zugelegt hat. Angeblich hat er eine Party-Einladung für StudiVZ einer Titelseite des “Völkischen Beobachters” nachempfunden und dafür die Adresse gebraucht. Über Geschmack lässt sich in dem Fall nicht streiten.

 
… und heise online …

*** Mit 2.0 wird das Web nicht nur persönlich, sondern so persönlich, dass es peinlich wird. […] Nehmen wir nur StudiVZ, den Klon einer US-amerikanischen 2.0-Idee, die gerade ganz stolz ist, eine Million Studenten in Deutschland versammelt zu haben. In deren Geschäftsbedingungen heißt es: “Im Profil oder in sonstigen Bereichen des Portals absichtlich oder in betrügerischer Absicht gemachte Falschangaben – insbesondere das Vortäuschen einer fremden Identität – können zivilrechtliche Schritte nach sich ziehen.” Studi, bleib bei deinem Namen, auch wenn viele Details darauf hindeuten, dass StudiVZ selbst es nicht so genau nimmt und sich im Ausland schon einmal hinter einer Kontaktanbahnungsfirma namens Parship versteckt. Welche zum Holtzbrinck-Konzern gehört, der in StudiVZ investiert hat.
*** Im vorherigen WWWW habe ich auf den Geschäftsführer von StudiVZ verwiesen, der immerhin so konsequent ist, sein Schweinsein 2.0 mit Fotos, texten und Videos im Web 2.0 auszustellen. […] Wobei eine Anstellung bei StudiVZ nach erfolgreicher Bewältigung der Anmache dazu führen kann, dass es schnell ans Machtergreifen geht. Machtergreifen wohlgemerkt, nicht das übliche Wischiwaschi von “leitende Funktion übernehmen”. Wer dann noch mit dem Kürzel RMVP über eine Domain namens Völkischer-Beobachter.de im “Kampfblatt der Vernetzungsbewegung Europas” darüber jubiliert, dass Millionen deutscher Studenten bis zum Herbst mobilisiert sein werden, der zeigt sein wahres Antlitz. Ist es wirklich nur eine harmlose Partyeinladung, die das “Gebot der Pflicht” zur Feier des Führergeburtstages und des “Erfolges unserer Bewegung” oder zeigt sich nicht eine braune Denke, die gleich mit der Einladung das Abspielen von undeutschem Rap und Jazz nicht gestattet? […] Natürlich gibt es diejenigen, die geblendet von den Millionen deutscher Studenten auf StudiVZ und der schieren Größe und dem blitzsiegartigen Erfolg des Unternehmens von einem Streich eines dummen Jungen sprechen. Die, die Kritik an einem echten 2.0-Unternehmer, der diese Vorlage zum 65. Geburtstag Adolf Hitlers für seine Community verwendete, als blogvölkisch abtun und sich ganz tief bücken. “Europa steht standhaft und treu zum StudiVZ” titelte der neue Völkische Beobachter. Das mit seinen gefakten Niederlassungen Europa nach Strich und Faden verarscht.

 
… sind die ersten traditionelleren und reichweitenstärkeren Publikationen auf das Thema angesprungen. Es sollte eine ungemütliche Woche werden da im FührerbunkerZentralbüro der Studidaten-Sammelbewegung in Berlin. Da heißt es eigentlich: Friesennerz angezogen und raus an die Publicty-Front. Denn (nicht mehr nur) die Blogospähre wartet auf die neueste Darianische Umdefinition von Satire …

Ruhe vor dem Sturm?

Während Studivz nun auch bei englischsprachigen Blogs (dank des andauernden Technorati-Search-Highscores) zum Thema wird und “explanation pages” (another one) munter aus der deutschen Blogosphäre heraus geschrieben werden, blogt Ehssan Dariani (ob unter Aufsicht ist unklar) frohgemut, daß »1.000.000 Studis glücklich vernetzt« seien.
Glücklich? Naja, schon die Lassie Singers wußten, »Jeder ist in seiner eigenen Welt (aber meine ist die richtige)«, insofern mögen die über Probleme nörgelnden User vielleicht auch nur ein Wahrnehmungsproblem sein.
Wahrnehmbar ist allerdings auch das Ultimatum in Richtung Investoren bei Studivz (initialer Artikel) von Don Alphonso (siehe auch „Journalist Rainer Meyer“-Thread vom Sommer):

Lukasz, ich weiss, Du liest hier mit. Du weisst, wer und was ich bin. Es ist aus. Greift durch, zwingt mich nicht.
Ich gebe Euch 48 Stunden. 48 Stunden haben uns damals bei solchen Einsätzen auch immer gereicht. In 48 Stunden müsst Ihr die ganze Geschichte haben. Oder das Ganze geht hoch.
Denn ich war schneller als Kolja. Ich bin immer schneller.

