Von einem der auszog, Telekom-Alternativen zu nutzen

Hmm. Wir schreiben Mitte 2016, statt mit alternativen Anbietern und kurzen Laufzeiten glücklich, bin ich nun in Gütersloh wie Berlin 24-Monats-Fessel-Telekom-Kunde. Ooops.

Tja. Schon sonderbar. Lassen wir die letzten ca. sieben Jahre mal Revue passieren:

Mitte 2010 zog es mich beruflich nach Berlin, familiärer Wohnort und Lebensmittelpunkt blieb erst einmal Gütersloh. In Berlin angekommen, mußte dann bald ein Festnetzanschluß zwecks Heimatanrufen her, und wenn man schon eine Kupferdoppelader belegt, dann doch auch gleich mit IP on top. Also wurde ein Hansenet-Anschluß gebucht; ADSL16 mit ananloger Telefonie, das sollte für die Anrufe zu Hause reichen. Netzabschluß (da nur IP benötigt wurde und diese Daten vorlagen): FritzBox. Dummerweise lag auf dem Alice-Analoganschluß immer ein Brummton auf dem Weg zu mir — und da ich meine Lebenszeit nicht in Störungshotlines verbringen möchte, buchte ich stumpf ein Upgrade von analog auf ISDN. In Berlin hatte Hansenet nämlich sowohl (inhouse) DSLAMs als auch analoge sowie digitale Telefonie ausgebaut. Und ISDN läuft a) in anderen Frequenzen und b) verzeiht Brummtöne eher weniger: es wären Fehlermeldungen gekommen, die ich statt »wie bitte, ich habe Sie wegen des Berliner Bären in der Leitung gerade wieder nicht verstanden« einem Supporter hätte nennen können.

Mit dem Setup war ich dann auch einigermaßen zufrieden, wobei, VDSL wäre ja schon schicker, und das habe ich seit 2007 ja selbst in Gütersloh. o2 bot es seinerzeit nicht an, aber nach gut zwei Jahren wurde ich dann bei congstar fündig.

Service war nicht so der ultimative Selling-Point bei congstar, sodaß beim sanierungsbedingten Zwangsumzug innerhalb der Wohnanlage Ende 2015 dann ein Umstieg auf 1&1 vollzogen wurde — und wegen der congstar-Unfähigkeiten der Hansenet-Zugang doch noch mit umgestellt wurde.

constar-VDSL wurde dann durch 1&1-VDSL ersetzt — gleiche Technik anderer Reseller. Leider hat sich dann 1&1 ab der Störung im Juni als Servicewüste geoutet, und da zwischenzeitlich auch die o2-ADSL-Leitung ausgefallen war (was mich dann endlich zur Kündigung der ehemaligen Hansenet-Anbindung animierte — 1&1-VDSL tat da ja noch), stand ich pünktlich zum sechsten Jubiläum meines Einzugs in Berlin wieder ohne Internet oder Telefon da.

Um schnell zu starten in Berlin – sowohl die Hansenet-/o2- also auch die congster-Leitung lagen nach dem Umzug an einem Wochenende ja weiter in der alten Wohnung im EG statt in meiner neuen Bleibe im 1. OG –, wurde statt des Monats- ein 24-Monats-Vertrag mit »Schnellstartoption« mit 1&1 geschlossen. Leider killt 1&1 die »Schnellstart«-SIM nach DSL-Schaltung — würde man die aktiviert lassen und dem Kunden bei DSL-Fehlern einfach sagen »nutz’ die SIM, bis der Anschluß wieder läuft«, wäre das kundenfreundlich und lösungsorientiert. Denn genau dies, Telefonie über den 1&1-Surfstick inklusive, bietet 1&1 ja mit der 7362SL als Schnellstartpaket bis zur DSL-Schaltung an (okay, mit 10 GB Volumenlimit, IIRC). Leider habe ich 1&1 so nie – nach Vertragsschluß – wahrgenommen … Mittlerweile ist jener DSL-Vertrag in beiderseitigem Einvernehmen in Auflösung befindlich.

