Hype2.0 — YouTube, MyVideo, WessenKohle.

Kohle, Zaster, Geld. Geschäftsmodell. Dinge, die im Hype2.0 eine Rolle spielen.
Ungeachtet aktueller BOOs (»youtube: Jetzt wirds schmutzig«), wonach es beim YouTube-Google-Deal noch ein paar Details am Rande gegeben haben soll: warum zahlt irgendwer für etwas wie YouTube oder auch (ProSiebenSat.1) für MyVideo richtig Geld?
Anders gefragt: was ist das Geschäftsmodell von YouTube oder dessen deutschen »Adpationen«? Die aktuellen »Top 100« von MyVideo spricht für sich:

  1. Porn Wars. ;-)
  2. Adolf allein in Berlin
  3. Auto-Sex
  4. La Bomba
  5. Manga X
  6. Voll Assi Toni die Wahrheit …
  7. dumme schülerin
  8. Gelbe Karte
  9. Schneller Hamster
  10. Geile Optik
  11. geile Sau!!! sooooo fe…
  12. Schwuler Schirie
  13. Stark
  14. Ehe kann so schön s…
  15. bi ba bumse biene
  16. The Lion sleeps tonight VOLL…
  17. The Sweetest Thing
  18. ICE AGE 3
  19. Xavier Naidoo Danke Deutschl…
  20. …

Diese »hier eingestellten Inhalte« »von privaten Nutzern« sind entweder TV-Werbesports bzw. sonstige TV-Mitschnitte aus dem In- (RTL-Freitag Nacht News, TV total, …) und Ausland, Musikvideos mit und ohne Senderlogo — oder, wenn das Videomaterial »privat« sein sollte, mit handlesüblicher, d. h. nicht zur Aufführung bzw. Sendung im Internet freigegebener, Musik unterlegt. Die wenigstens »Top«-Clips erscheinen nicht erst auf den zweiten Blick rechtlich unproblematisch; bei selbstgedrehten Szenen, z. B. mit den höllisch unscharfen Kamerahandys, stellt sich u. a. die Frage, ob alle Personen der Veröffentlichung der meist peinlichen Szenen zugestiimt haben. Jugensschutz ist ein weiteres Thema — ohne Zugangskontrolle erscheint es mir fraglich, ob alle Bestimmungen des Jugendschutzes eingehalten werden können.
Streichen wir im Geiste mal alle rechtlich fragwürdigen Clips auch bei MyVideo, was bleibt dann noch? Auch Bundesliga-Schnipsel soll es, nach dem Willen der DFL, auf YouTube, clipfish usw. bald nicht mehr geben.
Fragt sich nur, ob die Rechnung gegen die Rechteinhaber für die Samwer-Brüder noch aufgehen wird. heise online schreibt in dem Zusammenhang:

[…] MyVideo soll seinen Hauptsitz in Bukarest haben. Vermutlich ist das besser so, denn ähnlich wie bei YouTube flimmert hier auch allerhand urheberrechtlich geschütztes Material über den Computerbildschirm. Gesteuert wird das Unternehmen aber vermutlich eher aus der Berliner Rosenthaler Straße. Im berufs-hippen Bezirk Mitte sitzt die Magic Internet GmbH, die laut offizieller Version MyVideo in Deutschland als Mediaagentur “betreut”. […]
Der Focus ist diesen Hinweisen nachgegangen und hat einmal recherchiert, was in der deutschen Blogosphäre schon seit Monaten gemunkelt wird. Vollmanns magische Internetbude soll drei Gesellschaften als Teilhaber haben, Aragon, Aramid und Troja. Hinter jeder der drei Firmen soll den Focus-Angaben zufolge ein Samwer-Bruder stecken. MyVideo bestätigte gegenüber dem Magazin lediglich, dass neben der ProSiebenSat.1 Media, die vor Kurzem mit einem Drittel bei dem Videoportal eingestiegen war, noch ein “Business Angel” beteiligt sei, der aber anonym bleiben wolle.

 
Der offensichtliche Reiz dieser Videoportale liegt bei der Masse der Nutzer wahrscheinlich nicht darin, sich sonderbare Interviews in der S-Bahn anzusehen — Videoclips sind auch bei YouTube deutlich höher im Kurs.
Ohne atraktivem Content aber werden die Nutzer wegbleiben, die registrierten, ggf. später mal für einen monatlichen Obulus zu gewinnenden, Nutzer aber sind doch das einzige Kapital die dieser sog. »Communities«?
http://www.gugelproductions.de/blog/ schreibt:

[…] Bisher gibt es auch noch kein Beispiel, das zeigen könnte ob ein Videohoster eine lohnende Akquisition für einen Fernsehsender ist. Ich bin gespannt wie lange noch RTL-Inhalte auf MyVideo zu sehen sind und vise versa. Natürlich lohnt es sich prinzipiell immer traffic-starke Seiten zu kaufen, wie Murdochs Schritt mit MySpace eindrucksvoll bewiesen hat, aber ob das Publikum mit zwei Millionen Videoaufrufen bei MyVideo schon groß genug ist werden wir sehen.

 
Es bleibt also spannend; rettet jemand den »business angel« oder sind die Rechteverwerter ausnahmsweise mal schneller?