Zufällig stolperte ich über das Angebot Switch & Profit von T-Home:
Anrufe, die aus dem Festnetz der Deutschen Telekom auf Ihrem Handy eingehen, werden ganz einfach auf Ihr Festnetz-Telefon umgeleitet. Und Sie verdienen daran. Eben Switch&Profit – die Rufumleitung, die was bringt.
Auf den ersten Blick ja ein nettes Angebot; ruft mich jemand auf dem Handy an, kann ich ja schon heute – für mich in der Regel kostenpflichtig – auf eine andere Nummer das Gespräch um-/weiterleiten lassen. Was anderes ist es hier auch nicht, könnte man meinen; doch verhält es sich hier etwas anders, T-Com/T-Home kassiert hier vom Anrufern für eine Dienstleistung, die gar nicht erbracht wird:
Mit Switch&Profit empfangen Sie Anrufe, die vom Festnetz der Deutschen Telekom auf Ihrem Handy eingehen, bequem mit Ihrem Festnetztelefon[sup]1[/sup]. Die Rufumleitung ist natürlich völlig kostenfrei und unabhängig von Ihrem Mobilfunkanbieter. Das heißt: Sie benutzen einfach Ihr Festnetztelefon und genießen eine gleich bleibende Sprachqualität.
Und Sie kassieren dafür: Bei jedem umgeleiteten Anruf werden Ihnen 2,59 Cent pro Minute gutgeschrieben, was umgerechnet bis zu 1,5 Freiminuten entspricht[sup]2[/sup]. Und Umleitungskosten müssen Sie natürlich auch nicht bezahlen. Sie sehen: Switch&Profit ist die erste kostenlose Rufumleitung, von der Sie profitieren!
[…][sup]1[/sup] Ohne Call-by-Call- und Preselection-Anrufe
[sup]2[/sup] Für jeden umgeleiteten Anruf erhalten Sie eine Gutschrift über 2,59 Cent/Min. (sekundengenaue Abrechnung) zur Verrechnung mit Ihrer nächsten Telekom Rechnung. Damit können Sie bis zu 1,5 Freiminuten im Netz von der Deutschen Telekom telefonieren.Quelle: T-Home
Hopp oder Top? Schwierig zu beurteilen. Einerseits steht es dem Mobilfunknutzer natürlich frei, eine Umleitung einzurichten; andererseits läßt sich hier die T-Com vom eigenen Kunden, dem Anrufer aus dem T-Com-Festnetz – nur von hier aus funktioniert dies (derzeit?) –, eine Leistung bezahlen (Verbindung in ein anderes, hier: Mobilfunk-, Netz), die nicht erbracht wird.
So kann es ja durchaus meine wohl begründete Absicht sein, einen Gesprächspartner nicht auf dem Festnetz anzurufen sondern mobil erreichen zu wollen, selbst wenn dieser grade zu Hause sein sollte — die höhere Wahrscheinlichkeit, daß andere Bewohner des Haushalts den Festnetzanruf entgegen nehmen ist größer als beim Mobiltelefon.
Insofern sollte T-wiesieauchimmergradeheißen bei nicht erbrachter Routingleistung dieses Gespräch auch für den Anrufer günstiger machen; sollte ich jemals bewußt Opfer dieser Regelung werden (mit C&S zahle ich für Telefonate in das T-Com-Festnetz, und technisch ist dies ein solches, nichts; für Telefonate in die Mobilfunknetze irgendwas bei 15 Cent/Minute), würde ich Beschwerde gegen die Rechnung einlegen und, da dieser nicht stattgegeben werden würde, Anzeige wegen Betrugs stellen. Mögen dann die Juristen klären, ob der Ex-Monopolist und noch-immer-Marktführer seine Marktmacht so zweitverwerten darf.
