Kein Karriereknick mehr dank Studivz …

… weil durch die eigenen Veröffentlichungen dort (oder durchaus auch woanders, wo Google und Co. indizieren) es gar nicht erst zu einer Karriere kommt.
Einen, wie ich finde, sehr passenden Artikel dazu gibt’s bei F!MBR, Auszüge:

Unsere letzten Suche führt uns auf den Weg unserer zukünfigen Generation. Es wird nach einem Studenten / einer Studentin der Erziehungswissenschaft / der Pädagogik gesucht. Als politische Ausrichtung sollte selbstverständlich links angegeben werden.
Benny lebt das Leben, so macht es zumindest den Eindruck. Einen Friseurtermin hatte der Kollege schon länger nicht mehr – früher hätte man ihn sicherlich als alternativ eingeschätzt. Der Eindruck verstärkt sich bei einem Blick auf seine Gruppen: Kleber schnüffeln, LSD ist dort zu lesen und in ganz anderen lustigen Gruppen verbringt Benny ebenso seine Zeit. Die Kleinen werden ihren Spaß mit Benny haben.
Frage: Würdet ihr Benny Eure Kinder anvertrauen?

 
Wenn ich ehrlich bin, beneide ich ja die, die heute Kinder sind. Denn mit den Datenspuren, die ihre zukünftigen – oder zumindest potentiell zukünftigen – Lehrer oder Vorgesetzen heute so sorglos im Netz hinterlassen – sei es bei den Social Networks, sei es in eigenen Blogs, sei es in webbasierten Foren (Usenet, das reichweitenstarke wenngleich damals noch überwiegend flüchtige Medium meiner Netzjugend, siecht ja dahin) –, läßt sich sicherlich was anfangen.
Natürlich kann man Glück haben und Arbeitgeber finden, die sich um z. B. die Selbstdarstellung ihrer (neuen) Pressesprecherin im Studivz nicht scheren.

“[…] Während der Programmierungen für das schülerVZ ist letzte Woche ein neues Modul programmiert worden, das dem Angreifer eine Möglichkeit bot”, erklärt Ann-Carolin Helmreich, Kommunikation bei studiVZ, gegenüber pressetext.

 
»Kommunikation bei studiVZ«, eigentlich eine bemerkenswerte Job‐Beschreibung.
Aber dies ist ja nicht nur auf Studivz beschränkt; das Gedächtnis des Netzes ist schier unendlich, aber da jeansjoe / chasmon ja nur Anglistik und Informatik auf LAG (»Das LAG-Studium, das mit dem Ersten Staatsexamen für ein Lehramt an Höheren Schulen abgeschlossen wird, bereitet in erster Linie auf eine spätere Tätigkeit als Lehrer an einem bayerischen Gymnasium vor und vermittelt hierbei vor allem das für die Lehrtätigkeit notwendige Fachwissen.« — Quelle) studiert, werden seine frühen künstlerischen Ergüsse kaum Thema sein für seine Schülerinnen und Schüler.
Nun gut, spießige Eltern insbesondere von Töchtern könnten Anstoß nehmen an seiner »Pickup-Artist«‐Vergangenheit, aber das wird sicherlicher einer Aufnahme in den Schuldienst nicht im Wege stehen …
Mehr als eindringlich zu warnen liegt nicht in meiner Macht; ich kann nur wieder und wieder aufzeigen, daß das sich‐entblößen, sei es seelisch oder nur kleidungstechnisch, im Internet nur selten eine zweckmäßige Tätigkeit ist.
Letztlich kann es auch ganz schön schwer werden, unerwünschte Inhalte, wie z. B. das berühmt-berüchtigte Dariani-S‐Bahn-Video (Kumpel Kolja filmt Ehssan bei der Anmache von 2 jungen Damen in der Berliner S-Bahn, wobei Ehssan jenen ebenfalls ‘ne Kamera unter die Nase hält), dauerhaft aus dem Netz zu verbannen …

Dank geht an die Blogbar für den Link auf’s Foto im Fotoalbum auf Studivz. Aus den Kommentaren zu dem Foto geht hervor, daß die Abgebildete über die Existenz des Bildes sich im Klaren ist:

Ann-Carolin ‘AC’ Helmreich PH Heidelberg schrieb
am 07.02.2007 um 00:29 Uhr
OMG – damn spoiled night^^

 

Update 20:00: Das fragliche Bild ist seit heute Nachmittag nicht mehr verfügbar (der Artikel wurde einige Zeit vor dem Veröffentlichungsdatum geschrieben). Augenscheinlich gab es auch mal eine private Homepage, die aber seit heute, nach Berichten an der Blogbar zumindest, hektisch gesäubert wurde — derzeit ist sie im Feuerfuchs leer. Von Ann-Carolin findet Google dann noch Accounts bei der FotoCommunity, NEON und nicht zu vergessen ein paar Abschiedsworte anläßlich des Verkaufs ihres Mazda 323 GLX BJ 88. Nunja.
Es gibt übrigens einen weiteren thematisch relevanten Artikel bei telepolis.

