Der Wolfgang Schäuble, vielgescholten, sorgt sich ja um die Sicherheit der BRD. Ist wohl auch seine Aufgabe, so als Innenminister? Weiß ich nicht, es macht in Berlin eh’ jeder, was am meisten Profit bringt er/sie/es will — bevorzugt dabei: Pressestatements abgeben.
Nun hatte ich in meinem Urlaub ja auch Zeit – neben Entspannen, Ameisen vom Essen fernhalten, Mücken zerklatschen bevor sie mich aussaugen, Sonnebaden, Wein probieren, … –, aus dem marginal fernen Italien mir die Sicherheitsdiskussion, insbesondere bezogen auf das Internet, mal zu durchdenken.
Nehme ich doch einfach mal mich als Beispiel:
Ich habe nun eine Prepaid-SIM von TIM (Telecom Italia Mobile), abgeben mußte ich ein Personaldokument (wurde kopiert — den Italienern hätte wohl auch z. B. ein Führerschein gereicht, der in Deutschland ja explizit kein Ausweisdokument darstellt; Italiener gaben oft den Führerschein ab, ich brav meinen Personalausweis). Unterschrieben habe ich nichts, aber für 30,– EUR 9 GB Internettraffic im Monat zw. 17 und 9 Uhr werktags, Samstag und Sonntag ganztägig, inklusive (nur bei der Einbuchung ins ital. TIM-Netz — im Ausland wohl gegen Aufgeld). Trotz Videodownloads vom heimischen VDR habe ich nicht einmal die Hälfte des Volumens aufgebraucht …
Bei der Einwahl mit dieser SIM beim APN ibox.tim.it bekomme ich eine »italienische IP« (IP von Telecom Italia Mobile, die von den üblichen Diensten als in Italien liegend verortet wird). Ohne extensiven Datenaustausch der StrafPräventivverfolger mit (hier:) Italien könnte ich also, vor Ort oder gegen saftiges Aufgeld (und hunderte von TIM-Aufladekarten, die man in Italien aber an fast jeder Straßenecke anonym gegen Bargeld bekommt – mit einer italienischen Kreditkarte gehen auch Spielchen wie Aufladen per Web und autom. Aufladen …) auch aus Deutschland, munter meine terroristischen Pläne gegen die BR Deutschland schmieden — und Wolfgangs tolle Sicherheitsmaßnahmen griffen nicht, da a) sein Staatssicherheitsapparat nicht wüßte, daß ich eine ausländische SIM besitze (bzw. hier sogar: mein Eigen nenne (auch wenn TIM auf die Karte druckt, die Karte bliebe TIM-Eigentum)) und b) selbst, wenn der es wüßte, Wolfgangs krasse deutsche Staatssicherheitsgesetze in Italien nicht griffen …
Ist es valide anzunehmen, der internationale Terrorismus nage am Hungertuche und könne sich Roaming nicht leisten?
Ist es valide anzunehmen, daß der internationale Terrorismus nicht auf die Ideen eines roamingeplagten Urlaubers kommt?
Ist es valide anzunehmen, daß der internationale Terrorismus nicht flexibel eigene VoIP-Server betreibt und zu diesen nur unverschlüsselte Verbindungen aufbaut?
Ich jedenfalls glaube, daß jemand, der multiple Flugzeugentführungen zu Bombardementzwecken umzusetzen in der Lage ist, weder an aktutem Geldmangel leidet (→ Roamingkosten kein Thema) noch unfähig ist, sich technisches Know-How einzukaufen.
Back
Urlaub ist zu Ende, naja, fast. Montag morgen geht die Arbeit beim ISP bei der TelCo weiter. Die Nacht ist dem Recovery gewidmet, beim häuslichen File-, Mail-, DCHP- und Proxy-Server (man will ja die 2 CPUn auch ausnutzen – Konsolidierung mit Virtualisierung) hat’s das Root-FS zerhauen, und – wie soll ich’s sagen? – bei dem 8-GB-FS gibt’s die zweite Spiegelhälfte (ehedem auf ‘ner guten alten 9 GB-SCSI-Platte) leider nimmer. (SCSI-Platte verstarb etliche Monate vorher, die Repartionierung vorhandenen Platzes wäre mit Reboot verbunden gewesen und davor scheute ich immer zurück … *seufz*)
Naja, immerhin kann ich Kunden Anderen aus eigener Erfahrung berichten, wie wichtig die zeitnahe Wiederherstellung von Redundanz ist. Wieder einmal aus eigener Erfahrung sogar …
Da schau her …
Jo Schaefers Soso: [23:32] <mnemotron> im vorspann von Alles Atze steht ja “Idee: Hubertus Albers”
Hmm, »Albers«, »Atze« … Also, irgendwie war da mal was, oder?
c't läutet die Saure-Gurken-Zeit ein?
An sich mag ich die c’t ja, aber was nun lt. Golem.de als Sommerlochsaufreißer herhalten muß, irritiert mich schon etwas.
