B. Wie »Bahn« oder »Börsengang«. Oder auch »Bullshit« …
Nachdem ich gestern ja, beruflich motiviert, Bummelbahn Live erleben durfte mußte, lese ich grade – die Amis haben ja noch nicht fertig mit der Wahl – bißchen Hintergrund zum ICE-Desaster auf tagesschau.de. Bislang tangierte mich das je eher weniger, für die meisten Strecken nehme ich – aus Überzeugung und aufgrund der Inkompetenz der Bundesbahn – lieber den PKW. Und ich glaube, ich storniere meine Bahncard lieber schnell wieder — wer ernsthaft solche Vorschläge macht, dem möchte ich mein eigen Leib und Leben, geschweige denn das meiner Lieben, anvertrauen:
Zulassungsnormen werden überschritten
An Laufradachsen in 17 ICE-3-Zügen der Baureihe 406 werden die vorgeschriebenen europäischen Zulassungsnormen nicht eingehalten. Das geht aus diesem Schreiben der Bahn vom 5. August dieses Jahres hervor, das der Redaktion vorliegt: “Für diesen Laufradsatz (…) wird die Dauerfestigkeit nicht nachgewiesen.” […]
Fragwürdige Maßnahmen zur Achsentlastung
Doch die Bahn will mit diesen Achsen weiterhin mit 300 Kilometern in der Stunde über die Schienen rasen. Sie schlägt vor, die betroffenen Achsen an den 17 Zügen häufiger, nämlich alle 120.000 Kilometer per Ultraschall überprüfen zu lassen. Vorgeschlagen wurde, die Toiletten über den Achsen zu schließen und die Wassertanks der Toiletten in den Wagen abzupumpen, um die Last zu reduzieren. […]
Vielleicht solten sie auch den Speisewagen mit entfernen, konsequenterweise. Und Personen über 85 kg Körpergewicht den Zugang zum ICE verwehren …
Privatisierung der Bahn — Dauerthema der letzten Monate und vielleicht ja doch auch ein Thema für die Sicherheit der Bahnfahrenden:
Wartungsintervalle wurden größer
Doch laut “Monitor” sparte die Bahn in der Vergangenheit bei der Wartung ihrer Züge kräftig ein. […] Seien die ICE-3 im Jahr 2003 noch nach 72.000 gefahrenen Kilometer zum Sicherheitscheck in die Werkstatt gerufen worden, geschah das im Jahre 2005 nur noch nach gefahrenen 144.000 Kilometern – eine Verdopplung der Intervalle.
In dem Kontext ist bemerkenswert, daß, laut jenem Artikel, das Eisenbahnbundesamt als zuständige Behörde nun einen vorläufigen Bescheid ausstellte, nach dem, Zitat, »die Achsen tatsächlich alle 120.000 Kilometer überprüft werden müssen«. Ob eine effektive Erhöhung des Intervalls um 48.000 Kilometer, ausgehend vom Stand 2003, statt um 72.000 Kilometer jetzt wirklich so ein Sicherheitsgewinn ist?
