Abenteuer G.vector

Heute wurde mein 1&1-VDSL-100-Anschluß geschaltet, den ich am 27.10.15 beauftragt hatte…

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1. 1&1 An­schluß: Annex-B-ADSL2 von Vo­da­fone.
Oder vielmehr die Vorstufe dazu: ein ADSL2-Anschluß von Vodafone (sagte aus Versehen der Techniker und bestätigt der IP-Bereich dahinter). Mit 18 MBit/sec im Downstream besser als befürchtet (Telekom meldet i. d. R. »bis zu 16«, vor ca. zwei Jahren dechriffrierte ich mal im HTML-Source die Telekom-Erwartung auf zwischen 12 und 16 MBit/sec), mit nur 1 MBit/sec im Upstream leider eher überschaubar. Auch dieser Anschluß kommt, wie schon mein »early bird«-VDSL2-Anschluß, aus der Vermittlungsstelle in der Schalückstraße, gut 900m Kabelweg von hier.

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Be­steh­en­der Te­le­kom-VDSL2-An­schluß …
Die VDSL-Strecke war ja schon mehrfach Thema hier im Blog; derzeit ist es zwar besser geworden – ich bekomme immerhin meine »vollen« 25 Bit/sec im Downstream und etwas mehr als die Hälfte als tariflich vorgesehen, konkret 2,8 MBit/sec – aber weder kann ich die angeblich möglichen 30+ MBit/sec im Downstream nutzen, noch geht technisch mehr im Upstream. Daß ich dabei dann auch noch 63,94 pro Monat dafür zahle … naja, »early adopter« zu sein war noch nie billig ;) Allerdings ist das der Preis inkl. ISDN (aka »Universal«) und Entertain — aber auch bei Entertain bin ich als Altkunde gearscht, die privaten HD-Kanäle sind bei mir, anders als in neueren Tarifen – in die ich nicht wechseln kann, weil Computer sagt, der bestehende VDSL-Anschluß kann nur zu einem ADSL-Anschluß werden, da kein VDSL verfügbar –, nicht inklusive.

Ich bin noch bis Mai 2016 an die Deutsche Telekom gebunden, und eigentlich wollte ich dort auch verlängern — auch wenn mein geliebtes ISDN dann durch SIP ersetzt wird, obwohl VDSL2 nach wie vor, auch mit G.vector, die Analog- und ISDN-Frequenzen frei läßt. Wollte. Eigentlich.

Denn die Telekom hat mich vergrault. Dabei geht es mir weniger um die, hmm, 60 Euro, sondern – der geneigte Leser ahnt es schon – um’s Prinzip. Wenn Bestandskunden für die Telekom nur Kunden zweiter Klasse sind, muß man eben »mit den Füßen abstimmen« und Neukunde beim Mitbewerb werden. Hilft ja nix.

Und wenn das technisch identische Angebot (allerdings mit – »bestes Festnetz« – nicht so ausfallfreudiger VoIP-Plattform) in zwei Jahren auch noch über 300 EUR weniger kostet, braucht man nicht um 5-Euro-Rabatte zu betteln — da geht man einfach.

Somit wurde, nachdem die Mitteilung kam, ich sei für den Umstieg (von VDSL) auf VDSL-Vectoring, vorgemerkt – sprich: anders als gedacht habe ich im T-Punkt keinen Vertrag über die Umstellung abgeschlossen, sondern mich nur »vormerken« lassen –, die Bestellung bei 1&1 getätigt.

