Hach, schön. Unter dem Titel Warten auf’s WeTab (WePad) – next 2010 Berlin hat appstory.tv sich den Herrn von Ankershoffen gekrallt und doofe Fragen gestellt. Interessant fand ich u. a. die Aussage zur Frage »wenn ich mich hier hinsetze, würde ich dann das allererste kriegen?« Dies beantworte der neofonie-Chef wie folgt (~1:21 im Video): »Wenn Sie uns ‘ne 10.000er Charge vorfinanzieren und abnehmen für ‘n paar Millionen …«
Ein weiterer Mosaikstein …
Auf eine, verglichen mit dem lauten Sascha Pallenberg von netbooknews.de aus meiner Sicht glaubhaftere Meinung zu Gerät und Unternehmen sei hier noch hingewiesen: In seinem Artikel zur next 2010 schreibt Thomas Knüwer u. a.:
Ebenfalls unter skurril fällt weiterhin der Wepad-Macher Helmut Hoffer von Ankershoffen: Nicht einmal seine Mitarbeiter durften das Tablett vorführen, nur er selbst. Nach einer ersten Einführung ist mein Gefühl weiterhin negativ: Allein schon dass das Wepad in der Grundposition nur horizontal zu benutzen ist demonstriert eine gewisse Nutzerunfreundlichkeit – und deutet auf eine beschränkte Leistungsfähigkeit des Betriebssystems hin.
Falls ich das noch nicht geäußert habe: ich gehe mittlerweile davon aus, daß dieser fehlgeschlagene PR-Stunt um das WePad, das jetzt WeTab heißen soll, dem absehbaren/erwarteten Erfolg des iPads von geschuldet ist. Nachdem man dem Vernehmen nach drei Jahre lang ein »WeTab OS« entwickelt …
Nach drei Jahren Entwicklung und einem erfolgreichen Home Use Test mit 150 Nutzern in 2009 stehen wir nun vor der Markteinführung Mitte 2010.
Quelle: 4tiitoo AG
… drohte nun ein marginal marktmächtigerer Mitbewerber die Entwicklung durch ein eigenes Produkt überflüssig zu machen, also mußte schnell Hardware zum OS her, und der Welt Bescheid sagen, daß es da was neben dem iPad gibt, mußte man auch ganz hastig …
Wahrscheinlich kam das bislang nicht so richtig rüber: Wichtig an einem Tablett, welches auch nutzbar sein soll, ist das UI, die Benutzerschnittstelle. Auf dem Tablett habe ich (dicke) Finger als Eingabegerät, weder Maus noch Tastatur. Alle Bedienelemente müssen daran ausgerichtet sein; das Starten von Standard-Desktop-Applikationen (z. B. OpenOffice) wird keinen Spaß machen, schon weil CTRL-S für den »Speichern«-Shortcut fehlt … Insofern finde ich – vielleicht, befingern konnte ich es ja noch nicht – die WePad-Bedienung mit den beiden Daumen bei Querformat-Haltung nicht per se blöd. Nur wird sich ein solches, unflexibles Konzept schwertun mit einer Konkurrenz aus perfektem Look-and-Feel (iPad) und nicht-ganz-so-perfektem, dafür aber für den Endbenutzer offeneren System (Android). Leider weist das Sprachrohr für das WePadTab hier wohl einen anatomischen Mangel auf, sodaß, anstatt die sicher vorhandenen Vorteile der Plattform We$Whatever hervorzuheben, der Eindruck zu erwecken versucht wird, man könne alles, was die anderen auch können, nur eben besser.
Nun, man wird sehen; auch, was Google mit Verizon da noch in 2010 auf die Beine stellen wird …

Der Herr Knüwer hat es auf Twitter auch noch etwa deutlicher zum Ausdruck gebracht:
http://twitter.com/tknuewer/status/13843149638