Unfähige Hoster — was ist dran an der Geschichte?

Nachdem die Sache mit den Konkurrenzdomains, trotz des Versuchs, das harmlos dastehen zu lassen eher ein schlechtes Licht auf die Domaingrabber-WGStudivz-Gründer wirft, möchte ich nochmal die Aussagen bzgl. des angeblich unfähigen Hosters hinterfragen — auch wenn Hoster-Probleme bei Startups scheinbar (samt der wenig hilfreichen, da einseitigen, Darstellung im Blog) mittlerweile die Regel sind. Hitflip:

Fakt ist, dass wir bereits vor 4 Wochen angefangen haben neue Server bei HostEurope zu bestellen. Bisher wurde noch kein einziger geliefert. Der erste Server, bestellt am 09.10, sollte am 19.10 bereitgestellt werden (neuer Termin: 07.11). Die anderen, die wir am 16.10 bestellt haben, brauchen wohl auch noch bis Mitte November. Auf der Homepage wird zwar eine Express-Bereitstellung angeboten, HostEurope kann diese derzeit aber nicht liefern. Leider können wir derzeit auch nicht in ein eigenes Rack umziehen, um eigene Server unterzustellen, da auch diese seitens HostEurope derzeit nicht lieferbar sind.

 
»Auf der Homepage« habe ich grade keine »Express-Bereitstellung« gefunden (nur Express-Service); hilfreich zur Bewertung wäre also zu wissen, welche Maschinenklasse nicht wie gewünscht bereitgestellt wird seitens des Hosters.
Fehlender Rackspace ist natürlich auf den ersten Blick unentschuldbar — auf den zweiten Blick fallen aber durchaus Gründe ein, warum sowas trotz sorgfältiger Planung passieren könnte. Kurzum: auch hier wäre natürlich ein Statement des Hosters schön, wo er seine Sicht schildern kann.
Eine plausibel scheinende Erklärung scheint dieser Forumsbeitrag zu bringen:

Lieferprobleme bei HostEurope?
23.09.2006, 08:28
Gibt es eigentlich noch andere die bei HostEurope seit über 3 Wochen auf die Bereitstellung neuer Dual-Xeon-Systeme warten?
Eine einzige Liste an angeblichen/tatsächlichen Problemen: erst kann/will Dell nicht liefern, dann passt es nicht mit dem Linux-Kernel und jetzt Probleme bei der Stromversorgung.

 

AW: Lieferprobleme bei HostEurope?
23.09.2006, 15:08
Entweder man wartet paar Std. bis 1 – 2 Werktage auf seinen Server oder es dauert verdammt lange :-)
HostEurope, scheint es so zu machen das die erstmal eine Stange von Servern in Racks stellen und dann nur noch installieren und an die Kunden weitergeben. Daher vermute ich mal das HE momentan keine Server zur Verfügung haben. Und dann kommt noch das Dell in Allgemeinen lange Lieferzeiten haben.
Ich denke, dass du mit Sicherheit bis 6 – 8 Wochen warten musst :)

 

AW: Lieferprobleme bei HostEurope?
24.09.2006, 09:35
Danke für die Antwort – auch wenn sie mich nicht wirklich begeistern kann :(

 
Hmm, wenn das stimmt, würde das ggf. beide Probleme von hitfllip erklären — und hitflip müßte sich fragen lassen, welche SLA sie eingekauft haben. Gegen Einwurf kleiner Münzen sollte, bei variabler Definition von »klein«, eigentlich jeder Dienstleister willens und fähig sein, dedizierte Vorratshaltung zu betreiben.
Was aber war bei Studivz los?
In einem der letzten Blogeinträge dazu heißt es:

Die Software von Dennis entstand im November letzten Jahres und wurde inkrementel weiterentwickelt. Es war auf einige Hundert oder Tausend Nutzer Pro Tag ausgelegt. […] Die Optimierung kann jedoch noch Tage bis einige Wochen beanspruchen. Wir bitten dies zu berücksichtigen.
[…] Nun liegt es zu einem grossen Teil an uns, die Applikation schlank und rank zu bekommen. Eine Arbeit, die Tage oder gar Wochen beanspruchen kann und nicht von heute auf morgen geht.