 
Wobei er später ausführt:

Nein. Ich weiss, die sollen wissen, dass ich weiss, der Rest ist deren Sache. Nicht meine. Ich bringe so etwas nicht.
Die sollen den Saustall aufräumen, das ist alles.

 
Hmm, was nun, kommt Morgen Nachmittag die ganze Wahrheit ans Licht – oder eben doch nicht?
Eigentlich auch egal; der Impact der Blogosphäre ist meines Erachtens längst nicht so groß, daß ein Unternehmen wie Studivz Ltd. davor nun zittern müßte.
Was soll passieren? Wird BILD anbeißen? Wohl kaum, denn wer im Meinungsmainstrem kennt Ehssan Dariani, Studivz — oder wen kümmerte es? Peter Turi hat schon Absolution erteilt, andere folgen wohl zumindest gedanklich; bleiben also irritierte Blogger und irritierende Blogeinträge; das aber ficht den gemeinen Studenden 2006 nicht an. (Bekommt er/sie/es überhaupt mit?)
Naja, nicht bevor seine bereitwillig weggegebenen Daten als Bummerang Probleme bereiten — oder er, rein hypothetisch, Partner vermittelt bekommt ohne gefragt zu werden.
Aber das ist eine zuküftige Geschichte — vielleicht auch nur Wunschdenken von Menschen mit bösen Gedanken.
Wir werden es erleben, demnächst, in Ihrem lokalen Blogtheater ;)

Simple PHP Blog & WordPress …

Hmm, ich versteh’s nicht. Ich versuche, auf mein WordPress-Testblog zu linken und Simple PHP Blog pingback beizubringen. WordPress aber mag mich nicht:

Nov 11 10:47:46 sphpblog wusel-dbg[25422]: sb_pingback to death.uu.org, xml was: <?xml version="1.0"?> <methodCall> <methodName>pingback.ping</methodName> <params> <param><value><string>http://blogdoch.net/index.php?y=06&m=11&entry=entry061111-104107</string></value></param> <param><value><string>http://death.uu.org/worldpress/?p=3</string></value></param> </params> </methodCall>
Nov 11 10:47:46 sphpblog wusel-dbg[25422]: sb_pingback to death.uu.org returns: HTTP/1.1 200 OK Date: Sat, 11 Nov 2006 09:47:34 GMT Server: [...] Connection: close Content-Length: 377 Content-Type: text/xml <?xml version="1.0"?> <methodResponse> <fault> <value> <struct> <member> <name>faultCode</name> <value><int>0</int></value> </member> <member> <name>faultString</name> <value><string>Is there no link to us?</string></va

WordPress-Code:

 // Check if the page linked to is in our site
$pos1 = strpos($pagelinkedto, str_replace(array('http://www.','http://','https://www.','https://'), '', get_settings('home')));
if( !$pos1 )
return new IXR_Error(0, 'Is there no link to us?');

Ideas, anyone?

