Die Blog-Titel klingen groß: »StudiVZ im Blogsturm« und »StudiVZ unter Feuer«, sogar zu ‘nem BOO hat es Studivz heute geschafft. Verdient? Naja. Hat eine Site, die lt. Nutzerberichten mehr off- denn online ist, den »Online Star« verdient? Wahrscheinlich, denn die Nutzer stimmten dabei ab, und Nutzer hat Studivz wohl ein paar hunderdtauschend, auch wenn man eigentlich mit dem Überschreiten der Millionengrenze noch im Oktober mal rechnete.
Was ist der Auslöser dieses lauen Lüftchens in Klein Blogistan? Neid, Mißgunst? Fehltritte der ach-so-smart dargestellten zwei (plus Nachzügler) Gründer?
Wahrscheinlich von allem ein bißchen; Selbstbeweihräucherung und Fingerpointing geht einigen (bloggenden) Zeitgenossen auf den Zeiger, die gute Blog-Infrastruktur mit track- und pingbacks, RSS-Feeds und einer minutenaktuellen Blogdurchsuchmaschine sorgt für schnelle Verbreitung an Interessierte: »bad news travel fast«.
Die Technik jedenfalls hat Studivz noch immer nicht im Griff:
Irgendwie scheint da so einiges nicht zu klappen. So bekomme ich auch E-Mails, die mir sagen, dass ich mir selbst Nachrichten geschickt hätte, obwohl sie erfolgreich bei anderen angekommen sind.
Von den Performance-Problemen und sporadischen Ausfällen mal ganz zu schweigen. Hoffentlich ergeht es den Jungs nicht so wie Friendster, wo technische Probleme dazu führen, dass ein Großteil der Community zur Konkurrenz abgewandert ist.
Augenscheinlich scheint man sich aber die zahlreiche Kritik an der zuletzt praktizierten Einbahnkommunikation zu Herzen genommen zu haben, jedenfalls schweigt seit Ende Oktober das Studivz-Blog hartnäckig.
Einen relativ neutralen Artikel findet man im Ich doof! Du klug! Weblog; aber Fakten interessieren vielleicht schon länger nicht mehr …
Sehr lesenswert erscheint ein Artikel bei www.connectedmarketing.de zum Thema, wie Studivz zu seinen exorbitanten Nutzerzahlen gekommen ist. Vielleicht auch für den einen oder anderen Gründer-in-spe von Interesse ;) Kirtisch hinterfragt wird die aktuelle Blubble2.0 auf blog.nugg.ad:
Mich amüsiert und beunruhigt gleichermaßen, dass nach fünf Jahren Eiszeit wieder en masse Geschäftsideen ohne verlässliche Erlösmodelle aufblühen, die sich aber dennoch offensichtlich nicht über einen Mangel an medialem Hype und auch handfesten Investments beklagen müssen. Nichts gelernt aus Bubble1.0?
Tcha. Wir werden es abwarten müssen.
In der Zwischenzeit könnte man ja sich auch die Konkurrenz des viralen VZ ansehen, da gab es wohl auch schon das eine oder andere unschöne Ding ;)