 
Dazu paßt der Eintrag vom 11.08.2006:

StudiVZ hingegen hat derzeit Probleme mit der Skalierung: die Server sind vom Ansturm überlastet. Das sollte sich in den nächsten Tagen aber auflösen, da meines Wissens neue Server schon bereitstehen und derzeit konfiguriert und getestet werden. Siehe auch Startseite von StudiVZ: “Endlich, die neuen Server sind da! Wenn wir übers Wochenende durchmachen ist nächste Woche alles fertig und die Seite ist und bleibt so schnell wie früher!”

 
(In dem Zusammenhang: Schade, daß in spekulativen Blogeinträgen von einem »Angel und Mitgründer« Studivzs nicht auf diese Verbindung hingewiesen wurde. Naja, kann passieren.)
Entweder hat man das Durchmachen vergessen oder die Ursache ist doch mehr ein strukturelles Problem der Software; selbst nach der Lieferung neuer Server im August gab es ja keine nachhaltige Besserung, wie jeder auch im Blog nachlesen kann. Inwiefern es tatsächliche Nichteinhaltungen von Zusagen gab, kann von hier nicht gesagt werden; aber daß die Software ein massives Problem mit dem Wachtum von Studivz hat, das wurde nach langem nebelbombenwerfen in alle Richtungen endlich klar gesagt.
Viel Lärm um nichts also?

»SCHMOOGLE«: Harald Schmidt besucht das Web2.0

Toll, nun gucke ich schon nicht mehr den greisen lauten Mann — bei »Schmidteinander« fand’ ich ihn noch gut, aber damals waren wir alle noch jünger —, da sprint er mich in der Blog-Welt an: Der Ice Blog berichtet drüber, SEO und andere: unter dem Motto »Schmoogle – Der Irre kauft alles.« gibt’s ‘ne Webpage. Vom Schmidt, wie’s aussieht.
Toll. Toller. Am tollsten aber:

Der Name indes ist so gut nicht gewählt, die Domain gibt es nämlich bereits seit geraumer Zeit – von einem SEO.

 
Damit wird’s schon fast wieder lustig ;)

Die häßliche Seite eines »Online Stars 2006«

Eigentlich war es ja abzusehen — die Kombination Klon-Import eines in USA erfolgreichen Community-Konzeptes, himmlische Hilfestellung durch die Samwer-Brüder und Junge Gründer barg es in sich: kometenhafter Aufstieg (nach Selbstdarstellung von Null auf 900.000 Mitglieder in einem Jahr), Technikprobleme, Größenwahn Online Star 2006!
Der Olymp ist erreicht. Oder der Zenit überschritten?
Denn nun wird’s schmutzig: von »beleidigten Dritten« wie zum Beispiel nicht freundlich genug schreibenden Journalisten und anderen möchte man im offiziellen StudiVZ-Blog nichts mehr veröffentlichen; ist das Zensur oder nur das gute Recht eines Blogbetreibers?
Zwischenzeitlich sah sich Ehssan Dariani »Unfairness« ausgesetzt; manches empfindet man gegen sich gerichtet wohl weniger lustig, als wenn man selbst am Abzug, pardon, Keyboard sitzt (vielleicht wieder mal in einem Cafe)?
Ungünstig, daß ausgerechnet jetzt diese Sache mit dem »dummerweise« passierten, fast schon massenhaft zu nennenden, Domaingrabbing von Domains der Studivz-Konkurrenten unister und StudyLounge publik wird. Das gibt mal wirklich schlechte Publicity.
Außerdem reiten immer mehr auf dieser lästigen Clone-or-Copy-Frage rum, stellt jemand die Stalker-Möglichkeiten im StalkStudivz bloß, ja, unverblümt wird sogar ein »EXACT _clone_ of www.studivz.net very urgend« gesucht (noch 21 Tage — any takers?).
Alles nicht so charmant für den Online Star-Preisträger; aber kommt es von ungefähr? Ist es gar eine unfaire Kampagne?
Ich denke nicht. Schauen wir uns kurz den bislang letzten Akt des PR-Gaus um Dariani, Bemmann und Brehm an:

