… oder: Wie sicher privat ist Kommunikation über Skype wirklich?
Ist Skype sicher?
Ja. Wenn Sie einen anderen Skype-Nutzer anrufen, wird Ihr Anruf mit leistungsstarken Verschlüsselungsalgorithmen verschlüsselt, um Ihren Datenschutz zu gewährleisten. In einigen Fällen kann Ihre Skype-Kommunikation über andere Nutzer im P2P-Netzwerk geleitet werden. Die Skype-Verschlüsselung schützt Sie vor einem möglichen Mithören von Nutzern mit unlauteren Absichten.
Warum werden Skype-Anrufe verschlüsselt?
Skype ist End-to-End-verschlüsselt, da es das öffentliche Internet zur Übertragung Ihrer Anrufe und Textnachrichten verwendet und diese mitunter über andere Rechner geleitet werden. Durch die Skype-Verschlüsselung wird sichergestellt, dass keine andere Partei bei Ihrem Anruf mithören oder Ihre Sofortnachrichten lesen kann.Quelle: Skype-FAQ zur Datensicherheit
Im ZDNet.de-Artikel “Telefonieren übers Internet: Wie sicher ist Skype wirklich?” vom 13.02.2007 sagt Chief Security Officer Kurt Sauer:
ZDNet: Was ist dann die Antwort auf meine Frage, ob selbst Sie Skype-Telefonate nicht abhören können?
Sauer: Wir antworten auf diese Frage: Wir stellen eine sichere Kommunikationsmöglichkeit zur Verfügung. Ich werden Ihnen nicht sagen, ob wir dabei zuhören können oder nicht.
ZDNet: Und Sie stellen weder Regierungen noch irgendwelchen Behörden oder Unternehmen Mittel zur Verfügung, um Skype-Gespräche abhören können?
Sauer: Nein, das tun wir nicht.
Dann stellt sich ja nur noch die Frage, was an der heise-online-Meldung dran ist:
Im Skype-System könnte Berichten zufolge eine Backdoor eingebaut sein, die das Abhören der Verbindungen ermöglicht. Das Unternehmen dementierte das nicht ausdrücklich. Ranghohe Beamte des österreichischen Innenministeriums hatten am 25. Juni bei einem Treffen zum Thema Lawful Interception für IP-basierte Dienste mit Vertretern von Internetprovidern (ISP) und der Regulierungsbehörde des Landes mitgeteilt, dass das Abhören von Skype für sie kein Problem mehr darstelle.
Mehrere Teilnehmer des Treffens haben dies gegenüber heise online bestätigt. Auf die konkrete Nachfrage von heise online, ob es eine Backdoor in Skype und den einzelnen Clients gebe, mit der der Zugriff auf ein System möglich sei oder ob es einen speziellen Schlüssel zum Entschlüsseln des Datenstroms gebe, wollte das Unternehmen keine ausführliche Antwort geben. Die Antwort der schwierig zu kontaktierenden Pressesprecher der eBay-Tochter war knapp gehalten: “Skype kommentiert keine Medienspekulationen. Skype hat derzeit keinen weiteren Kommentar.” Gerüchte gibt es auch über eine spezielle Abhöreinrichtung, die Skype interessierten Staaten zum Kauf anbieten soll.
Natürlich habe ich nichts zu verbergen; aber wenn ich schon zum (VoIP-) Telefon greife anstatt Anzüglichkeiten quer über die Straße zu brüllen, dann möchte ich prinzipiell nicht, daß mir dabei jemand zuhört — sonst, wie gesagt, hätte ich ja auch über die Straße brüllen können.
Seit Schäuble seinen Datenhunger nicht mehr im Griff hat, halte ich es für geboten, jegliche Kommunikation möglichst zu verschlüsseln, da der Große Lauschangriff in Deutschland heute die Regel, nicht die Ausnahme ist. Und bis dato klang da Skype als richtig nette “es tut einfach”-Lösung; schade, aber so ist das eben mit proprietärer Software: man weiß nie, was man sich da ggf. an Gesindel ins Haus holt.
