Eigentlich soll man vor alten Leuten ja Respekt haben, hat mich meine Oma mal gelehrt. Aber, bei aller Sympathie, der alten Tante SPD kann man keinen Respekt mehr zollen (eher bietet sich an, »Wer hat uns verraten?« zu schmettern), und für Mitleid sind ihre Schergen einfach zu impertinent: Telepolis behandelt das Thema schon, aber richtig gut finde ich die Überführung der SPD als Kinderschänderunterstützer bei evildaystar.
Worum geht’s? Eigentlich nur um den Politikstil der »Zweitausender«, geprägt durch eine Leyenhafte Ministerin meinte auch ein Drittreiher aus der SPD – Eckhard Fischer, Wirtschaftsreferent der SPD-Bundestagsfraktion –, im Leyenschen Stil jeden Gegener zum Täter(unterstützer) machen zu wollen:
Empört reagierte Fischer daher in einem heise online vorliegenden Schreiben auf die Ankündigung von “Turbo Tux”, die geplanten Web-Sperren durch die Wahl eines offenen DNS-Servers zu umgehen. “Mit der neuen gesetzlichen Regelung bekämpfen wir nicht nur die Verbreitung kinderpornografischer Inhalte im Internet, sondern schützen zugleich Internetnutzer, sichern rechtsstaatliche Grundsätze und ermöglichen ein transparentes Verfahren”, schrieb der Referent zurück. “Sie hingegen haben für sich die technischen Voraussetzungen geschaffen, damit sie sich weiterhin unbeschränkt, wenn Sie denn die Absicht hätten, die Vergewaltigung von Kindern betrachten können und dies auch im Bekanntenkreis weiter empfohlen. Die Kinderschänder in dieser Welt werden es Ihnen danken.” Pädophile, die ihre Neigung bekämpften, würden dagegen der SPD danken, “da sie nun nicht mehr Gefahr laufen, versehentlich auf entsprechende Seiten zu stoßen”.
Jaja, die alte Leier, wer nicht für unsere Maßnahme ist, ist automatisch gegen uns und – mindestens – Staatsfeind, Pädophiler, Hart-IV-Schmarotzer, Terrorist-in-spe, … — pick any two.
Leider hat der Herr dem Herren Fischer zwar die Fähigkeit der Formulierung abfälliger Briefe gegeben, hinsichtlich des Sachverstandes über das Thema, über das er schreibt, hätte aber Herr Fischer wohl selber tätig werden müssen. Naja, als Politiker muß man ja nicht wirklich Bescheid wissen über das, was man da verabschiedet oder verbal verteufelt.
Festzuhalten bleibt: auch die Partei der SPD, glühende Verfechterin der »Internetsperren«, hat, wie es Herr Fischer von der SPD so fachkundig schreibt, für sich »die technischen Voraussetzungen geschaffen, damit sie sich weiterhin unbeschränkt, wenn Sie denn die Absicht hätten, die Vergewaltigung von Kindern betrachten [zu] können«. Beim nächsten Altherrenabend, kann da jemand mal Herrn Fischer das mit dem Glashaus und den Steinen erklären? (Nein, nicht die Zypries, die hadert noch mit dem »Brauser«!)
