Ich fand’ ja schon öfter, »das sind doch alles Verbrecher« — könnte durchaus am Verhalten einzelner Marktteilnehmer liegen …
Sehr unspaßig verhält sich da z. B. die o2 den eigenen Kunden gegenüber; ok, daß ist nichts Neues, aber dennoch immer wieder auf’s neue faszinierend, daß man mit solchen und anderen Aktionen noch immer Kunden fangen kann.
Meine Story: Ich kaufte mir 2007 aus der Bucht ‘n (paar) sog. »Surf@Home II«-Router; das sind von Option gebaute Kistchen mit ‘ner modifizierten UMTS-PCCard (blanke Elektronik und angelötete Antenne) drin und Linux als OS, Web-0GUI o2 gebrandet, drauf. Allerdings nicht OpenWRT und Co., wie bei WLAN-Routern schon fast gang und gäbe. Im Großen und Ganzen ähnelt es Linksys’ WRT54G3G, nur das die UMTS-Karte fest eingebaut ist. Und weil es bis zum Ende des Tarifs subventioniert angeboten wurde, ist das Gerät »natürlich« auf’s o2 Netz netlocked.
Das Handbuch sagt, man könnte das Gerät – während der Vertragslaufzeit allerdings nur zu Kosten von 49,00 EUR – per von der SURFHOME-Hotline zu erhaltendem Code für alle Netz freischalten lassen. Dies wollte ich mit einem der Geräte dann auch tun, denn dessen Vertrag ist lt. den Unterlagen des Vorbesitzers im Dezember 2007 ausgelaufen.
Aber da habe ich die Rechnung ohne die Winkeladvokaten der o2 gemacht. Denn obwohl ich als o2-Kunde zu erkennen war – ich rief extra von meiner privaten Genion-SIM an –, teilte mir der Hotliner mehr so gelangweilt mit, daß der Code nur dem Erstkäufer genannt werden könne. So sei das nun einmal. Da liesse sich auch nichts dran machen.
Ich hoffe, sie haben das Gespräch wirklich für »Qualitätssicherungs- und Übungszwecke« aufgezeichnet; mein Abgang war darauf jedenfalls angelegt und es wäre schon schade, hätte ihn nur der Hotliner zu hören bekommen.
Tja, o2 hält also über o2 bezogene Geräte auch nach Ablauf der 24 Monate des initialen Vertrags in Netz-Geiselhaft, ohne darauf im Handbuch hinzuweisen; ob das rechtens ist, werde ich erst nach meinem Urlaub klären können — wobei ich dann die rottige o2-Hardware auch nicht mehr brauche, um ehrlich zu sein.
Denn die verbauten UMTS-Karten sprechen augenscheinlich wirklich nur UMTS (oder sind so per Firmware eingestellt) — in den weiten o2-UMTS-freien Flächen Deutschlands sucht sich der Router dann ‘nen Wolf und zeigt »kein Netz«.
Es wäre jetzt im kommenden Urlaub praktiisch gewesen, einfach den Router unter’m Trigano zu positionieren und per WLAN ins Netz zu gehen (mit N810 und akoya Mini), aber da o2 dies mir, ihrem Kunden, nicht ermöglichen möchte, geht’s halt nicht. In meiner norddeutschen Heimat funktioniert der Surf@Home-II-Router auch nicht — eben wegen der weiten o2-UMTS-freien Flächen in Deutschland, grade an der Küste … Im übernächsten Urlaub werde ich der Hardware dann wohl mit Schraubenzieher und/oder Dissassembler kommen, vielleicht rennt dann auch schon OpenWRT auf der Plattform und ich kann beliebige (UMTS-/HSxPA-)Karten nehmen.
o2 can do … annoy it’s customers like no other.