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Gute Idee …
Telefonisch bestellt am 27.10., Schaltungstermin 18.11. Neuanschluß (auf die ehemalige SDSL-Leitung), und, wie 1&1 mir mitteilt, erstmal nur ADSL2, bis die VDSL-Vectoring-Ports freigegeben sind. Okay, es ist nachvollziehbar, wenn man die Geschichte meines VDSL-Anschlusses berücksichtigt; dumm ist es aber für den aktuellen Lieferanten, die erweiterten Optionen nicht zu erwähnen …
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Wie man es dem Wett­be­wer­ber ein­fach macht: Be­stands­kun­den ver­ar­schen :-(
Hintergrund: VDSL konnte hier ja weder Telekom noch 1&1 »neu« schalten, denn mein Anschluß ist einer der wohl wenigen, die nicht über Nahbereichs-Kvz im Umkreis der Vermittlungsstelle angeschlossen sind; regulatorisch darf aus der Vermittlungsstelle hier definitionsgemäß gar kein VDSL geschaltet werden, daher weist es auch kein System als möglich aus. Ob die kurzfristige Verfügbarkeit nach dem initialen Indoor-Ausbau ein Bug war oder die Regelung erst nachträglich kam, entzieht sich meiner Kenntnis; nur daß es mir auch bei der Telekom nie jemand sagen konnte oder wollte, warum ihre Systeme bzgl. meines Anschlusses so zicken, das war und ist nervig. Anekdote am Rande: an meinem Telekom-Anschluß ist nach wie vor lt. Verfügbarkeitstest von gestern abend nur ADSL2 mit max. 16 MBit/sec möglich — an meiner Adresse hingegen VDSL mit bis zu 100 MBit/sec (und mit Hybrid weitere 100 MBit/sec per LTE – allein, weder 4G noch 3G noch 2G werden im Haus mit mehr als 1 Balken empfangen). Seufz.

Die Outdoor-DSLAM-Freigabe sollte in der letzten Woche passiert sein — die Telekom hat sich allerdings noch nicht wieder gemeldet. Und so hoffte ich natürlich, daß der Techniker die Leitung vielleicht, wie 1&1 mir fälschlich schrieb, tatsächlich schon initial als VDSL50 schalten würde. Diese Hoffnung wurde nicht erfüllt, leider ;) Geschaltet wurde ein weiteres Mal aus der Vermittlungsstelle, und zwar ein ADSL2-Anschluß von Vodafone.

Anders als in Berlin, hatte dies keine wechselseitigen Folgen: der VDSL2-Anschluß liefert nach wie vor seine 25/2,8 MBit/sec, und anders als in Berlin, wo der aus der Vst kommende Alice-ADSL2-Anschluß ja bei paralleler Schaltung des Congster-VDSL2 aus dem Outdoor-DSLAM in der Straße von 16+ auf 10 MBit/sec einbrach, sehen die 18 MBit/sec, die ankommen, nicht nach Beeinträchtigung von ADSL2 durch VDSL2 aus.

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… aber schlechtes Material.
Soweit, so gut. Eine nette Idee ist der »Techniker, bitte hier klingeln«-Aufkleber, den 1&1 beilegt und bittet, am Schalttag mit Technikerbesuch am Klingelschild anzubringen — weniger schön ist, daß der Aufkleber sich nur schlecht und alles andere als rückstandsfrei entfernen läßt.

Auch ein netter Service: der Telekom-Techniker rief, wenngleich ohne Rufnummer, vor seinem Besuch auf dem Festnetz an. Lustig: er insistierte dann, in die Wohnung zu müssen …

Techniker: Ich muß einmal an den Anschluß.
Ich: Ja, der ist im Keller.
T: Nein, ich meine den Telefonanschluß in der Wohnung.
I: Ja, der ist im Keller.
T: Nein, da, wo das DSL-Modem drin steckt.
I: (grinsend) Ja, das steht im Keller.
T: Sie haben ihr DSL-Modem im Keller? Na, wenn Sie meinen …

Wir gehen in den Keller, ich schließe die Kellertür auf.

Techniker: Oh … Das ist ja bißchen mehr … Ist das ein Server?
Ich: Ja, das auch, und für digitales Fernsehen und so …

Irgendwo müssen die Gigawatt ja in Wärme umgesetzt werden, die der Energieversorger in Rechnung stellt ;)

Jedenfalls war der Anschluß in weniger als 10 Minuten funktionsfähig; es stellte sich heraus, daß am Hausübergabepunkt die Leitungen des ehem. SDSL-Anschlusses abgeklemmt waren. Flugs jene nach Plan wieder gesteckt, seinen Tongenerator am Ende der Leitung abgezogen, die 1&1-7412 wieder angeklemmt, Leitunsgbezeichnung auf die Dose geklebt — und das DSL-Training begann schon.

