Das ist doch mal cool: »NSA und BND arbeiten Medienberichten zufolge wieder gemeinsam an der Überwachung des Internets.« Friede, Freude, Eierkuchen.
Wie Golem.de schreibt, ist wieder alles im Lot zwischen der Nachfolge-Organisation Gehlen und der NSA:
Der deutsche Auslandsgeheimdienst BND und die NSA haben ihre umstrittene Kooperation in Bad Aibling nach einem Bericht von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung wieder aufgenommen. […]
Die Geheimdienstkooperation funktioniere wieder “reibungslos” – Hinweise der NSA hätten auch bei der Terrorwarnung von München in der Silvesternacht eine wichtige Rolle gespielt.
Ach ja, der Münchner Terroranschlag, der nie war. Der Spiegel schreibt genau dazu (lokale Hervorhebung):
Der Mann, der dem Bundesnachrichtendienst (BND) detailliert über einen angeblich geplanten Terroranschlag in München berichtete, hat früher als Geheimdienstoffizier im Irak gearbeitet. Er lieferte in der Vergangenheit Informationen an die US-Bundespolizei FBI. […]
Der Iraker hatte dem BND in Bagdad von einem geplanten Anschlag auf den Münchner Hauptbahnhof sowie den Pasinger Fernbahnhof berichtet und Namen von angeblichen Tätern genannt. Da mehrere ausländische Nachrichtendienste ähnliche Meldungen versandten, beschloss die Münchner Polizeiführung, die Bahnhöfe in der Silvesternacht zu evakuieren.Wie die Ermittlungen ergaben, basierten einige dieser Meldungen, etwa die eines US-Geheimdienstes, des irakischen Dienstes und von kurdischen Informanten, immer auf derselben Quelle: dem Mann aus Bagdad.
Alle Warnhinweise beurteilte das Bundeskriminalamt (BKA) in einer Glaubwürdigkeitsanalyse mittlerweile als “eher unwahrscheinlich” – auch den eines französischen Nachrichtendienstes, der den Ausschlag für die Evakuierung gegeben hatte. Die Münchner Polizei konnte weder die angeblichen Täter ermitteln, noch fand sie Sprengstoff oder Waffen.
Mit Verlaub, aber das erinnert langsam an das Celler Loch — einen weiteren negativen Höhepunkt bundesdeutscher Geheimdienste.
Ganz offensichtlich kann Deutschland, anders, als NSA-Büttel BND Chef-Schindler es darstellen möchte (»Wir sind abhängig von der NSA und nicht umgekehrt«), sehr wohl auf die Falsch-Informationen der NSA verzichten, weshalb die Wiederaufnahme der Geheimdienstkooperation auch zu hinterfragen bleibt.
