(Auch) Eine Frage der Ehre

Gestern unterhielt ich mich mal wieder mit einem alten Freund. Er berichtete mir von seinem jüngsten Hardware-Zuwachs, ein Mac Mini (oder heißt es iMac Mini? Dieses Halbes-Six-Pack-Päckchen Hardware von Apple halt). Zur Sprache kam, wie rasant das Teil sich schlafen legt und auch wieder aufwacht, wie unerhört leise es trotz eingebauter Platte im Betrieb sei, wie geil und »just works« Fotoverwaltungssoftware da drauf rennt — ich denke, jeder Digi-Knipser hat >>1000 Bilder mittlerweile »irgendwie« abgespeichert, auf diesen Datenbestand sinnvoll zuzugreifen, das erscheint mir derzeit als echte Herausforderung. Im Gespräch fiel dann auch die Information ab, daß der Haushalt mittlerweile über zwei iPods verfügt. Etwas beruhigte mich dann die Aussage, daß auch »ein echtes Unix unten drunter« liefe; vollständig in die Apple-hörigkeit abgedriftet scheint er dann also doch noch nicht zu sein :)
Und so schwer es mir fallen mag — das, was Apple an den Mann/die Frau bringt, hat in aller Regel genau die richtige Anzahl Hände und Füße für den vorgesehenen Einsatz, das muß ich einfach zugeben. Und der Erzählung nach, könnte so ein kleinwürfeliger Mac auch für mich hilfreich sein — siehe das oben angesprochene Thema der Organisation der Trillionen digitaler Schnappschüsse. Denn: Derlei mit offener Software/unter Linux zu machen, erscheint mir nach ersten Versuchen doch eher unbefriedigend. (Any hints are appreciated!)
Allerdings: ich versage doch nicht, wo irgend möglich, dem einen »Evil Empire« die Gefolgschaft, um dann meine Seele einem anderen, weißer getünchten, anzuvertrauen!
Ich bewundere Apple dafür, daß sie – anders als viele andere aus der Ära – überlebt haben; und ich will gar nicht die Assoziation mit dem bekannten »Millionen Fliegen«-Sprichwort nahelegen, wenn ich konstatiere, daß offensichtlich Apple eine signifikante Klientel mit dem versorgt, was diese wünscht.
Allerdings hat die zwingende Kopplung von iTunes und iPhone, der exklusive Vertrieb des iPhones nur durch einen Mobilfunkanbieter je Land inkl. SIM- bzw. Netlock und Apples despotischer und willkürlicher Umgang mit Produkten im einzigen zugelassenen Software-Distributionskanal in letzter Zeit leider jegliche Wertschätzung für die Firma mit dem Fallobst bei mir zunichte gemacht.
Ob Apple »more evil« als Goo-»don’t be evil«-gle ist, das vermag ich nicht zu beurteilen. Aber als Hersteller von Unterhaltungselektronik für meine vier Wände kommt, aus genannten Gründen, Apple derzeit nicht in Betracht.

One Reply to “(Auch) Eine Frage der Ehre”

  1. Das das mit Mac Software “just works” ist halte ich für ein Gerücht – ich kenne auch viele die darüber fluchen. Gerade was Bilder angeht gibts viele sinnhafte Alternativen – Picasa 3.0 für Linux z.B. verwaltet und sichtet auch Problemlos 30G Bilderdatenbanken und mehr, ebenso wie gThumb und f-spot (alle schon ohne grosse Nebenwirkungen benutzt)

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