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7212 (UI) als »Kabel­mo­dem«: WLAN raus­ge­patcht und LAN fest auf 192.168.178.1 — un­brauch­bar :-(
Doch wo Licht ist, ist auch Schatten: die 7412, die 1&1 mir als »Kabelmodem« für 0 Euro beipackte, ist, durch eine neuere als die letzte offizielle Fritz!OS-Firmware von AVM, um das WLAN kastriert. Gut, das wäre nicht tragisch, sie steht wie gesagt im Keller und weder die 7360 am T-VDSL noch die 7570 dahinter, die als Telefoniezentrale (die 7360 hat kein ISDN, nicht mal eingehend, und auch nur zwei Analogports) dient, kommen durch Stahlbeton und Erde bis in mein Wohn­zim­mer …

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7412 (UI): Hilfs­tex­te Fehl­an­zei­ge :-(
Aber leider hat man auch die Funktion der Umstellung der LAN-IP (sowie die gesamten Hilfe-Texte) »wegoptimiert«. Sprich: ich müßte die 7412 als 192.168.178.1 betreiben, was hier schon rein technisch nicht geht.

Aber ich bin nicht der erste Nutzer des »1&1 Kabelmodems«, und so erfährt man im IP-Phone-Forum, daß jene 7412 nur eine softwareseitig kastrierte 7412 ist, Einspielen der bei AVM vorhandenen letzten Firmware .60 hebt diese Sperren (die absichtliche mit dem deaktivierten WLAN sowie die, hoffe ich, unabsichtliche mit der nicht mehr änderbaren Heimnetzadresse) auf — und 1&1 installiert über TR-069 dann brav wieder die IP-Telefonie. Soweit, so gut.

Dann aber wollte ich die neuen Telefonnnummern von 1&1 über das heimische Setup nutzbar machen — und da hier mittlerweile alles über SIP läuft, brauche ich ja nur ein paar SIP-Registrars in der 7412 anzulegen und alles ist in Butt… Oh. »LAN/WAN« gibt die 7412 als Anschluß nicht her :-(
Nachtrag, 2015-11-22: Die 7412 kann sehr wohl SIP-Registrar spielen; es ›versteckt‹ sich wie immer halt hinter dem Punkt »Telefon (mit und ohne Anrufbeantworter)«, wo man dann als Anschluß dann »LAN/WAN (IP-Telefon)« wählt. Vor lauter Erwartung, daß auch dieses Fritz!Box-Standardfeature gesperrt wurde, habe ich offenbar nicht mehr weitergeguckt; mea culpa. /Nachtrag

Und das war dann der Punkt, wo die Bucht mit einer 7362 aushelfen mußte. Aktuell kann ich das ja noch z. B. durch eine 7570 kompensieren. Da aber kein Technikerbesuch mehr notwendig sein soll, hoffe ich eigentlich, daß das Upgrade von ADSL2 auf VDSL2 mit G.vector und 100/40 MBit/sec (UP-/Downstream) in ein bis zwei Wochen erfolgen würde — mehr dazu unten …

Status also: 1&1 VDSL 100 bestellt, nach drei Wochen im niegelnagelneuen Telekom-Vectoring-Ausbaugebiet Gütersloh 1&1 ADSL2 Annex-B über Vodafone geschaltet bekommen — leider nicht einmal Annex-J mit, mit meinem VDSL vergleichbaren, höherem Upstream, denn dann wäre die zweite Leitung ja sogar z. T. nutzbar.
Die Null-Zuzahlungs-Fritzbox kann Telefonie nur per DECT und 1 analogen Anschluß — für den Einsatz im Keller leider nicht ausreichend (weder WLAN noch DECT kommt bis in unsere Wohnung). Immerhin: man sah’ bei der Abteilung, an die mich die Hotline dann weiterverband, das Problem und schickt mir nun für einmalig 48 EUR eine 7362 im Vorabtausch, gewährt eine Gutschrift von 24 EUR und möchte dafür nur die 7412 zurück. Kleinigkeit, denn mit DER Fritte kann ich nun wirklich nix anfangen. 5 Sterne für den Support und Sales, nur 3-4 für die aktuellen Angebote: In denen muß man die Nur-Modem-Fritzbox 7412 (mit kastierter FW) mit 0 EUR, die 7412 mit aktivierbarem WLAN mit 3 EUR oder die 7362 SL mit 5 EUR bezahlen — im Monat und nach aktuellem Stand auch nach Ablauf der Mindest­ver­trags­lauf­zeit. Wobei man lt. den Sternchen nicht für die Hardware zahlt, sondern für »Mehrleistungen«, faktisch wohl für je nach gewählter Hardware höherem »1&1 Online-Speicher« — für den ich auch keine Verwendung habe. Eine Option, die 7490 zu erwerben, findet sich nicht; nachträglich hätte ich sie im Austausch gegen die 7412 für 96 EUR bekommen können; da ich im Keller aber weder Dual-Band-WLAN noch sonst groß Features der 7490 nutzen kann, und ISDN-via-SIP-und-7270 eigentlich sehr schnuckelig funktioniert, reicht mir eine zweite 7360/7362 in günstig. (Die aus der Bucht war mit 69 EUR letztlich zwar teurer, aber unter dem aktuellen Mittelwert — und dann auch schon auf dem Weg.)

