Versuch' das mal mit 'ner Brombeere …

Ich habe mir das N810 ja nicht nur gekauft, weil’s zufällig günstig war, sondern weil ich ein Arbeitsgerät für unterwegs such(t)e. Zu den Arbeitsmitteln, mit denen ich zu arbeiten genötigt werde, gehört leider auch Lokus Nodes — als Corporate Mailplatform. Wie vieles andere auch habe ich Lokus für mich virtualisiert und greife in der Regel per rdesktop, seltenst wirklich lokal an der Kiste, darauf zu, Für mich funktioniert dies hervorragend — übliche Endgeräte, volgo Desk- oder Laptops, vorausgesetzt jedenfalls.
Auch für das N810 gibt es eine »Portierung« des freien rdesktop-Programms (»Portierung« in Anführungszeichen, weil generell Programme für das Linux- und X-basierte Tablet ja nicht wirklich einer Portierung sondern oftmals primär einer Kompilierung für die armv6l-Architektur hardwareseitig sowie die Maemo-Softwarelandschaft bedürfen; hier allerdings wurden einige Anpassungen hinzugefügt, so N8x0-spezifische Fragen zur Unterstützung z. B. einer BT-Tastatur und ähnliches), und, nunja, ich habe es ausprobiert.
Nun darf man auf 800×480 Pixeln keine Wunder erwarten, holt man sich auf dieses Guckloch einen ausgewachsenen Windows-XP-Bildschirm. Aber auch hier bin ich wieder positiv überrascht – und bin mehr und mehr geneigt, UWP Recht zu geben –, was alles mit dieser doch geringen Auflösung geht.
Sicher, Excel wird damit endgültig keinen Spaß mehr machen und ob rdesktop über UMTS noch Spaß macht (wobei: das habe ich, via Laptop, schon genutzt; mit HSDPA jedenfalls war’s sehr gut nutzbar (Excel-Exkursionen mußte ich da machen)) — nun, ich werde es feststellen.
Kleiner Tipp am Rande: zumindest bei mir funktionierten die Sondertasten auf dem N810-Keyboard im rdesktop anders als nativ; Fn bzw. Shift mußten zusammen mit der Zieltaste gedrück werden, um das Gewünschte zu übermitteln, also FN+W für eine 2, Shift+A gleichzeitig für ein großes A, … Nativ genügt der sequentielle Druck, also Shift und danach Taste A ergibt ein großes A, Shift-Shift schnell nacheinander entspricht Caps Lock, erneut Shift entrigelt wieder (analog Fn für insbesondere die Zahlen).
Für den Eee-PC wünsche ich mir klar ein Display mit zumindest höherer Vertikalauflösung — da ist immerhin auch mehr Platz, den man sinnvoll nutzen kann. Für ein Gerät in der Größe meiner Hand (Modell mittelalter Mitteleuropäer) nehme ich die 480 vertikalen Pixel als gangbaren Kompromiß hin — zumal wenn die Software darauf angepaßt ist. Hilfreich ist sicherlich auch, daß Microsofts RDP-Lösung automatisch die Desktopauflösung an die übergebenen Werte des aufrufenden Clients anpaßt (und die Maemo-Variante von rdesktop arbeitet von Haus aus mit einem Fullscreen-Fenster in 800×480) — also hier alle Fenster auf max. 800×480 Pixel zussammenstaucht und auf dem Bildschirm plaziert. Man muß also, anders als beim vnc-Ansatz, nicht mehr wild sein 800x480er Guckloch über die 1280×1024 Desktop-Pixel des Hosts schieben, um die Programm zu bedienen.
Ok, ich gestehe, ganz reibungslos ging’s nicht: als ich spaßeshalber das »Start«-Menü des XPs öffnete, begrüßte mich eine Meldung, daß zuwenig Platz für alle Elemente vorhanden sei und ich doch bitte die Auflösung vergößern möge — Windows und seine Sicht der Welt eben :-)

P.S.: Snapshots vom rdesktop zu machen, war gar nicht so trvial, da ich (noch?) keinen der Knöpfe mit einem Snapshot-Kommando belegen konnte und rdesktop, wie gesagt, ein eigenes, bildschirmfüllendes Fenster verwendet, an meinen osso-statusmonitor komme ich also gar nicht ran. Beholfen habe ich mir mit einem »sleep 35« vor dem Aufruf des eigentliches Screenshot-Programms — Shell-Skripte per Icon zu starten rockt einfach! ;)