Nachtrag: »Warum ich Gütersloh mag …«

Am vergangenen Wochenende war’s mal wieder so weit, Großkampftag am Recyclingcontainer. Die sich über die Feiertage angesammelt habenden papiernen und gläsernen Wertstoffe wollte ich vorschriftsgemäß der Wiederverwertung zuführen, bevorzugtes Ziel hierfür sind die hierzu bei großen Warenhäusern zahlreich aufgestellten Container, da die singuläre in der Nachbarschaft verteilten oftmals schon voll sind.
Dieses Mal allerdings war ich offensichtlich zu spät dran (Samstag Nachmittag), sowohl die Container für Papier als auch die der Altkleidersammlung quollen über — was offensichtlich die entsorgungsnotleidenden Bürger nicht von der Verrichtung der Entsorgung abhielt. Ich jedenfalls traute mich nicht weiter als auf den Fotos zu sehen ran, befürchtend, daß die Stapel mich begraben könnten.
Mal ehrlich: natürlich ist es ärgerlich, wenn die Container voll sind, offensichtlich die Leerungsfrequenz mit der Nachfrage nicht Schritt hält (solche Bilder gibt’s regelmäßig am Wochenende bei real oder Marktkauf zu bestaunen). Aber deshalb gleich neapolitanische Zustände herbeiführen und seinen Müll seine Wertstoffe einfach oben drauf schmeißen‽ Kommt jetzt die Videoüberwachung auch von Recyclingcontainern, um die durch derlei Verhalten entstehenden Mehrkosten den Verursachern auferlegen zu können? Irgendwie bin ich geneigt, das zu begrüßen — und das ärgert mich noch mehr als dieses asoziale Verhalten bei der Müllentsorgung …
Anderes Thema: Daran, daß in Gütersloh sonntags die Bürgersteige hochgeklappt und die Parkhäuser geschlossen werden, werde ich mich wohl nicht mehr gewöhnen. Ja, richtig: selbst die Parkgarage unter dem Gütersloher Kino, welche zu dessen Bau seinerzeit massiv umgebaut wurde (dicke zusätzliche Stützpfeiler wurden zu Lasten von Parkflächen eingezogen), ist sonntags geschlossen (für Ortskundige: ja, ich habe beide Einfahrten überprüft). Äh, Hallo? Das Parkleitsystem zeigte immerhin über hundert freie Plätze unter dem Kolbeplatz an (und korrekt, daß die unter dem Kino gelegene und damit eigentlich prädestinierte Parkgarage geschlossen war) — doch die Realität des ersten Bildes spricht eine deutlich andere Sprache: Gütersloher – und erst recht Gütersloh-Besucher – mögen entweder das ausgedünnte ÖPNV-Angebot am Wochenende wahrnehmen oder gefälligst gleich ganz da bleiben, wo, vielleicht, der Pfeffer wächst; die Kreisstadt jedenfalls empfängt sonntags keinen Besuch, Punkt.
Hätte ich nicht meiner jüngsten Tochter den Kinobesuch versprochen, wäre ich dem dringenden Appell der Stadtoberen nur zu gerne gefolgt … Un-faß-bar.