Und VDSL über 1&1? Tja, da mußte ich mich heute beim Anruf in der Hotline belehren lassen, daß erst einmal die Vorvermarktung der Telekom abgeschlossen sein müsse. Dann würden die Telekom-Kunden an-/umgeschlossen und von den restlichen Ports – »da bleiben ja immer ein paar frei« – würde dann 1&1 einen Teil abbekommen. Und da ich ja schon vorregistriert sei, würde das sicher glatt gehen. Zeithorizont? »Das könnte sogar noch vor Weihnachten was werden«, so der – wieder sehr freundliche – Hotliner. Das wären dann »nur« 2 Monate nach Bestellung; für den ›unwahrscheinlichen‹ Fall, daß ich auch nach 6 Monaten noch kein VDSL erhalten hätte, könne ich dann sonderkündigen — immerhin etwas. Narf.

Was die »Kundenführung« angeht, finde ich den 1&1-Prozeß sehr durchdacht und optimiert; ich habe ja Alice (Privat & Office), constar und Telekom zum Vergleich (naja, Telekom in GT seit 1999, wie ein Neuanschluß dort heute begleitet wird, weiß ich nicht wirklich ;-)). Auch was den Service angeht, kann ich derzeit noch nicht klagen; anders als bei Alice, wo »es läuft gerade ein Vorgang, denn müssen wir erst abwarten« galt, wurde mir hier schon ein Vorabtausch der Hardware ermöglicht, obwohl lt. System der Anschluß noch nicht einmal aktiviert war. (Wobei letzteres eher wieder ein Bug ist, mit dem 1. Einloggen sollte das System eigentlich den Status ändern, IMHO.)

Etwas weniger erfreut bin ich, daß es wohl noch mindestens einen Monat dauern wird, bis ich endlich mehr als 25/2,8 MBit/sec habe — für jemanden wie mich, der darauf seit Jahr und Tag wartet, ist das hart. Es hätte nicht G.vector sein müssen, »was geht« über VDSL2 und ein Outdoor-Ausbau, wie er jetzt in Gütersloh und vor Jahren schon andernorts erfolgte, hätte mir schon gereicht; mit viel Wind könnte ich »meinen« Kvz quasi aus dem Fenster im 1. Stock anpinkeln, mehr Bandbreite hätte mir also auch ein traditioneller Outdoor-Ausbau/Kvz-Überbau gebracht ;) (Lt. Berliner FB wären rd. 80/30 am Outdoor-DSLAM die Straße runter drin gewesen, mit ganz normalem VDSL2; insofern hätte mir die Unterteilung in VDSL25 und VDSLmax gereicht, bei VDSLmax dann ohne DSLAM-seitige Limitierung.)
Etwas versüßt wird mir die Sache natürlich dadurch, daß ich, angeblich über die ganzen 24 Monate Mindestvertragslaufzeit 5 EUR/Monat weniger bezahlen muß, es soll ein Vorvermarktungstarif sein, der den ADSL16-Preis trotz VDSL100-Leistungen beibehält — na, schau’n mer mal. Hätte ja lieber 2 EUR/Monat mehr bezahlt und wäre gleich mit VDSL50 wenigstens gestartet ;)