Nach den Querelen in B war ich es etwas leid; das Netz, die Infrastruktur, dies alles kommt von der Telekom. Und so ungerne ich etwas unterstütze, was andere links liegen läßt: ich kann nicht ausschließen, das o2, congstar und 1&1 selbst minderwertige Serviceoptionen einkaufen und nur diesen Bodensatz an ihre Kunden weitergeben. Insofern lege ich z. B. Wert auf die Entstörung werktags binnen 24h — 1&1 bekommt das ja nicht mal über einen Monat lang hin, und bei congstar ruft man ggf. auch gegen eine Mauer. Ich wäre ja auch auf den teureren Businesstarif bei 1&1 gewechselt – »Expressentstörung« binnen 8h inklusive –, aber den bietet 1&1 nur eingetragenen Firmen an, keinen »ambitionierten Privatkunden« — warum auch immer das so ist, es herrscht Vertragsfreiheit.

Und nach dem Sichten der Angebote in meiner abgeschnittenen Wohnung in Berlin, blieb irgendwie nur die Telekom über:

  • o2 hat sein gesamtes DSL-Engagegement eingestellt und an die Telekom verkauft, nach dem Umzug im Haus wurde ich vom Hansenet-ISDN-Anschluß aus dem HVT auf den Telekom-Outdoor-DSLAM an der Bernauer Straße umgesteckt. Redundante Anbindung sieht anders aus.
  • congstar ist die »no frills«-Tochter der Telekom, leider auch nur so virtuell erreichbar, Service wird eher klein geschrieben, unschön.
  • 1&1 kauft auch nur Telekom-Zugänge ein und folgt sklavisch seinem Workflow: frühestens am Werktag 3 nach Störungsmeldung wird ein Techniker geschickt, und falls der trotz Urlaubsnahme nicht kommt, zuckt man mit den Achseln und bietet fröhlich in 3 Tagen einen weiteren Termin an.
  • Lokale Alternativen gibt es in Berlins Mitte nicht; Vodafone/Kabel Deutschland bieten mir, trotz Vodafone-KD-Kabel-TV, nur einen (Telekom-) VDSL-Anschluß an (okay, der TV-Empfang ist auch so mies, daß ich mit einem USB-DVB-C-Dongle keinen Sender sauber empfangen kann), und 1&1-Glasfaser (von Versatel) wäre angeblich verfügbar, ist mir dann, locker dreistellig, aber doch zu teuer ;-)
  • Letztlich bin ich mit der Telekom in Gütersloh ja gut gefahren, vom ADSL1-Anschluß mit 768 kBit/sec bis heute; Leitungswiederherstellung jedenfalls war kein wirkliches Drama.

Wirklich nervig bei der Telekom ist allerdings die Preispolitik: auch nach 16 Jahren bekommt man keine ›Schmankerl‹, 12 Monate Rabatt auf ein neues (höherwertiges) Produkt bekommen nur Neukunden, und zu allem Überfluß erhöht sich bei der Telekom der Preis nach dem 24. Monat noch mal drastisch:

Ihr Paket
MagentaZuhause L Entertain
Produktwechsel an 05241 – xxxxxx
Monatlicher Grundpreis 1. – 24. Monat: 49,95 €
Monatlicher Grundpreis ab 25. Monat: 54,95 €

Heißt also: Anfang 2018 darf ich nicht vergessen, nach Alternativen zu suchen, und sei es nur ein anderer Tarif. Auch hier würde ich nicht das Wort »kundenfreundlich« verwenden, eher das Wort »Abzocke«. Andererseits haben die ›alternativen‹ Anbieter der Telekom ja das Feld kampflos überlassen, siehe o2, siehe Vodafone — ein wirklicher Infrastrukturwettbewerb findet nicht statt. Das kann man der Telekom allerdings nicht vorwerfen …