Hallo,
hier ist Michael. Robert, auch Dir gebe ich Recht, die Aktion mit den Domains, war nicht gut und tut mir auch in diesem Zusammenhang leid. Ich sehe schon, dass ich noch viel lernen muss, kann Dir aber versichern, dass ich gerade einige sehr schmerzhafte Lektionen bekomme. Allerdings möchte ich auch sagen, dass ich Christoph alle Domains angeboten hatte, als er mich angeschrieben hatte. Er hat damals abgelehnt alle Domains zu übernehmen. Ja, ich hätte ihm auch einzelne Domains anbieten sollen, das habe ich nun nachgeholt. […] Zum Hintergrund nur noch dies: Als ich die Domains registriert habe, haben wir noch zu dritt aus dem Wohnzimmer gearbeitet und fanden die Idee lustig, dass Leute, die viele Internetprojekte gemacht haben vergessen hatten, sich wichtige Domains zu sichern. Im Nachhinein war das wohl ein Fehler.

 
Hallo? McFly? »Allerdings möchte ich auch sagen, dass ich Christoph alle Domains angeboten hatte«? Wieso »angeboten«, warum nicht einfach alle freigegeben? Wie schon festgehalten, die studylounge.co.uk-Entführung datiert auf den 02.05.2006 (»Renewal date: 02-May-2008«!), unister.at hingegen sogar erst auf den 31.08.2006. Da war das noch alles aus dem »Wohnzimmer«? Hmmm … Die Gründung wird auf Oktober 2005 datiert, 10 Monate später sitzt man also noch zu dritt im Wohnzimmer, im Oktober 2006 aber sind es schon »über 30 Mitarbeiter«. Wie war das doch?

Dariani: […] Wir dürfen Meinungen nicht zensieren, auch wenn sie uns persönlich nicht passen. Die Grenzen setzt der Gesetzgeber. Es gibt bei uns eine liberale Atmosphäre – aber kein Appeasement.

 
Mittlerweile sieht er das offensichtlich anders.

Dariani: […] Alle Daten bleiben bei uns. Vertrauen ist unser wichtigstes Kapital.

 
Ich warte dann also gespannt auf die vertrauensbildende Maßnahme der Veröffentlichung des Mietvertrages mit Datum nach dem 31.08.2006 für die Schlegelstraße 26a, 10115 Berlin.
Allerdings frage ich mich dann, wieso es in der Pressemitteilung vom 06.07.2006 heißt:

Während die Gründer in den ersten Monaten noch von zu Hause aus das Projekt entwickelten und sich zu Meetings in Cafés trafen, beschäftigen sie nun bereits 25 Mitarbeiter in ihrem Berliner Büro.

 
Mittlerweile weist das Impressum übrigens die Saarbrücker Str. 38, 10405 Berlin aus.
Spannennd auch die Erwiderung Christoph Bergers von www.studylounge.de:

Michael, Du hast mir Mitte September insgesamt 34 Studylounge/Studilaunge/Studylaunge-Domains zum Kauf angeboten. Und nur alle als ein großes Paket – für das du einen 4stelligen (!) Betrag haben wolltest. Mit der Begründung, dass das in etwa der Betrag war, den Dich die Registrierung damals selbst gekostet hast. Und Ende September meintest Du noch wörtlich, dass Du einzelne Domains nicht abgeben wirst…
Aber auch jetzt, nachdem eure Wild-West-Domainregistriererei schon einige Wellen geschlagen hat, scheinst Du leider wohl immer noch nicht kapiert zu haben, um was es hierbei eigentlich geht. Wie sonst soll ich mir erklären, dass Du mich in Deiner Email gestern gefragt hast, an welchen Domains ich interessiert sei? Ich solle Dir diese nennen und du würdest die dann freigeben.
Aber so läuft das nicht!
Du hast Dir Domains gesichert, die Du in meinen – und nicht nur in meinen – Augen nicht zu haben hast. Und ich bin auch nicht bereit, für eine Domainübernahme Geld an den Grabber zu zahlen. Sorry, aber Domaingrabbing=Cash burning!
Auch wüsste ich absolut keinen Grund, Dir eine Liste mit Domains zu nennen. Warum? Damit du andere dann behältst?
Gib einfach alle Domains frei, die Du „gegrabt“ hast! Und bitte komm nicht in paar Wochen mit „Ach, die hatte ich damals vergessen freizugeben…“!