Studivz hype explained for Technorati-Users

As the recent interesst in British Company Studivz Ltd., which is, upto now at least, run by three students (employing roughly 50 people) currently leads to “Studivz” being No. 1 phrase in Technorati searches, lots of people start wondering what all this German (definitely not Dutch ;)) babbling is about.
To put it in a nutshell, one student named Ehssan Dariani saw facebook during his intern at spreadshirt in the US, saw it’s potential for the german and european market and founded Studivz Ltd. with another student and some external money; there are hints that his copycat, Studivz is indeed at least at the CSS level copied from facebook. Others claim this is purely by chance, since both used the same book on website design during development …
Recently, Studivz won the “Online Star 2006”, despite the fact that there are massive problems with site stability for several months now. See article on SPIEGEL online, Dariani blames the hoster for that, who in turn rejects that and claims that the software isn’t as capable as neccessary. Later on, Dariani reveals in the official Blog of Studivz that the software, written one year ago for some hundred concurrent users, does not cope well with several thousand concurrent users using the site today. (English translation via Google available.)
Dariani publishes strange Interviews on the Studivz company blog, the other company founders were found already to have grabbed domains of competitors and lately there was some fuzz about Dariani being the domain holder of voelkischerbeobachter.de and voelkischer-beobachter.de; currently redirecting somewhere else, these domains were allegedly used to invite to a Studivz-Party on 2006-07-15.
While currently the original content is not available in full, parts of it are leaking out. While Dariani claimed satirical intentions before, those site(s) seem to have shown something resembling the “Völkischer Beobachter”; see en.wikipedia.org or de.wikipedia.org … The image, when enlarged, features in the middle something resembling the logo of Studivz, as can be seen by overlaying the enlarged image with a 5% upscaled current logo. Still, it’s unclear whether this is a bad joke on Dariani/Studivz or if it’s one made by him.
More on karsten-wenzlaff.de/, pulse2.0, fimpern.de; German summaries at Customer of Hell and current issues at Rebellmarkt.
An not up-to-date article on Studivz in English from MSNBC is available as well.

Exit

Oh what a day. Aber er fing ja auch vielversprechend an — jedenfalls, was die Nachrichten- und Gerüchtelage rund um das Studiverzeichnis betraf. Nachdem Peter Turi heute morgen die bisherigen Mutmaßungen bestätigte …

Dariani hat vor Monaten zu einer Party seines Studenten-Netzwerkes StudiVZ, das zu den heißesten Startups 2.0 in Deutschland gehört, mit einer umgestalteten Titelseite des NSDAP-Kampfblattes “Völkischer Beobachter” geladen. Anstelle des Hakenkreuzes im Titel stand das StudiVZ-Zeichen. Konsequent schmerzfrei, wie Dariani nunmal ist, hat er für den Party-Gag auch gleich die Adressen www.voelkischerbeo– bachter.de und www.voelkischer-beobachter.de reserviert.

 
…, gab die Blogospähre richtig Gas, dazu gleich mehr.
Vorab noch ein bißchen on-the-fly Montage: Mittels Überlagerung zweier beim Zugriff direkt geladener Bilder wird hier das bislang öffentlich auffindbare Material, dessen Authentizität aber noch nicht bestätigt wurde, um den Faktor 4 vergrößert und dann in der Mitte des Bildes das aktuelle Studienverzeichnis-Logo um 5% vergrößert eingeblendet. Die Paßform ist erstaunlich, viel spricht daher für Turis Aussagen. (Randnotiz: natürlich ist so ein cgi eine Sollbruchstelle, DOSen leicht gemacht. Falls es zu einem Lastproblem kommen sollte … redirecte ich notfalls auf die Kaffeewerbung im Studiverzeichnis, also nicht wundern ;-))
Wenngleich es natürlich schwer fällt, den derzeit in vielen Blogs zu findenden vermeintlichen Ausschnit aus dem angeblichen Dariani-Werk zu vergleichen, so scheint doch dieses GIF eines orginalen V-B Ausgangspunkt für die Bearbeitung gewesen zu sein. Bedauerlich, daß bislang kein kompletter Screenshot aufgetaucht ist; aber letztlich ist das wohl nicht mehr nötig.
Im Studivz-Blog schreibt Ehssan am 22.08. (Hervorhebungen durch mich):

(zensiert: Einige Freunde von mir hatten (zurecht) grosse Bedenken, dass es wieder Ärger geben könnte seitens der pc-Polizei (Für Insider: Stichwort b-day-Einladung und studiVZ-Party vom 15.07….). Leider haben zu viele Leute nicht die geistigen Fähigkeiten den (Un-)Sinn von Satire zu erfassen.