7 Replies to “Kein Karriereknick mehr dank Studivz …”

  1. Kai Siering.
    Wie könnte es anders sein, geboren in Niedersachen. Bei Wikipedia rühmt sich dieses Bundesland nicht gerade damit berühmte persönlichkeiten hervorgebracht zu haben. Und auch mit unserem lieben Kai ist es so. Eher weniger berühmt. Er besuchte zuerst eine Realschule und dann ein Technikgymnasium. Es ist stark anzunehmen dass er bis zum Jahre 1989 noch Jungfrau war da es unter Technikern äußerst selten ist dass man mal Kontakt mit Frauen hat. Aber Kai hatte sowieso anderes im Sinn. Zur Jahreswende 1994/95 war eher ein maues Silvester. Kai musste Kameras installieren. http://www.limmat.ch/wusel/ gesund sieht er nicht gerade aus wie er so im Keller sitzt und seinen Lieblings-Bauerjoghurt isst. Am 22. Dezember 1993 war er nicht bei den Weihnachtseinkäufen, sondern des Nachts damit beschäftigt sich um die Umlaute auf Servern zu kümmern. Den Mai 1992 verbrachte er in Newsgroups und beschäftigte sich mit Fehlermails – was sich aus dem Fachgesimpel herauslesen lässt ist dass Kai ein ziemlicher nerd ist. Wenn man 1 und 1 kombiniert liegt die Vermutung nahe dass Kai bis mindestens zum Jahr 1994 noch Jungfrau war. Allein schon der immense Zeitaufwand sich mit solch nerdigen Dingen zu beschäftigen lässt zeitlich keine längere Beziehung zu. 1995 wählt er moderatoren für eine Newsgroup namens: de.admin.news.announce . Immer noch keine Anzeichen von einem normalen Leben… Im jahre 1993 trieb er sich unter anderen Techniknerds in der Newsgroup de.talk.romance herum. Ober er dort endlich die wahre Liebe gefunden hat? Aber Moment – in dieser Gruppe geht es nur um Romantik, nicht um Sex. Kai ist anscheinend einer dieser hoffnungslosen Fälle die glauben Frauen kann man mit Romantik beeindrucken und verführen. Kai, Kai, dazu gehört schon noch etwas mehr. Nur auf nette Leute stehen Frauen nicht. 1998 startete er irc.netsurf.de der 2004 aufgrund eines DDoS offline gehen musste. Ob er in den Weiten des IRC endlich ein richtiges Leben gefunden hat? Ich vermute eher nein. Im Oktober 2006 startet unser Kai dann einen Blog, dessen Linie stark zu wünschen übrig lässt. Kai schreibt über alles was er Lust hat, quer durch die Bank. Dabei versucht er stets sarkastisch zu bleiben. Doch für einen sexuell frustrierten ist sein Sarkasmus auffallend schlecht. Vielleicht hat Kai doch eine Frau gefunden? Wenn ja dann muss sie sehr tolerant sein, denn sein Modestil und Haarschnitt lassen immer noch stark zu wünschen übrig.
    Aber Kai hat ja seine persönliche Blogspielwiese auf der er sich mit anderen Techniknerds austauschen kann. Kai – es ist schön dass Leute wie du ein Leben im Internet verbringen. Wenn ich jemanden wie dich in einem Club oder einer Bar sehen würde dann wärst du einer dieser schüchternen Kerle die den ganzen Tag in der Ecke stehen und einfach nicht ins ambiente passen. Eigentlich passen Leute wie du nur in Elektronikfachgeschäfte, selbst beim Bäcker trägt man solche Klamotten nicht mehr.

  2. Sag mal wusel kennst du das Gefühl wenn man erkennt dass man sein Leben verschwendet hat. Dass man seine ganze Jugend vor PCs verbracht hat wo man doch so viel sinnvolles und Schönes hätte tun können?
    Stattdessen kann man jetzt stolz darauf sein dass man 1995 Kameras für Firmas installiert hat mit einer komischen Matte auf dem Kopf.
    Vielleicht wird dieses Gefühl in dir mit der Zeit immer stärker und stärker.

  3. Herr wusel.
    Es gibt im Internet so etwas wie die Anonymität der Masse. Sie beruht darauf dass man persönliche Daten veröffentlicht in dem Wissen dass dadurch dass das Millionen andere auch tun, niemand spezielle Daten missbrauchen wird.
    Sie tun dies.
    Ich weiß nicht ob sie sich jetzt schon richtig schlecht davon fühlen oder morgen erst die Magenkrämpfe bekommen.
    Es ist eine unspoken Netiquette die sie hier verletzen. Ich denke sie sind sich darüber im klaren

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