 
Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Bemmann/Brehm haben Domains der Konkurrenz an sich gerissen; für die Freigabe nun noch Geld zu fordern, das … erscheint … dreist. Vorsichtig formuliert. Oder war der Domainverkauf vielleicht Plan B, falls das VZ nicht so einschlagen sollte wie erhofft? Wie so vieles, wird auch dieses wohl nie endgültig zu klären sein. Und das ist schade, nicht nur für den Online-Star-2006-Preisträger Studivz …

Nummer 6 lebt: Yahoo röhrt nun auch deutsch.

Super. Mir ist zwar noch immer unklar, wie sich diese lustigen Video-Upload-for-free-Portale finanzieren (wollen), aber gut, bei so großen Namen wie Google oder Yahoo ist das dann vielleicht auch nebensächlich.
Begrüßen wir also nun auch Yahoo in der illustren Runde derer mit deutschsprachigem Videoportal — heise online schreibt dazu:

Yahoo ist mit seinem Angebot keinesweigs allein im Internet: Neben Yahoo bieten bereits Google, Sevenload, Clipfish, MyVideo und Dailymotion deutschsprachige Video-Seiten an.

 

StayFriends — Kommunikation nur gegen Cash

Geld verdienen mit der aufgebauten Community — tendenziell ist dagegen ja nichts einzuwenden. Bei openBC konnte man mich zum Upgrade auf einen zahlenden »Premium«-Account bewegen, indem man es dem kostenlosen Basisaccount verwehrte, eigene neue Nachrichten zu schreiben; lesen hingegen konnte ich die an mich geschickten Nachrichten.
Ganz anders hingegen StayFriends; dort kann man munter Nachrichten verschicken, der Betreff allerdings ist nur aus einer Liste vorgefertigter Texte auswählbar — zugegebenermaßen mit Hinweis auf die potentielle Unlesbarkeit beim Empfänger:

Hinweis:
Ihre Nachricht wird beim Empfänger hinterlegt. Ihr Name als Absender und der gewählte Kurzgruß sind sofort sichtbar.
Die ganze Nachricht kann $EMPFÄNGER erst lesen, wenn einer von Ihnen die Gold-Mitgliedschaft erworben hat.

 
Schön — gelesen, vergessen. Klickt der mit einer solchen Nachricht Beglückte dann im Posteingang auf Betreffszeilen wie »Laß mal was von dir hören!«, kommt die große Enttäuschung:

Leider können Sie diesen kostenpflichtigen Service nicht im vollen Umfang nutzen.
Damit Sie Nachrichten lesen und beantworten können, muss einer der beiden Teilnehmer eine Gold-Mitgliedschaft besitzen.
Sobald Sie oder $ABSENDER Gold-Mitglied sind, können Sie bereits empfangene Nachrichten lesen und weitere Nachrichten austauschen.

 
Und da dieses Konzept konsequent durchgehalten wird, …

Spitzname:
[Der Spitzname wird ihnen als Gold-Mitglied angezeigt]
Meine Hobbys:
[Die Hobbys werden ihnen als Gold-Mitglied angezeigt]

 
… ist Kommunikation der Mitglieder untereinanger nur möglich, wenn wenigstens einer der beiden sich diese tolle »Gold-Mitgliedschaft« kauft.
Gretchenfrage: bleibe ich als Karteileiche drin oder lasse ich meine Daten lieber komplett löschen? Vom Ansatz her finde ich StayFriends ja nett, auch verstehe ich den Wunsch, die Ausgaben für das Angebot mit Einnahmen kompensieren zu können (Bannerwerbung o. ä. sehe ich jedenfalls keine) — aber diese Art der Nötigung, doch mal bitte sich ‘nen Gold-Account zu kaufen, geht mir prinzipiell gegen den Strich …

Kamikazekommunikatoren und Domaingrabber — Harte Bandagen bei den Studentenverzeichnissen

Irgendwie ist es ja fast witzig. Wie dittes.info berichtet, wurde die Domain unister.at nicht, wie man erwarten würde, auf den Studivz-Konkurrenten unister.de, sondern auf »Dennis Bemmann« von der »Studivz Ltd.« eingetragen:

So habe ich heute eine E-Mail bekommen mit folgendem Inhalt:

“Momentan fragt man uns noch nach der Konkurrenz. In ein paar Monaten wird das nicht mehr der Fall sein, dann wird es nämlich keine mehr geben.” (Zitat des StudiVZ-Gründers Dariani publiziert in sueddeutsche.de, 23.10.2006) – StudiVZ gibt sich gegenüber der Öffentlichkeit gern siegessicher.
So lässig, wie sich die Crew von StudiVZ gibt, ist sie anscheinend nicht. Unter anderem fürchtet man offensichtlich das mittlerweile inhaltlich und funktional gut aufgestellte Studentennetzwerk Unister.de, sonst hätte StudiVZ nicht die österreichische Domain unister.at gekauft, um uns in unserer Erreichbarkeit für österreichische Studenten zu beschränken. Indes melden sich Studenten österreichischer Hochschulen bei unister.de an.

