Eigentlich bemerkenswert, daß AVM jetzt in einer Support-Antwort zugibt, daß — bei ihnen — USB 3.0 nur etwas schneller sei als USB 2.0.
Im IP-Phone-Forum veröffentlichte grade ein Nutzer ein Support-Statement von AVM bezüglich gegenseitiger Beeinflussung der Fritz!Box 7490-Features WLAN und USB 3.0 (Hervorhebung durch mich):
Guten Tag Herr …,
die Kollegen haben sich gerade zurückgemeldet.
Das beschriebene Verhalten ist leider nicht vermeidbar, weil in der FRITZ!Box mehrere HF-Technologien (WLAN, DECT) auf engsten Raum angeboten werden. Es kann daher insbesondere in Verbindung mit USB 3.0 zu Einschränkungen kommen. Hieran lässt sich bauartbedingt nichts mehr optimieren. Deshalb bieten wir die Möglichkeit an den USB-Port auf USB 2.0 zu konfigurieren, weil dieser weniger anfällig für Störeinflüsse ist. Zwei Ansätze könnten Sie verfolgen:
1. USB 3.0 ist nur geringfügig schneller als der USB 2.0 – Anschluss. Sie könnten daher wie beschrieben auf USB 2.0 gehen und die Downloadraten beim Zugriff auf den USB-Speicher im Vergleich mit USB 3.0 betrachten. Sollte das ausreichend sein, dann wäre das die einfachste Lösung.
2. Sie versuchen WLAN selbst weiter zu optimieren. Dazu gehören ein fester WLAN-Kanal und die Begrenzung der Kanalbandbreite. Einige Kunden erzielen auch durch eine andere Positionierung der FRITZ!Box Verbesserung. Zudem der Verweis auf folgende Hinweise in diesem Zusammenhang: […]

Die Bruttodatenrate steigt dadurch von 60 MByte/s [bei USB 2.0] auf 500 MByte/s.
Einen Faktor 8 als »geringfügig« zu bezeichnen nenne ich mal eigenwillig. Zumal die 7490 mit »NAS-Funktionalität« beworben wird, und die Erwartungshaltung des Normalkunden schon sein wird, daß von der 8fachen Geschwindigkeit auch bei seiner USB-3.0-Festplatte an der 7490 wenigstens annähernd GBit-Geschwindigkeit (sagen wir mal: um die 100 MByte/sec) über eine entsprechende Kabelverbindung auch ankommt.
Ich will die AVM-Produkte ja gar nicht schlecht reden – auch wenn ich mit meiner 7490 unterm Strich nicht zufrieden bin für die 250,–, die ich Ende 2013 dafür zahlte –; aber nach dem – aus meiner Sicht – Debakel der 7390, der im Netz weder eine allgemeine DSL-Tauglichkeit (Berichte über signifikant schlechtere Datenraten als bei anderen AVM-Modellen) noch problemloser Betrieb aller beworbenen Features (VoIP-Abbrüche bei starkem Datenverkehr, zuletzt dann wohl stattdessen Datendurchsatzeinbrüche bei VoIP-/DECT-Nutzung) bescheinigt wird – wobei sie bei einigen wohl auch einfach tut, was sie soll –, frage ich mich schon, ob AVM wirklich lernresistent ist.
Natürlich ist ein All-in-One-Gerät cool; aber, und AVM bestätigt dies ja auch in ihrer »AVM-Wissensdatenbank«, ein kleines Kompaktgerät kann einfach nicht die Aufgabe von 3-4 Spezialgeräten optimal erfüllen:
Datendurchsätze, wie sie z.B. bei PC-basierten Windows-Installationen zu erzielen sind, werden allerdings auch zukünftig auf einem hochintegrierten System (“embedded system”), wie es die FRITZ!Box darstellt, architekturbedingt nicht erzielt werden können.
Aus meiner Sicht wäre hier weniger mehr; AVM nehme den ganzen NAS-Schmodder aus Fritz!OS raus und konzentriere sich auf a) hochwertige, dem Einsatzzweck angemessen stabile Internetzugangssysteme mit integrierter Telefonanlage sowie lege meinethalben b) eine Geräteserie auf, die auf NAS optimiert ist (das geht auch mit SOCs) und/oder die Heimautomation steuert. Denn so schick FHEM auf der FB ist: FHEM frißt Resourcen (CPU, Speicher), und ich bräuchte alleine schon zwei USB-Ports für meine zwei CULs (1x FS20, 1x Homematic). Und ob es wirklich klug ist, 433/868 MHz ISM, 1,9 GHz DECT, 2,4 und 5 GHz WLAN (und dazu noch Störfeuer durch LAN, GBit-LAN, USB 2.0 und USB 3.0) auf einer Fläche von 14×22 cm abzufrühstücken, ich denke, die Frage ist erlaubt. Wie auch die Frage, wie AVM denn zu KISS (»keep it simple, stupid«) steht — Threads zur aktuellen Fritz!OS-Firmware der 7270 und, mehr noch, der Labor-Firmware der 7490, lassen erahnen, daß Fritz!OS einen Grad der Komplexität erreicht hat, der so nicht mehr zu bearbeiten ist.
