Sturmwarnung?

Draußen im Real Life pusten erste Herbststürme Blätter energisch von den Bäumen, in der deutschen Blogosphäre übernimmt Don Alphonso das pusten: Blogbar (1), Blogbar (2), Blogbar (3) und natürlich auch Rebellmarkt.
Sturm, ja Tsunami wurde versprochen — untergegangen ist die USS Studivz bislang nicht. Aber mit welt.de …

Peinliches kommt vom obersten Web2.0-Studenten Ehssan Dariani […]
Jetzt was Peinliches. Ehssan Dariani ist einer der Shootingstars des sogenannten Web2.0. Er hat das Onlinestudentenverzeichnis StudiVZ gegründet, an dem mittlerweile die renommierte Verlagsgruppe Holtzbrinck (unter anderem “Die Zeit”, “Tagesspiegel”) eine Beteiligung hält. Derzeit fällt der junge Mann (26 Jahre) aber abseits des Unternehmerischen auf. Im Internet kursieren selbst gedrehte Filmchen, die ihn beim penetranten Anquatschen von Frauen zeigen. Außerdem erregt Dariani Aufsehen, weil er sich die Internetadresse www.voelkischer-beobachter.de zugelegt hat. Angeblich hat er eine Party-Einladung für StudiVZ einer Titelseite des “Völkischen Beobachters” nachempfunden und dafür die Adresse gebraucht. Über Geschmack lässt sich in dem Fall nicht streiten.

 
… und heise online …

*** Mit 2.0 wird das Web nicht nur persönlich, sondern so persönlich, dass es peinlich wird. […] Nehmen wir nur StudiVZ, den Klon einer US-amerikanischen 2.0-Idee, die gerade ganz stolz ist, eine Million Studenten in Deutschland versammelt zu haben. In deren Geschäftsbedingungen heißt es: “Im Profil oder in sonstigen Bereichen des Portals absichtlich oder in betrügerischer Absicht gemachte Falschangaben – insbesondere das Vortäuschen einer fremden Identität – können zivilrechtliche Schritte nach sich ziehen.” Studi, bleib bei deinem Namen, auch wenn viele Details darauf hindeuten, dass StudiVZ selbst es nicht so genau nimmt und sich im Ausland schon einmal hinter einer Kontaktanbahnungsfirma namens Parship versteckt. Welche zum Holtzbrinck-Konzern gehört, der in StudiVZ investiert hat.
*** Im vorherigen WWWW habe ich auf den Geschäftsführer von StudiVZ verwiesen, der immerhin so konsequent ist, sein Schweinsein 2.0 mit Fotos, texten und Videos im Web 2.0 auszustellen. […] Wobei eine Anstellung bei StudiVZ nach erfolgreicher Bewältigung der Anmache dazu führen kann, dass es schnell ans Machtergreifen geht. Machtergreifen wohlgemerkt, nicht das übliche Wischiwaschi von “leitende Funktion übernehmen”. Wer dann noch mit dem Kürzel RMVP über eine Domain namens Völkischer-Beobachter.de im “Kampfblatt der Vernetzungsbewegung Europas” darüber jubiliert, dass Millionen deutscher Studenten bis zum Herbst mobilisiert sein werden, der zeigt sein wahres Antlitz. Ist es wirklich nur eine harmlose Partyeinladung, die das “Gebot der Pflicht” zur Feier des Führergeburtstages und des “Erfolges unserer Bewegung” oder zeigt sich nicht eine braune Denke, die gleich mit der Einladung das Abspielen von undeutschem Rap und Jazz nicht gestattet? […] Natürlich gibt es diejenigen, die geblendet von den Millionen deutscher Studenten auf StudiVZ und der schieren Größe und dem blitzsiegartigen Erfolg des Unternehmens von einem Streich eines dummen Jungen sprechen. Die, die Kritik an einem echten 2.0-Unternehmer, der diese Vorlage zum 65. Geburtstag Adolf Hitlers für seine Community verwendete, als blogvölkisch abtun und sich ganz tief bücken. “Europa steht standhaft und treu zum StudiVZ” titelte der neue Völkische Beobachter. Das mit seinen gefakten Niederlassungen Europa nach Strich und Faden verarscht.

 
… sind die ersten traditionelleren und reichweitenstärkeren Publikationen auf das Thema angesprungen. Es sollte eine ungemütliche Woche werden da im FührerbunkerZentralbüro der Studidaten-Sammelbewegung in Berlin. Da heißt es eigentlich: Friesennerz angezogen und raus an die Publicty-Front. Denn (nicht mehr nur) die Blogospähre wartet auf die neueste Darianische Umdefinition von Satire …