 

 
Der aktuelle Status der Domain unister.at kann online abgerufen werden.
Ich finde, das ist schon ziemlich starker Tobak. Sei es, wie es den Anschein hat, daß Studivz der unliebsamen Konkurrenz — funktioniert dort eigentlich die Technik und die Vertragsabwicklung? — die österreichische Domain abspenstig machte, sei es, daß ein Dritter durch Falschangaben bei der Anmeldung genau diesen Anschein erwecken wollte: was müssen da für Investorensummen im Raum stehen, daß jemand beim doch mittlerweile eher gefestigten Richterrecht bzgl. Domains solchen Unfug anzettelt?
Randnotiz: studivz.eu hält eine Frau aus Berlin (»Hier entsteht eine neue Internetpräsenz«), unister.eu endet bei text-koenig.de. Für Studentenportale mit europäischen Ambitionen in meinen Augen ein recht schwaches Ergebnis.
[UPDATE 23:05] Wie www.basicthinking.de berichtet, ist auch ein weiterer Konkurrent, StudyLounge, mit der Domain StudyLounge.co.uk Opfer der Domainsammelwut der Studivz-Gründer geworden. Während bei unister.at Dennis Bemmann als Domaininhaber fungiert, tut dies für studylounge.co.uk »Non-UK Individual« Michael Brehm (Anmeldung bei openBC erforderlich; pikante Alternative). Nennt man das Arbeitsteilung?
Bemerkenswert sind die Daten, die studylounge.co.uk-Entführung datiert auf den 02.05.2006 (»Renewal date: 02-May-2008«!), unister.at hingegen sogar erst auf den 31.08.2006 — angesichts dieser Daten fällt es mir unwahrscheinlich schwer, darin etwas anderes zu sehen als den, ggf. kostspieligen und letzten Endes fehlschlagenden, aber für die Gegenseite derweil zeitraubenden, Versuch, der Konkurrenz Knüppel zwischen die Beine zu werfen.
Vielleicht hätte sich der Verantalter des »Online Stars« sich vorab gründlicher über die Kandidaten informieren sollen — Aberkennung ob solcher Geschäftspraktiken wäre aber mal ein offensiver, wenngleich später, Schritt. YMMV …

/ignore this …

*seufz* Warum finde ich nicht einmal Software, die einfach so tut? (Dies ist eine rhetorische Frage.)
Ok, so be it. Simple PHP Blog, was ich hier einsetzte – da es auch im Header steht, verrate ich damit hoffentlich keinen Angriffspunkt … –, hat augenscheinlich ein Problem mit Trackbacks; initial wurde immer ein ‹?› an den Querystring gepappt, was u. a. WorldPress mit einem Fehler quittierte.
Nachdem ich dieses Problem im Code fixte, stolpere ich nun über Bloger, die den »n Trackbacks«-Link als Trackback-URI speichern — leider scheint das mein SPHPBLOG nicht zu fressen …
Dieser Artikel dient als Trackback-Target, bitte ignorieren ;)

Hype2.0 — YouTube, MyVideo, WessenKohle.

Kohle, Zaster, Geld. Geschäftsmodell. Dinge, die im Hype2.0 eine Rolle spielen.
Ungeachtet aktueller BOOs (»youtube: Jetzt wirds schmutzig«), wonach es beim YouTube-Google-Deal noch ein paar Details am Rande gegeben haben soll: warum zahlt irgendwer für etwas wie YouTube oder auch (ProSiebenSat.1) für MyVideo richtig Geld?
Anders gefragt: was ist das Geschäftsmodell von YouTube oder dessen deutschen »Adpationen«? Die aktuellen »Top 100« von MyVideo spricht für sich:

  1. Porn Wars. ;-)
  2. Adolf allein in Berlin
  3. Auto-Sex
  4. La Bomba
  5. Manga X
  6. Voll Assi Toni die Wahrheit …
  7. dumme schülerin
  8. Gelbe Karte
  9. Schneller Hamster
  10. Geile Optik
  11. geile Sau!!! sooooo fe…
  12. Schwuler Schirie
  13. Stark
  14. Ehe kann so schön s…
  15. bi ba bumse biene
  16. The Lion sleeps tonight VOLL…
  17. The Sweetest Thing
  18. ICE AGE 3
  19. Xavier Naidoo Danke Deutschl…
  20. …

Diese »hier eingestellten Inhalte« »von privaten Nutzern« sind entweder TV-Werbesports bzw. sonstige TV-Mitschnitte aus dem In- (RTL-Freitag Nacht News, TV total, …) und Ausland, Musikvideos mit und ohne Senderlogo — oder, wenn das Videomaterial »privat« sein sollte, mit handlesüblicher, d. h. nicht zur Aufführung bzw. Sendung im Internet freigegebener, Musik unterlegt. Die wenigstens »Top«-Clips erscheinen nicht erst auf den zweiten Blick rechtlich unproblematisch; bei selbstgedrehten Szenen, z. B. mit den höllisch unscharfen Kamerahandys, stellt sich u. a. die Frage, ob alle Personen der Veröffentlichung der meist peinlichen Szenen zugestiimt haben. Jugensschutz ist ein weiteres Thema — ohne Zugangskontrolle erscheint es mir fraglich, ob alle Bestimmungen des Jugendschutzes eingehalten werden können.
Streichen wir im Geiste mal alle rechtlich fragwürdigen Clips auch bei MyVideo, was bleibt dann noch? Auch Bundesliga-Schnipsel soll es, nach dem Willen der DFL, auf YouTube, clipfish usw. bald nicht mehr geben.
Fragt sich nur, ob die Rechnung gegen die Rechteinhaber für die Samwer-Brüder noch aufgehen wird. heise online schreibt in dem Zusammenhang:

[…] MyVideo soll seinen Hauptsitz in Bukarest haben. Vermutlich ist das besser so, denn ähnlich wie bei YouTube flimmert hier auch allerhand urheberrechtlich geschütztes Material über den Computerbildschirm. Gesteuert wird das Unternehmen aber vermutlich eher aus der Berliner Rosenthaler Straße. Im berufs-hippen Bezirk Mitte sitzt die Magic Internet GmbH, die laut offizieller Version MyVideo in Deutschland als Mediaagentur “betreut”. […]
Der Focus ist diesen Hinweisen nachgegangen und hat einmal recherchiert, was in der deutschen Blogosphäre schon seit Monaten gemunkelt wird. Vollmanns magische Internetbude soll drei Gesellschaften als Teilhaber haben, Aragon, Aramid und Troja. Hinter jeder der drei Firmen soll den Focus-Angaben zufolge ein Samwer-Bruder stecken. MyVideo bestätigte gegenüber dem Magazin lediglich, dass neben der ProSiebenSat.1 Media, die vor Kurzem mit einem Drittel bei dem Videoportal eingestiegen war, noch ein “Business Angel” beteiligt sei, der aber anonym bleiben wolle.

 
Der offensichtliche Reiz dieser Videoportale liegt bei der Masse der Nutzer wahrscheinlich nicht darin, sich sonderbare Interviews in der S-Bahn anzusehen — Videoclips sind auch bei YouTube deutlich höher im Kurs.
Ohne atraktivem Content aber werden die Nutzer wegbleiben, die registrierten, ggf. später mal für einen monatlichen Obulus zu gewinnenden, Nutzer aber sind doch das einzige Kapital die dieser sog. »Communities«?
http://www.gugelproductions.de/blog/ schreibt:

[…] Bisher gibt es auch noch kein Beispiel, das zeigen könnte ob ein Videohoster eine lohnende Akquisition für einen Fernsehsender ist. Ich bin gespannt wie lange noch RTL-Inhalte auf MyVideo zu sehen sind und vise versa. Natürlich lohnt es sich prinzipiell immer traffic-starke Seiten zu kaufen, wie Murdochs Schritt mit MySpace eindrucksvoll bewiesen hat, aber ob das Publikum mit zwei Millionen Videoaufrufen bei MyVideo schon groß genug ist werden wir sehen.