Von einer »massive DSL-Lücke« kann meines Erachtens keine Rede sein, wenn der Nachbar auf meine Windowsfreigaben zugreifen kann. Im Gegenteil, das ist eigentlich der Sinn einer Vernetzung …
Wenn es eine Lücke gibt, dann liegt sie an schlampigen Defaulteinstellungen eines viel zu weit verbreiteten Möchtegern-Betriebssystems aus Redmond, USA.
Ich werde nie begreifen, warum immer gleich »Fehlkonfiguration! Fehlkonfiguration!« an die Adressen von Internetzugangsvermittlern skandiert wird, wenn mal wieder eine Scheunentor-Windows-Kiste eindrucksvoll beweißt, wie sehr Redmond bei den Defaulteinstellungen irrte.
Wer fordert, daß Windows-Nutzer durch technische Maßnahmen vor sich selbst und ihrem anfälligen, fett gewordenen, Ex-Rennpferd beschützt werden, ist letztlich auch bereit, sich 2007 noch auf Internetzugänge mit filterndem Zwangsproxies einzulassen …
Warm?
Wie warm es heute am letzten Urlaubstag hier in Solcio am Lago Maggiore war, weiß ich mangels Meßgeräten leider nicht; die Vorhersage lag bei 32 Grad Celsius.
Das allerdings dürfte nicht reichen, um das Wachs der Citronella-Kerze, siehe Bild, fast vollständig zu schmelzen.
Neben der Kerze hat’s auch die Luftmatratze nicht überstanden, die für ca. 3 Stunden (14 bis 17 Uhr, die Zeit der größten Hitze, haben wir uns in ein Einkaufszentrum 30 km von hier gen schweizer Grenze verzogen) der Sonne ausgeliefert war.
(Ok, die Kerze habe ich mit Streichhölzern als Dochthalter noch wieder hinbekommen — die Luftmatratze sprudelt an der Naht auf einer Seite wie bestes Selters.)
Erwähnte ich schon, daß gestern lt. der Anzeige einer Apotheke (cool: jene haben hier als auch in anderen Ländern, u. a. Frankreich, IIRC, ja meistens eine fesche Leuchtreklame draußen hängen, auf der abwechselnd das grüne Pharmacia-Symbol (grünes Plus) und andere Informationen angezeigt werden — ist die Apotheke grade zu, scrollt bei einigen auch ein »Chisura« durch) es im Nachbarort Arona 34 Grad Celsius gewesen sein sollen? Ich glaube das gerne, weder unserer Kühlkiste (bis 20 Grad Celsius unter Umgebungstemperatur steht vorne drauf – schaffte sie es in Grosseto noch, Eiskristalle in Erfrischungsgetränken zu bilden, reicht es derzeit grade mal für fühlbar kühl) noch dem A6 schmecken die Temperaturen. Naja, ab der Schweiz wird’s wohl kühler …
*bssst* *brzel*
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14 24 Einstiche um den Knöchel herum — das ist deutlich jenseits von »nett«! Und darum sind wir mittlerweile zum Gegenangriff übergegangen …
Ich habe wirklich lange nicht mehr 10 und mehr Mücken um mich schwirren gehabt — hier in Solcio am Lago Maggiore kann das abends durchaus vorkommen. Nachdem Citronella-Kerzen eher als Lockmittel zu wirken schienen, haben wir uns einen von diesen *brrrrzz*-Kästen gekauft, der das Ungeziefer mit Licht anlockt und das unvorsichtige fliegende Teilchen elektro-exekutiert, sollte es nahe genug an die Lampe und damit gegen das Stromgitter fliegen.
So richtig dezimieren tun wir die Mücken hier noch nicht, aber aus der Caravan-Reihe direkt am Wasser hört man Elektroexekutionen von Insekten im Sekundentakt … Das Foto zeigt unsere Ausbeute der ersten Nacht.
Danke, Vodefone DE
Oh, wie aufmerksam, Vodefone, daß Ihr eine Woche nach meiner Rückkehr nach Deutschland die Preise (drastisch? Ich werde es sehen …) nach unten korrigiert.
Ich denke, bei dem Spam, den ich von Euch im Urlaub bekommen habe, werde ich mal den Einzelverbindungsnachweis für SMS und MMS anfordern müssen, sollte der Empfang im Ausland kostenpflichtig sein — es ist für den Anbieter ja ein Leichtes, entweder den Versand im Roamingfall auszusetzen/zu verzögern oder einfach nicht zu berechnen. Mutwillige Kostenerzeugung beim Kunden dürfte eigentlich nicht statthaft sein?
Zum Glück hatte ich noch ‘nen Asterisk laufen, mit der für den bezahlbaren Internet-Zugang eh’ notwendigen nationalen SIM (25,– EUR für den TIM-Tarif 9-GB-frei von 17 bis 9 Uhr, 5,– EUR für die Rufnummer(?), die als Guthaben dann auf der Karte waren) machte dann Callback endlich mal Sinn, also habe ich das kurzerhand eingerichtet.
