Beleidigter Innendings

Wie heise online berichtet, ist der amtierende Bundesinnenminister verschnupft. Er mag sein Konterfei nicht sehen. Jedenfalls nicht zusammem mit dem erklärenden Zusatz »Stasi 2.0«:

“Die Gleichsetzung meiner Person mit der Stasi ist eine Beleidigung.” Die Staatssicherheit der DDR habe mehrere hunderttausend Mitarbeiter gehabt, Menschen dazu gebracht, sich gegenseitig zu bespitzeln, und eine “Atmosphäre der Angst” geschaffen. “Wer das mit der Bundesrepublik vergleicht, der diffamiert unsere Freiheitsordnung in einem Maße, wie wir es nicht zulassen dürfen.” Eine Frechheit sei es, dass gerade die Linke solche Gegenüberstellungen anstelle. Dahinter sieht der Innenminister “bei manchen” auch einen Versuch, “die Stasi im Nachhinein zu verharmlosen”.

 
Nein, nein, verharmlosen möchte ich den amtierenden Bundesinnenminister nicht, <insert personal deity here> bewahre! Das wäre fahrlässig.
Aber ich meine, er hat vielleicht etwas nicht verstanden. Das Schäuble-Konterfei ziert den Evergreen der »Schäublone«, keine rot-schwarz-gelbe-Farbenfolge. Ein Vergleich mithin wird nicht mit dem Staat, der Schäuble gewähren läßt, gezogen. Ja, ich glaube wirklich, da hat er was falsch verstanden.
Wo ich mir nicht sicher bin, ist nicht das Aussprechen des Wortes »Freiheitsordnung« durch Schäuble eine Frechheit, ja, eine Diffamierung? Ist es nicht Schäuble, der die verdachtsunabhängige Aufzeichnung von Kommunikation propagiert? Heute mag es, »nur«, um die Information des wer hat wann mir wem technisch wie kommuniziert gehen. Wegen der Terrorabwehr. Denn auch ein NATO-Partner kann flugs Teil der Achse des Bösen werden. Wenn schon die deutsche Rente nicht sicher ist, dann sollen es halt wenigstens die Kirchentagsbesucher sein.
Hier noch Norbert Blüm zum Thema Verläßlichkeit von Politikeraussagen (lokal gekürzter Ausschnit aus einem YouTube-Video):