Die YouTube-Fassung des Videos (angebliche Hintergründe siehe netzpolitik.org) ist schon starker Tobak:
Nun war ich nicht da – schon weil ich nur geringe Lust verspüre, den Sandsack für übermotivierte Ordnungshüter zu spielen –, ich weiß nicht, was da vorher gewesen ist, vielleicht hat der T-Shirt-Träger in seinem Fahrrand ja einen Sprengsatz versteckt oder die 22er hatten den hinreichenden Verdacht, es wäre so; in der YouTube-Fassung jedenfalls finde ich keinen Hinweis auf ein Fehlverhalten des Trägers des blauen T-Shirts, insbesondere nichts, was den (noch) unbekannten Beamten zu dem – aus meiner zivilen Sicht extrem brutalen – Eingreifen legal hätte bringen können, als der T-Shirt-Träger sein Fahhrad wegschob und ersterer hinterher sprintete.
Ich habe die – mich schockierenden – Szenen mal aus der HD-Quelle extrahiert:
Nunja, ich denke, für die – hoffentlich zügig von Amts wegen einsetzende – Strafverfolgung dürfte die Einzelbildansicht sehr aufschlußreich sein; für die unprovozierten und brutal-wahllosen Schläge des 2-Sterne-Beamten mit der »2212« hinten (erkennbar zwischen Sekunde 32 und 40 in der HD-Quelle) sollte jenem die Last des Beamtentums genommen werden. Kurze Haare hat er schon, man wird ihn sicher in den östlicheren Landesteilen in den Kampfsportgruppen gerne aufnehmen … BTW, warum verstecken sich die Beamten eigentlich hinter diesen mehrdeutigen Codes? Wäre es nicht ein Mittel der Transparenz – und strafverfolgungserleichternd –, wenn jeder Beamte einen eindeutigen Code – der ja gerne je Einsatz wechseln darf – deutlich sichtbar trüge? Letztlich hätte es dann für diesen Vorfall – lt. netzpolitik.org jedenfalls – gar keinen Anlaß gegeben; der T-Shirt-Träger hätte sich einfach – unauffällig – die Rückennummer des Beamten notiert, dessen Verhalten er prüfen lassen wollte …
Als echtes Armutszeugnis empfinde ich das demonstrative Nichteingreifen der oliv bekleideten Beamten im Filmhintergrund; es zeigt mal wieder sehr deutlich, daß eine Krähe der anderen kein Auge … Anstatt beim Prügelexzeß dazwischen zu gehen, versteckt man sich hinter der Kamera (ab 00:01:15 in der HD-Quelle) und läßt den verbeamteten Prügel-Pulk abziehen. Was wetten wir, daß von der Prügelszene sich nichts auf jener Polizei-Digicam finden läßt?
Ich kann daher nur den Aufruf unterstützen – es waren ja viele Leute und auch mehrere private Kameras zu sehen –:
Zeugen melden sich bitte bei mail@ccc.de.
Um Berliner Polizeibeamte einen großen Bogen zu machen — 2009 wohl eine valide Gesundheitsstrategie. Welches Rot ist in Berlin für die Polizei eigentlich zuständig?
UPDATE: Ein paar Antworten finden sich bei fefe (via lawblog).
EDIT, 2019-06-06: Media-Links/Einbettung restauriert.