 
Es bleibt also spannend; rettet jemand den »business angel« oder sind die Rechteverwerter ausnahmsweise mal schneller?

Zensor — die Dunkle Seite des Ehssan Dariani?

Hmm, Meinungsvielfalt ist kein Kernanliegen bei Studivz, oder wie anders sind Ehssans Ergüsse zu begreifen?

3) Kommentare von ungeeignetem (z.B. beileidigen Dritter) Inhalt oder absurde Spekulationen nach dem Muster des Herrn Peter Turi haben keinen Mehrwert für die Leser dieses Blogs, verärgern bloss die Leute und mich und führen zu schlechter Laune oder weiteren unsachlichen oder falschen Spekulationen. Diese und andere Themen können auf anderen Seiten/Blogs/Foren ausgetauscht werden.

 
Latent spannend dabei ist, daß Ehssan noch am 24.10., als er den Hoster vorführen wollte, keine Angst vor »unsachlichen oder falschen Spekulationen« verspürte.
Eher das Gegenteil scheint der Fall zu sein, gezielte Unschärfen erscheinen mehr als ein Stilmittel denn als ein Versehen.
»Bitte nehmt nicht alles, was ihr in der Presse lest für wissenschaftlich fundiert!« heißt es in einem vorangegangenen Ehssan-Blog-Eintrag.
Mit mindestens genausoviel des sprichwörtlichen Salzes sind dann auch die Beiträge im bewußten Blog zu werten — selektiv und subjektiv wird die einzige Wahrheit rübergebracht, die nicht »zu schlechter Laune oder weiteren unsachlichen oder falschen Spekulationen« über das einem Finanzierungskonzept harrende Projekt Studiverzeichnis führen.
Wo früher kritische Stimmen hätten final draußen bleiben müssen, greift heute die weltweit vernetzte Blog-Community und sorgt für einen Ausgleichsansatz:
Kommentar auf http://www.henningschuerig.de/blog/:

[…] Die Selbstbeweihräuchrung der man sich von Seiten des StudiVZ für einen größtenteils 1:1 Klon einer US Seite hingibt und die unerträgliche bis ätzende Öffentlichkeitsarbeit die Herr Dariani auf dem StudiVZ Blog betreibt ist einfach nur fraglich. Die technische Realisation ist offenbar ein Desaster – die Seite ja offensichtlich kaum zu erreichen. Und auf der Wikipedia geht die PR Schlammschlacht wohl weiter.
Schade, schade.

 
http://customerofhell.twoday.net/:

[…] Dazu ist zu sagen, dass es für mich sehr unprofessionell wirkt, wenn ein Unternehmen, dass Studi VZ ohne Zweifel ist, in einem Weblog öffentlich über Geschäftsbeziehungen berichtet und Geschäftspartner massiven Beschuldigungen aussetzt. Egal ob die Anschuldigungen stimmen oder nicht, Ehssan Dariani blogt nicht als Privatperson, sondern im Namen von StudiVZ. An Stelle des Hosters hätte ich ernsthaft überlegt meine Anwälte loszuschicken. […]

 
http://www.basicthinking.de/blog/:

Willkommen in der Unternehmenswelt 1.0, StudiVZ-Blog verkündet das Kontrollieren der Heilsbotschaft: […] Nicht nur, dass Ihr offenkundig eine Copycat seid, ohne den Anstand zu haben, auf Eurer Seite den Usern mitzuteilen, wo Eure tolle Idee herkommt, nicht nur, dass Ihr in Interviews arrogant seid, nicht nur, dass ihr haarscharf an einer braunen Katastrophe vorbeigeschliddert seid, nicht nur, dass ihr nicht davor zurückschreckt, andere Blogger gegen Eure Konkurrenten vorzuschicken, nicht nur, dass ihr den Usern irgendeinen Schmarrn von “Ziel dieses Projektes ist es […]” erzählt (glaube kaum, dass Euch die Anliegen der Studenten am Herzen liegen, seien wir mal ehrlich, Euer Lebensinhalt ist eine Zahl mit vielen Nullen), nun das. very, very bad style

 
http://www.sichelputzer.de/:

Wow! Web 2.0, Kommunikation, Community, Meinungsäußerung… Darf man soetwas schreiben, wenn man in der respektvollen Hochschullandschaft innerhalb der Kernzielgruppe “Studenten” mit einem (kopierten) Businessmodell auch Fuß fassen möchte? […]

 
http://fimpern.de/:

Talk to the hand – keiner hatte das besser raus als Schwarzenegger in Terminator III. Keiner? Vielleicht doch einer. Jedenfalls muss ich mich offensichtlich an die neuen Kommunikationsformen unter Gründern gewöhnen. Scheinbar kommuniziert man lieber nach aussen – eingehende Kommunikation ist da eher sekundär und kann auch mal unter den Tisch fallen: […] Das ist dann aber schon nicht mehr Kommunikation, sondern eher ein Kommuniqué. Auch wenn Zensur dafür ein grosses Wort ist.

 
http://fx3.org/blog/:

[…] Selbst bei uns im Medienlabor, fraglos ein Kulminationspunkt wissenschaftlichen Strebens nach Erkenntnis und Weisheit, dürfte der Facebook-Clone StudiVZ inzwischen nach GMX und der Wikipedia zu den meistbesuchten Webseiten gehören.
Ist ja grundsätzlich auch kein Problem, solange man kurz darüber nachdenkt, welche persönlichen Daten man mit dem Internet teilen möchte (Nichts gegen ein Bekenntnis zu radikalideologischen Theorien, Bilder vom letzten Eimersaufen oder engagierte Diskussionen über effizienten Drogengebrauch. Personaler wissen gerne, woran sie sind). […]
Schaut man sich Kommentar-IDs der letzten Beiträge mal etwas genauer an, sieht man, dass es zur Zeit weniger als 50% der abgegeben Kommentare bis ins Blog schaffen. Mag sein, dass ein Großteil davon Spam ist, aber ich bin nicht der einzige, der sich über eine „Zensur“ wundert.

 
http://www.unfehlbar.net/index.php:

[…] Nachtrag:
Die Betreiber des StudiVZ reagieren offenbar empfindlich auf Darstellungen, die nicht ins gewünschte Selbstbild passen. Im StudiVZ-Infoblog heißt es heute jedenfalls, dass Leser-Kommentare sowie Trackbacks von anderen Blogs zur Vermeidung “absurder Spekulationen” zensiert werden.
Hingewiesen sei an dieser Stelle auch auf die folgenden beiden lesenswerten Artikel:
* Buch Blog: Verletzlichkeit der Geschäftsmodelle im Web 2.0
* Basic Thinking Blog: Das Wachstumsgeheimnis von StudiVZ

 
Sicherlich kein repräsentativer Querschnitt — ein schneller Klick zu http://www.technorati.com/ ist sicher angebracht.
Zwischenzeitlich hat sich auch Ehssan Dariani geäußert:

[…]- blogger gegen konkurrenten vorschicken?? das ist eine behauptung im unschönen stil der boulevard presse und nicht fair, da es keine möglichkeit gibt sich gegen tendenziöses sachlich zu wehren. […]

 
Komisch, daß die Unfairness erst auffällt, wenn es die eigene Person betrifft. Fraglich bleibt, ob diese Erkenntnis sich in der weiteren Einwegkommunikation seitens »Projektpusher« Dariani niederschlägt – oder er sich weiter als kamikazekommunizierender Gründer zeigen wird.

Mein Hut, der hat sechs Ecken …

Ach herrje, man sollte nicht mehr googlen:. Da findet man sonst Dinge heraus, die man eigentlich gar nicht wissen will — wie zum Beispiel das Mainpost-Interview zu Studivz: »Plattform-Betreiber Dariani ist überzeugt: “Jeder kennt die ganze Welt über maximal sechs Ecken”.«
Scheibenkleister, diese “6 Ecken” sind mir heute doch schon mal über den Weg gelaufen? *grübel*
Ah, ja! Bei openBC steht das auch: »openBC basiert auf der Idee, die Kontakte der Kontakte sichtbar zu machen und diese wiederum mit dem eigenen Netzwerk zu verknüpfen. Die Theorie “Jeder kennt jeden über sechs Ecken”, findet hier ihre praktische Übersetzung.«
Hmm. Studivz ist »nur« ein openBC-Klon? Zumal Studivz selbst ein Klon (von Facebook) ist — wenn das Klon-Schaf Dolly noch erlebt hätte …