An dieser Stelle möchte ich K-DSL, meinem Ortsrufnummer-Anbieter, ein Lob aussprechen: als ich an jenem Samstagabend es zu konfigurieren versuchte und der outbound call nach Italien nicht zustande kam, schickte ich eine Mail an den Support und bekam am Sonntag(!) morgen neue Zugangsdaten für deren neue Plattform. Hinsichtlich des Service kann ich bei K-DSL wirklich nicht meckern. Leider klappte beim neuen Anbieter die DMTF-Übergabe vom Handy in Italien bis zum Asterisk in Deutschland nicht — für einen echten Callback-Dienst mit freier Zielwahl leider das K. O.
Da mein GMX-Account noch funktionierte, probierte ich es nach 3, 4 Fehlversuchen über K-DSL darüber und siehe, es klappte auf Anhieb … (Außerdem hatte K-DSL die Rufnummer +39 338 29XXXX als »Italy Other Mobile« für ca. 42 Cent/Minute berechnen wollen, statt »Italy Mobile TIM« für ca. 25 Cent/Minute … Was draus geworden ist? Leider hat ein Festplattendefekt nach Stromausfall meinen Mailserver lahm gelegt, sodaß ich den letzten Stand nicht kenne.)
Letztlich kosten mich Gespräche nach Deutschland vom Handy in Italien aus nun 29,00 (GMX D->IT Mobile) + 1,39 (K-DSL D-Festnetz) Cent/Minute.
Man könnte es noch günstiger haben, klar, aber das Setup funktioniert und es war ja auch nicht geplant, daß da so viele lange Telefonate nach D stattfinden würden — geplant hatte ich es für unbeschwerte Urlaubstelefonate nach Hause …
Degradabile
Lustige Sachen gibt’s hier — im ipercoop z. B. wird die gekaufte Ware gleich eingepackt, kostenlos und, sofern ich das richtig verstehe, in binnen 3 Jahren kompostierenden Tüten, die man gerne noch 18 Monate nach Produktion – d. h. bis zum aufgedruckten Datum – weiter nutzen möge.
Da wir gestern in einer dieser Tüten dann die Butter wiederfanden – genauer das Papier der Verpackung, die Butter selbst hatte sich mittlerweile gründlich verflüssigt –, haben wir sie, Tüten als auch Butterrest, dem Recycleprozeß übergeben …
Katalog und Realität
Wir haben uns diesen Campingplatz nicht nach Hochganzprospekten oder Campingführern ausgewählt — insofern war es eher belustigend für uns, den lt. ADAC-Campingführer »bis zu 20m breiten Sand- und Kiesstrand« in Augenschein zu nehmen.
Man beachte insbesondere das im Wasser stehende Netz — das sind nicht nur zwei Pfosten und ein Netz auf abschüssigem Grund, nein, vor der Flut war das mal ein teils erhöhtes – weil ebenes – Spielfeld, eingefaßt von einer Kunststoffummantelung.
Ich habe bislang nicht gefragt, wieso da Sonnenschirme und ein Netz im Wasser stehen — bis zur Web-Recherche heute Nachmittag dachte ich noch an einen Fake, um einen größeren Strand verargumentieren zu können. Dann allerdings fand ich eine Seite über den Platz samt Foto aus wohl wasserärmeren Tagen. Naja, was soll’s, bislang waren immer zwei Liegen für uns da — aber lustig finde ich es schon, beim ADAC sollte man das »bis zu 20m« um ein »(wasserstandsabhängig)« ergänzen, IMHO.
Bleeding EDGE
Boah, wie ich das hasse … TIMs GSM-Netz ist an sich ja nicht schlecht — aber zum kotzen sind die verläßlichen Verbindungsabbrüche, sobald größere Datenmengen gesendet werden sowie die intermittierenden Abbrüche — trotz lt. Anzeige des 6630 bei bestmöglichem GSM-Empfang (UMTS ist hier manchmal mit 1 Balken zu erahnen — aber da das 6630 neben UMTS auch EDGE beherrscht, anders als meine UMTS-PC-Card, und EDGE in Italien generell gut ausgebaut ist, ist das zu verschmerzen):
Tue Jul 17 22:03:31 CEST 2007: tim time=5473 bytes_sent=1446598 bytes_rcvd=9787227 Wed Jul 18 01:19:47 CEST 2007: tim time=11730 bytes_sent=762636 bytes_rcvd=3002559 Wed Jul 18 02:12:15 CEST 2007: tim time=3107 bytes_sent=834248 bytes_rcvd=8473736 Wed Jul 18 03:19:29 CEST 2007: tim time=4006 bytes_sent=3539696 bytes_rcvd=5800458 Wed Jul 18 03:21:08 CEST 2007: tim time=83 bytes_sent=317968 bytes_rcvd=1387396 Wed Jul 18 03:29:55 CEST 2007: tim time=463 bytes_sent=1140080 bytes_rcvd=5480426
Immerhin, wenn’s denn mal läuft, sind downstream ca. 23 KByte/sec und upstream über 14 KByte/sec möglich — ganz ohne das olle UMTS …
Und was machen die deutschen Anbieter? Kehren EDGE die garstige Schulter und propagieren UMTS-or-bust. Das nenne ich Kundenservice :-(
