Kleiner – dummer – Fehler, große Wirkung.

Da die durch eine 7490 ersetzte Wohnzimmer-7270 zentrale Telefonie-Funktionen realisierte, mußte ich am Dienstag morgen noch genauer gucken, warum die 7490 nicht erreichbar war.

Die 7270v3 war statisch konfiguriert, es war auch mal ein DHCP-Name benutzt worden, aus Stabilitätsgründen wurde aber letztlich statisch konfiguriert. Diese Konfigurationsparameter wurden bei der Übernahme gründlich verwurstet:
- Aus statischer Konfiguration wurde eine Konfiguration per DHCP
- Aus dem DHCP-Namen »FB-Whz« wurde das berüchtigte »fritz.box«
- Das statische Default-Gateway wurde unterschlagen
- Die DNS-Server wurden von den konfigurierten Werten auf willkürliche, unerreichbare (192.168.180.1 und .2) gesetzt
- Die Geschwindigkeitsparameter wurden auf willkürliche Werte gesetzt
Respekt, viel mehr kann man eine Datenübernahme nicht versemmeln, 12 von 10 Punkten für Kreativität, -2 von 10 Punkten für Funktion. Selbst, wenn AVM also das ›Detail‹ der statischen Konfiguration nicht ›übersehen‹ hätte: mit den übernommenen Daten kann man keinen Blumentopf gewinnen, schon das fehlende Default-Gateway hätte später beim Debugging ›Freude‹ bereitet, und durch den Austausch des DHCP-Namens wurde auch jede Chance vertan, daß vielleicht noch eine alte DHCP-Konfiguration den Tag rettet.
Wenn man bedenkt, daß es hier um die Datenübernahme von Version 6.05 auf 6.60 geht … wie mag das dann erst bei Daten von einer 5er oder gar 4er Firmware aussehen?! Offensichtlich ist diese Datenübernahmefunktion in Fritz!OS 6.60 broken beyond repair — was vorzüglich klappt, ist die Übernahme der Konfiguration einer 7490 mit 6.60 auf eine andere 7490 mit 6.60. DAS (vom gleichen Modell mit gleicher Firmware die Konfiguration übernehmen) konnte aber schon die 4er Fritz!Box-Firmware. Klassisches Beispiel für »IT — made in Germany«, eben ein Satz mit X.

Wenn Du das schlimm findest empfehle ich Dir dringend mal eine Woche – das dürfte reichen – mit den Qualitätsprodukten aus den Häusern Z*x*l, H**w** und Dr*yt*k. Danach ist man altersmilde weichgekocht und lässt den Berliner Kollegen so einigen Klops durchgehen.
Ich schrieb’ ja, daß AVM weit vor der Konkurrenz liegt — oder konkurrenzlos ist (Anzahl Updates über Zeit pro Produkt).
Aber mehr ist manchmal weniger, USB3-Port mit USB2-Durchsatz (7490) ist so eines der Dinge, die man durchaus anprangern darf, imho. Oder VoIP-Fehler bei Auslastung der WLAN-Schnittstellen der 7390 (vgl. https://www.youtube.com/watch?v=hYFptGvG6Lk). Vom VPN- oder auch nur PPPoE-Durchsatz in Relation zur Anschlußgeschwindigkeit gemäß Spezifikation will ich gar nicht erst anfangen.
Oder, um es anders zu formulieren: die Anzahl der akzeptierbaren Klöpse ist auch bei AVM überschritten ;)