 
Hmm, »pc-Polizei«? Sollte es um den 15.07.06 ob der vielleicht satirisch gemeinten »Bearbeitung« eines »Völkischen Beobachters« und der – vermuteten – Veröffentlichung auf den nun sattsam bekannten Domains schon Stimmen gegeben haben, die Ehssan zum Realitycheck aufforderten?
Hat offensichtlich dann nicht wirklich gefruchtet — und das ist meines Erachtens der Grund, weshalb die Finanziers des »Projektes« Studivz sehr gründlich über die zukünftige Rolle und Stellung Ehssan Darianis, Empfänger des Online Stars 2006 für Studivz, nachdenken sollten.
Obige Äußerungen, demnach wohl rd. einen Monat nachdem »einige Investoren und Freunde daraufhin Ehssan kräftig den Kopf gewaschen haben, er den Fehler eingesehen und Besserung gelobt habe« (Turi) getätigt, deuten für mich auf ein hohes Maß an Uneinsichtigkeit hin. Ob das Grund genug für die Testierung einer Merkbefreiung ist?
Als Aushängeschild müßte der Ideengeber (so zumindest lt. diversen Interviews, wonach er die Idee aus den USA, äh, »mitbrachte«) damit eigentlich Geschichte sein; ich bin gespannt, wie die Studivz Ltd. bzw. ihre deutsche Niederlassung mit dem »erfolgreichen Web-2.0-Unternehmer« (Turi) weiter verfährt.
Zwei, drei Kleinigkeiten in Peter Turis Abhandlung allerdings erscheinen mir einer Kommentierung wert und werden daher im Folgenden hervorgehoben:

Ich bitte Abstand zu nehmen: von Gerüchten, Ehssan sei ein Neonazi, ein Agent der Weltverschwörung oder sonstwas. Das ist Humbug. Ehssan ist ein netter junger Mann, der derzeit viel Erfolg und wenig Schlaf abbekommt, von der Grundkonstitution her nicht zum Grübeln neigt und dringend einen gestandenen Kommunikationsberater braucht.
Also bitte, lieber Blogger-Kollege: Kirche im Dorf lassen. Ehssan ist ein junger Mann, der riesigen Erfolg hat, weil er vif, fleißig und kurz entschlossen ist. Manchmal schießt er über sein Ziel hinaus, soll vorkommen bei 26-Jährigen. Messt ihn bitte an seinen Taten bei StudiVZ, nicht an schlechten Party-Gags, naiven Videos und leichtsinnigen Blog-Kommentaren.

 
Naja. Wie ich schon schrieb: »Irgendwie wäre es nett, wenn Ehssan auch dieses mal erklären würde; wenngleich es seine private Spielwiese sein mag, es wirkt … sonderbar.«
Ein »erfolgreicher junger Mann« ist doppelt, da müssen wir einen abziehen. Warum ein Alter von 26 zur Absolution führen soll, ist nicht nur mir unklar.
An den Taten bei Studivz mögen wir ihn messen? Gerne, nur: liegt die Präferenz auf einer gefakten Grafik aus dem Dritten Reich samt zugehöriger Domains; auf den Veröffentlichungen von »Interviews« mit z. B. nicht ganz nüchternen Frauen auf einem WC oder eher an den Performance-Problemen, die die wenigen Entwickler nach wie vor nicht im Griff haben?
Die Idee hinter Studivz.de ist, wenngleich (nicht nur die Idee?) geklaut, offensichtlich etwas, was viele Nutzer anspricht. Für die ca. 1 Million Nutzer nach eigenen Angaben gebührt Dariani, Brehm und Bemmann Anerkennung, keine Frage. In der Summe aber ergibt sich nicht mehr das Bild eines vorzeigbaren Unternehmens, selbst falls keine der Aktionen, in die das Unternehmnen Studivz verwickelt ist, juristisch angreifbar sein sollte.
Domaingrabbing von Adressen des Wettbewerbs, das Fingerpointing wg. der Performanceprobleme, die an Dritte-Reich-Propaganda ‘satirisch’ angelehnte Studivz-Party-Einladung, dann noch die fragwürdigen Mittel der Werbung in Frankreich und als aktuelles Sahnehäubchen »die Rattenlinie nach Barcelona« — vielleicht kann man ein Unternehmen so aufbauen, müssen muß man das aber glaube ich nicht.
Genug geschrieben, hier noch ein bißchen weiterführender Lesestoff: »StudiVZ Barcelona-Connection: Deine Daten und wer sie bekommt« (blogbar), »StudiVZ-Gründer und der Völkische Beobachter« (visualblog), »StudiVZ: Gib der Anonymität keine Chance!« (YAMB.BETA²), »StudiVZ: Braune Grütze kocht nun doch über« (basicthinking), »Gruscheln bis der Partner kommt« (GoetheBlog), »StudiVZ – Nazigate?« (customerofhell), »Es soll wohl nicht aufhören« (i-jeriko), »copycat« (die-wohnung.com) und »Wir werden sehen.« (betablog).